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Erster schwuler Sieger

Adam Rippon gewinnt "Let's Dance" USA

Der olympische Medaillengewinner ist der Sieger der neuesten "Dancing with the Stars"-Ausgabe. Der offen schwule Eiskunstläufer tanzte allerdings mit einer Frau.


Adam Rippon in einer PR-Pose für seinen Auftritt bei "Dancing with the Stars" (Bild: American Broadcasting Company)

Adam Rippon konnte die 26. Staffel der US-Realityserie "Dancing with the Stars" gewinnen. In der vierteiligen Sendung, an der nur Sportstars teilnahmen, erreichte der amerikanische Eiskunstläufer mit Profitänzerin Jenna Johnson am Montagabend die meisten Publikumsstimmen. Auf dem zweiten Platz der ABC-Show landeten mit gleicher Punktzahl NFL-Spieler Josh Norman mit seiner Partnerin Sharna Burgess und die ehemalige Eiskunstläuferin Tonya Harding mit ihrem Partner Sasha Farber.

Direktlink | Das war der Siegerlauf von Adam Rippon und Jenna Johnson

Rippon ist der erste offen schwule Promi, der die US-Version von "Let's Dance" gewinnen konnte. Der jetzt 28-Jährige hatte sich 2015 als schwul geoutet (queer.de berichtete). Für Schlagzeilen über sein Heimatland hinaus sorgte er vor wenigen Monaten bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang, als er Vizepräsident Mike Pence, der auch Chef der US-Olympiadelegation war, wegen dessen homophober Haltung angriff. Auch wegen seines Gewinns der Bronzemedaille stieg Rippon zu einem der bekanntesten amerikanischen Wintersportler auf, der auch gerne einen Einblick in sein Privatleben erlaubt: Vergangenen Monat stellte er seinen Freund vor, den aus Finnland stammenden Immobilienhändler Jussi-Pekka Kajaala (queer.de berichtete).

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Kein männlicher Partner für Rippon

Anders als von vielen gehofft trat Rippon allerdings bei "Dancing with the Stars" nicht mit einem männlichen Tänzer auf. In der US-Version der Tanzshow gab es – wie auch in der deutschen Version – noch nie ein gleichgeschlechtliches Tanzpaar.

Ganz anders sah es in Österreich aus: In "Dancing Stars", der ORF-Version der Show, tanzte bereits 2011 der schwule Schauspieler und Moderator Alfons Haider mit einem Mann (queer.de berichtete). Bei zwölf teilnehmenden Paaren erreichten die beiden Männer Platz vier. Haiders Auftritt führte im konservativen Land zu einer homophoben Gegenreaktion. So zeigten sich auch Promis wie der frühere Rennfahrer Niki Lauda und der Ex-Fußballer Toni Polster empört über das tanzende Männerpaar. (dk)

Twitter / Adaripp | Adam Rippon und seine Tanzpartnerin Jenna Johnson



#1 Ith_Anonym
  • 22.05.2018, 16:43h
  • Falls es zum Regelwerk gehört, dass der Mann als Sieger zählt und die andere beteiligte Person eher das Beiwerk, dürfte klar sein, wieso es nur einen Mann pro Paar geben darf: Weil es demjenigen gegenüber eine Herabsetzung wäre, der zum Partner degradiert würde, und man der Presse wohl nicht zumuten kann, das erst auswürfeln zu müssen.
    Mit Männern macht man sowas schließlich nicht.
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#2 ursus
  • 22.05.2018, 17:06h
  • Antwort auf #1 von Ith_
  • ich schäme mich ein bisschen dafür, das zu wissen, aber gewinner_in ist nicht immer der mann, sondern immer der_die prominente. zweiter teil des paars ist immer ein_e profitänzer_in, und der_die "gelten nicht".
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#3 StrottiAnonym
  • 22.05.2018, 17:09h
  • Antwort auf #1 von Ith_
  • In dem Fall steht wohl eher der jeweilige Promi des Paars im Vordergrund, also im Fall von Rippon der Mann, bei Tonya Harding die Frau. Das ist dann unabhängig vom Geschlecht des Partners/der Partnerin.
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#4 Patroklos
  • 22.05.2018, 21:20h
  • Ich finde es super, daß er die Unterhaltungsshow gewonnen hat und das auch zurecht! Schade nur, daß Thomas Herrmanns vergangene Woche nach seinen unterhaltsamen beiden Auftritten (er wurde von Ingolf Lück gebusselt) ausgeschieden ist:

    www.rtl.de/cms/sendungen/lets-dance/videos.html

    Und das war nicht die erste Fehlentscheidung bei dieser Staffel!
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#5 Ith_Anonym
  • 22.05.2018, 22:19h
  • Na, wenn ihr meint.
    Ich fand es halt einfach schon bei der Überschrift seltsam, wie eine Einzelperson einen Wettbewerb gewinnen können soll, bei dem man als Paar antritt.

    Schämen brauchste dich da doch nicht für @ursus, das klingt ja gerade, als wär's verboten, sowas zu gucken ^^ Mich erinnert's halt immer bloß daran, wie ich nach Abschluss des ADTV-Programms nicht weiter tanzen konnte, weil: Gefangen in der Zuweisung zur Damenrolle, und ohne festen Partner = keine Chance auf Weiterlernen im Tanzverein.
    Insofern schwingt bei mir irgendwie immer mit, dass die Dame im Tanzen der Mensch zweiter Klasse ist. Für die Herren war eine Mitgliedschaft und Weiterkommen nie ein Problem, denn williges Weibsvolk gibt's ja genug.
    Nicht, dass die mich da in dem Sinne diskriminiert hätten, an Outing war zu dem Zeitpunkt für mich selbst nicht zu denken, auch wenn ich schon immer die Herrenrolle getanzt habe und tanzen wollte, wenn sich die Möglichkeit bot. Aber es war mal wieder so eine Erfahrung der Art, jemand sein zu sollen, der man nicht ist - in dem Fall wie ein Mädchen aussehen zu sollen, um irgendeinen Hetero-Typ dafür zu begeistern, mit mir zu tanzen.

    In Kursen konnte man btw schon auch als gleichgeschlechtliches Paar tanzen. Aber es war klar, dass sowas