Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?31206

Queer History Month

Was schert schwule Männer die Frauen*Bewegung?

Berlins Schwules Museum zelebriert mit einem Symposium am 26. Mai die feministische Bewegungsgeschichte. Im Interview erklärt Chris Izgin, einer der Organisator*innen, warum.


Chris Izgin studierte Philosophie (M.A.) sowie Linguistik und Skandinavistik (B.A.) in Berlin, Frankfurt am Main und New York. Zurzeit schließt er einen zweiten Master in klassischer Philologie an der Humboldt-Uni ab

Was hat ein Symposium zur Geschichte der Frauen*bewegung im Schwulen Museum zu suchen?

Ein Symposium sucht selber erst mal gar nichts, das tun eher noch wir, die Kurator*innen der Veranstaltungsreihe "our own feminismS – Ein queer-feministisches Zukunftslabor", für die außer mir noch Vera Hofmann, Carina Klugbauer und Tjona Sommer zuständig sind. Diese Reihe ist Teil des von der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa geförderten Projekts "Jahr der Frau_en". Wir organisieren in diesem Rahmen u. a. eine zehnteilige interaktive queer-feministische Vorlesungsreihe mit Prof. Dr. Ulrike Auga und nun auch dieses Symposium. Wenn du fragst, warum wir dieses Symposium organisieren, so gibt es mindestens zwei wichtige Gründe: Wir feiern dieses Jahr das 100-jährige Jubiläum des Frauen*wahlrechts in Deutschland und das Schwule Museum hat 2018 das eben erwähnte "Jahr der Frau_en" ausgerufen.

Übers "Jahr der Frau_en" (JdF) ist schon viel diskutiert worden, vor allem in sozialen Medien. Worum geht es euch?

Im JdF verhandeln wir unter anderem die Frage, ob sich durch Bündnispolitiken eine Solidargemeinschaft im Schwulen Museum etablieren lässt. Wir verstehen "schwul" als einen Teil von "queer" und sehen ein großes gesellschaftspolitisches Potenzial, wenn Schwule, Lesben, Trans*personen und weitere marginalisierte Personengruppen zusammen an einer Sache arbeiten: Sichtbarkeit, Anerkennung, Abbau von Deprivilegien. Das JdF versteht sich klar als Einladung zu mehr Solidarität, denn gemeinsam sind wir stärker und können mehr voneinander lernen.

- w - Video (51s) - Feiere Pride mit Levi's®

Ganz provokativ gefragt: Sind Männer ohne Sternchen auch auf dem Symposium erwünscht?

Aber klar! Es geht uns ja gerade darum, ihnen und überhaupt allen Menschen die Chance zu bieten, die Realitäten, Kämpfe und Thematiken anderer Menschen kennen und vielleicht auch verstehen zu lernen.

Und jetzt eine persönliche Frage: Bist du Feminist und, wenn ja, warum?

Ich bin Feminist, weil der Feminismus nicht nur Frauen* was angeht, sondern alle Menschen. Auch Männer sind vom Sexismus in der Gesellschaft betroffen, denn auch wir wachsen mit der Zwangsheterosexualität auf und wir werden dazu gedrillt, den Normen der Männlichkeit gerecht zu werden (der "Ernährer der Familie" zu sein, mit Gefühlen kaum umgehen zu können, sich möglichst "männlich" verhalten zu müssen usw.). Ich halte das alles für unzumutbar und glaube, dass der Feminismus im Kern Emanzipation für alle Menschen bedeutet.


Visual zum Symposium im Schwulen Museum

Wer trägt vor und worüber?

Es finden am 26. Mai von 14 bis 20 Uhr vier Vorträge statt. Erst spricht Gisela Notz über den Kampf ums Frauen*wahlrecht, dann Nello Fragner über die Abtreibungsparagrafen und körperliche Selbstbestimmung, anschließend Katharina Oguntoye über Rassismus in der zweiten Welle der Frauen*bewegung und schließlich Lisa Weinberg über die schon in der Achtzigerjahren geführte Butch/Femme-Debatte unter frauen*bewegten Lesben. Man zahlt einmal Eintritt für beliebig viele Vorträge und hat dann auch gleich Zutritt zur neuen Ausstellung "Lesbisches Sehen".

Warum sollten uns diese Themen heute interessieren? Gibt es aktuelle Bezüge?

Ja, die gibt es. In Nellos Vortrag zu den Themen "Abtreibung" und "körperliche Selbstbestimmung" denken wir beispielsweise an das Urteil gegen die Gießener Ärztin Kristina Hänel vom vergangenen Jahr, die eine Geldstrafe entrichten musste, weil sie auf ihrer Internetseite über Schwangerschaftsabbrüche aufklärte und damit laut der juristischen Instanz gegen den Paragrafen 219 verstieß. In Lisas Vortrag erfahren wir, dass die Debatte um Butch- und Femme-Lesben schon seit vielen Jahren geführt wird und woher sie kommt. Darüber hinaus ist auch Rassismus (siehe Katharinas Vortrag) ein Dauerbrenner. In Giselas Vortrag erfahren wir von der Arbeiterinnenbewegung und können vielleicht sogar Bezüge herstellen zum Kampf um die Ehe für (fast) alle, weil es in beiden Fällen um eine Art rechtliche Gleichstellung geht.

Nach welchen Kriterien habt ihr die Referent*innen ausgesucht?

Feste Kriterien hat es nicht gegeben. Wichtig war uns beispielsweise, dass die angefragten Personen in oder nicht weit von Berlin wohnen, da wir für dieses eintägige Symposium auf eine Planungssicherheit angewiesen waren. Uns war wichtig, dass marginalisierte Positionen vertreten sind, weswegen Katharina – Mitbegründerin und Leiterin des interkulturellen Berliner Netzwerks Joliba e.V. – ein großer Gewinn für uns ist. Für das Symposium konnten wir übrigens Joliba als Kooperationspartner*in ins Boot holen. Als Schwules Museum sind uns natürlich auch queere Themen wichtig, sodass das übergreifende Thema "Lesben in der Frauen*bewegung", vertreten durch Lisas Vortrag, auch ein großer Gewinn ist. Der Bezug zu proletarischen Kämpfen in Giselas Vortrag ruft uns in Erinnerung, dass solidarische Bündnisse auch über Klassenunterschiede hinweg – und nicht nur mit Blick auf die Zugehörigkeit zu sexuellen Minderheiten – erstrebenswert sind. Schließlich orientierten wir uns auch anhand von Themen, sodass Nellos Vortrag auch einen Gewinn für uns darstellt. Nicht zuletzt veröffentlichte er im letzten Jahr einen Artikel im Sammelband "Wege zum Nein: Emanzipative Sexualitäten und queer-feministische Visionen", in welchem sich die Autor*innen mit körperlicher Selbstbestimmung in allen ihren Facetten auseinandersetzen.

Was hat das Symposium mit dem "Queer History Month" (QHM) zu tun?

Der QHM findet alljährlich statt und ist ein Angebot an Schulen und Jugendeinrichtungen, kleine Projekte zu queerer Geschichte, Lebensweisen von LSBTIQ*, Antidiskriminierung und Diversity durchzuführen. In diesem Rahmen finden auch verschiedene Veranstaltungen statt, darunter unser Symposium. Beteiligt am QHM ist auch die 2016 gegründete Initiative "Museen Queeren Berlin", zu deren Partner*innen auch das Schwule Museum gehört.

Wird deiner Meinung nach durch das Symposium und das JdF das Schwule Museum gequeert?

Das Schwule Museum war schon immer queer, auch wenn es durch seine Ausstellungen und Veranstaltungen nicht immer das gesamte Spektrum von "queer" abgebildet hat. Man kann natürlich darüber streiten, ob das Museum sich des gesamten Spektrums von "queer" überhaupt annehmen muss. Ich selber glaube, dass diese Erweiterung der Perspektive keinen Verlust für das Museum bedeuten muss, denn die Angebote, Themen und das Publikum des Schwulen Museums zu erweitern, kann man doch als etwas Erstrebenswertes ansehen. Dass das Schwule Museum ein "Jahr der Frau_en" ausruft und ein Symposium zur Geschichte der Frauen*bewegung abhält, ist vor diesem Hintergrund durchaus ein Queeren des Hauses, was ich definitiv auch als eine Chance für das Haus sehe.

Was wünschst du dir vom Symposium?

Abgesehen davon, dass ich gerne etwas über die feministische Bewegungsgeschichte lernen möchte, wünsche ich mir anregende Gespräche und Diskussionen unter den Teilnehmenden und Vortragenden, ein buntes Publikum, einen gefüllten Saal und eine respektvolle Atmosphäre. Wir wollen auch einen Raum für Menschen schaffen, die sich durch in der Vergangenheit wie auch in der Gegenwart geführte Kämpfe zu eigenem Handeln inspirieren lassen möchten. Vielleicht lernen sich sogar einige Teilnehmende kennen und wollen soziale oder politische Allianzen bilden. Wir wünschen uns aber auch mehr Solidarität unter allen Queers und Nichtqueers, über jegliche Geschlechter, Begehrensformen, Klassenunterschiede und Lebensentwürfe hinweg. Dass ein Frauen*bewegungs-Symposium in den Räumlichkeiten des Schwulen Museums stattfindet, ist schon mal ein Schritt in diese Richtung.

Infos zur Veranstaltung

Das Symposium zur Geschichte der Frauen*bewegung findet am Samstag, den 26. Mai 2018 von 14-20 Uhr im Schwulen Museum, Lützowstraße 73 in 10785 Berlin-Tiergarten statt. Vier Vorträge stehen auf dem Programm: 14 Uhr, Dr. Gisela Notz, 100 Jahre Frauenwahlrecht in Deutschland. 15:30 Uhr, Nello Fragner, Körperliche Selbstbestimmung: Themen und Kämpfe in der deutschen Frauenbewegung in den 1970ern/1980ern. 17 Uhr, Katharina Oguntoye, Rassismus und die deutschen Frauenbewegung in den 1980er und 1990er-Jahren. Persönliche Erinnerung einer Aktivistin. 18:30 Uhr, Lisa Weinberg, Lesbian Sex Wars auf Deutsch? Lesben in der Frauenbewegung und die Diskussionen über Sexualität und Butch/Femme in den 80er- und 90er-Jahren. Die Teilnahme kostet regulär 7,50 € und ermäßigt 4 €, womit auch der Zugang zu den Ausstellungsräumen abgegolten ist.


#1 vulkansturmAnonym
  • 20.05.2018, 09:38h
  • Diese inflationäre Verwendung des Gendersternchens nervt einfach nur. Wozu muss man in das Wort "Frauenbewegung" ein Sternchen einfügen? Was man damit ausdrücken will, erschliesst sich mir bei bestem Willen nicht. Dazu gibt es in diesem Text gleich drei Varianten: "Frauen*Bewegung", "Frauen*bewegung" und unten in der Info Box auch ganz herkömmlich "Frauenbewegung". Auch ist mir rätselhaft, was man ausdrücken, wenn man aus Transpersonen Trans*Personen macht.
    Dazu noch so schreckliche Schreibweisen wie "Jahr der Frau_en". Kann man sich nicht einfach entscheiden zwischen "Jahr der Frau" und "Jahr der Frauen"?
    Sicher ist Sprache ein kreativer Prozess und verändert sich, aber ein Verb wie "Queeren" zu erfinden, ist doch ein ziemlich fragwürdiger Fortschritt.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 qwertyAnonym
#3 steffdaAnonym
  • 20.05.2018, 12:29h
  • ..weiter zur Gender-Meckerei:

    "Wir feiern dieses Jahr das 100-jährige Jubiläum des Frauen*wahlrechts in Deutschland..."
    Nein! Vor einhundert Jahren wurd da Wahlrecht für Frauen eingeführt; auch war da noch nix mit gendern. Also: "Frauenwahlrecht".

    Das "*" drückt Vielfalt zwischen der rein weiblichen und rein männlichen Form aus. Z.B. bei "Lehrer*innen". Welhe Vielfalt zwischen Frau und Wahlrecht drückt es bei "Frauen*wahlrecht" aus?

    Zum Gender-Gap:
    Zunächst ist es genau das: ein Gap, eine Lücke.
    Wer will so angesprochen/wahrgenommen werden? ... als Lücke?

    Auch hier in dem Konstrukt "Frau_en". Was genau soll ausgedrückt werden mit einem Gender-Gap zwischen der Einzahl und der Mehrzahl des Wortes "Frau"?

    Und zu guter Letzt: Bitte, bitte einigt euch auf eine Schreibweise. Wenn Texte unleserlich werden tranportiert ihr auch nicht eure Ideen.
  • Antworten » | Direktlink »
#4 Petrus48Anonym
  • 20.05.2018, 12:53h
  • Antwort auf #3 von steffda
  • Also ich befürworte Feminismus, das ist keine Frage, und finde es gut, das beispielsweise nunmehr 30 Prozent der DAX-Aktienaufsichtsräte von Frauen besetzt sind, wei ldies dort eine gesetzliche Frauenquote vorschreibt. Bei den DAX-Vorständen ist dort noch viel Nachholbedarf.

    ABER ich finde es weniger gut, wenn die Themen des Feminismus auf den LSBTI-Themenforderungskatalog draufgesattelt werden bzw dort "eingebaut" werden.

    Es gibt bereits ausreichend viele Feminismusaktionen, Feminismusvereine, Ferminismuslehrstühle und Feministinnen, die dieses Thema vorantreiben und zum Schwerpunkt haben.

    Es gibt aber kaum Vereine, NGOs mit Schwerpunkt LSBTI-Rechte und das "Schwule Museum" hat regelrecht in Deutschland ein Alleinstellungsmerkmal und gibt es sonst nirgendwo in Deutschland.

    Ich bin nicht der Meinung, dass Feminismusthemen von LSBTI-Vereinen oder dem Schwulen Museum zum Thema gemacht werden sollten, weil dadurch die Kernforderungen der LSBTI-Themen geschwächt werden und in den Hintergrund geraten (Artikel 3 GG-Reform, Erlaubnis der Leihmutterschaft, Reform des Abstammungsrecht, Abschaffung der Kirchenklausel im AGG, einige Bundesländer haben noch nicht ihre Bildungs- und Lehrpläne reformiert, Reform des Transsexuellengesetz).

    Diese Hineindrängen von Feminismusthemen schwächt die Arbeit und die Thematisierung der LSBTI-Themen, weil schlichtweg die Personenzahl der Aktivisten, der Finanzen und Vereine sehr begrenzt im LSBTI-Sektor ist.

    Und nocheinmal, um nicht missverstanden zu werden, ich finde Feminismus und die Genderdebatte gut und richtig, aber es sind nunmal keine LSBTI-Themen. Genausogut könnte das Schwule Museum eine Ausstellung zur Atomkraft und Atomausstieg machen, das gehört dort aber nicht thematisiert.

    Lesben in der LSBTI-Szene sollte nicht den Fehler machen, die Genderdebatte zum Thema der LSBTI-Forderungen zu machen, weil es die anderen Forderungen schwächt: Personal und Finanzen für Projekte sind begrenzt !
  • Antworten » | Direktlink »
#6 von_hinten_genommenAnonym
  • 20.05.2018, 14:18h
  • Dieser Artikel wurde offensichtlich von jemandem geschrieben, der sich damit schwer tut, über seinen eigenen Tellerrand zu schauen.
    Oh ja, die LSBTTIQ sollte sich in den Zeiten wie jetzt mehr denn je als Ganzes betrachten. Spaltung innerhalb der Community sehe ich nicht als vorteilhaft.
  • Antworten » | Direktlink »
#7 GabrielAnonym
  • 20.05.2018, 14:58h
  • Antwort auf #4 von Petrus48
  • Gott sei Dank, jetzt dürfen wir heiraten! Nur blöd, dass wir dank Lohnungleichheit beide nicht genug zum Überleben verdienen.

    Lesbische Frauen sind nicht an einem Tag lesbisch und am nächsten Tag Frauen. Freuen Sie sich, Herr Petrus, dass Sie nur eine Ihrer Identitäten kämpfen müssen. Aber erwarten Sie bitte nicht, dass sich andere nur für Ihre Sache einsetzen.
  • Antworten » | Direktlink »
#8 von_hinten_genommenAnonym
  • 20.05.2018, 15:44h
  • Antwort auf #4 von Petrus48
  • ... sind nun mal keine LSBTTIQ Themen."

    Was?
    Hier nochmal zur Erklärung, was LSBTTIQ bedeutet:

    L = Lesbisch
    S = Schwul
    B = Bi
    T = Transsexuell
    T = Transgender
    I = Inter
    Q = Queer

    Das sind keine Obstsorten und keine technischen Daten. Das gehört zu einigen Menschen. Was Menschen sind, weißt du hoffentlich. Insofern lässt sich das nicht abkoppeln von anderen Aspekten der Persönlichkeit.
    Feminismus, die Genderdebatte und Heteronormativismus sind drei ganz wichtige Themen, die uns täglich beeinflussen! Oder kennst du es nicht, dass von Frauen immer noch erwartet wird, Kinder auf die Welt zu bringen und den Haushalt zu meistern, während von den Männern erwartet wird, Kinder zu zeugen und die Familie zu ernähren. (?) Das wird der Gesellschaft doch förmlich übergestülpt. Und wehe jemand weicht davon ab.

    Das ist doch ein Teil unserer Arbeit, dass wir darauf hinweisen, dass jede/r ihr/sein individuelles Leben hat und man Menschen in ihrer Vielfalt nicht nur in zwei Töpfe werfen kann. Wir können uns selbstverständlich NICHT aus dieser Debatte heraushalten, sondern wir GEHÖREN DAZU! Wir machen die Vielfalt deutlich: die Vielfalt der LSBTTIQ und die Vielfalt auch der Heteros. Was bedeutet Mann sein für ein Hetero-Mann und was bedeutet es für einen schwulen Mann. Was bedeutet Mann oder Frau sein für eine transsexuelle Person. Selbstverständlich ist das auch unser Thema.

    Emanzipation bedeutet auch die Emanzipation der Männer. Menschen sind keine Gegenstände, die sich voneinander trennen lassen. Wer es versucht, scheitert, wenn es um den Fortschritt und um die Verbesserung der LSBTTIQ geht. Es gibt bereits leider ein Teil ("Demo für alle"), die sich davon abkoppeln wollen. Was erhalten sie als Antwort: sie werden zum Glück kritisiert und ihre Äußerungen erhalten wenig bis keine Zustimmung, zum Glück.

    Wenn jeder einzelne möchte, dass es ihr/ihm besser geht und eine höhere Lebensqualität wünscht, geht das nur gemeinsam. Die gesamte LSBTTIQ zusammen mit den Heteros, die uns unterstützen und die verstehen, dass unsere Entwicklung ihre Entwicklung bedeutet. Wenn es uns besser geht, wird es automatisch auch den Heteros besser gehen.

    Ich frage mich allerdings schon, wie lange es dauert bis das alle mal verstanden haben.
  • Antworten » | Direktlink »
#9 daVinci6667
  • 20.05.2018, 16:03h
  • Es wäre höchste Zeit für eine Männerbewegung!

    Natürlich haben Frauen in vielen Bereichen die Gleichberechtigung noch nicht erreicht. Doch wir Männer eben auch nicht!

    Ja, Männer werden auch unterdrückt und Jungs in Schulen für weniger Förderungswürdig gehalten. Mädchen und Frauen werden gehätschelt und wir Jungs und Männer können sehen wo wir bleiben. Geht ein Schiff mit zuwenig Rettungsbooten unter kommen Kinder und Frauen auf Rettungsboot und Männer dürfen ersaufen... Mädchen dürfen nicht beschnitten werden, Jungs hingegen haben kein Recht auf körperliche Unversehrtheit, Männer müssen länger arbeiten, werden dafür mit früherem Ableben belohnt usw. usf
  • Antworten » | Direktlink »
#10 ursus
  • 20.05.2018, 16:28h
  • Antwort auf #9 von daVinci6667
  • meiner ansicht nach beruht die größte freiheitseinschränkung, unter der männer leiden, darin, auf gar keinen fall in irgendeiner weise "weiblich" sein zu dürfen. ich halte das auch für den eigentlichen, tiefsten kern von homophobie, weshalb ich der these absolut zustimme, dass feminismus (im sinne der überwindung jeder abwertung von "weiblichkeit") auch das ding der schwulen sein sollte.

    es gab ja in den achtzigern mal sowas wie eine männerbewegung, die genau das auch zum thema machte. vielleicht hat sich in dieser zeit sogar was verändert.

    wenn sich männer heute mal gemeinsam "bewegen", dann kommt dabei leider meistens nur hysterische täter-opfer-umkehr, reaktionärer sexismus und peinliches mimimi raus.

    kennst du aktivisten bzw. gruppen, die sich um männerrechte kümmern, ohne dabei gleichzeitig misogyn aufzutreten?

    ich glaube, wenn es gelingen soll, männer von der einschränkenden, schädlichen, bisweilen "toxischen" männlichen norm zu befreien (und meines erachtens können wir erst dann auch über das ende von schwulenfeindlichkeit nachdenken), dann wird das nur in kombination mit dem feminismus funktionieren.
  • Antworten » | Direktlink »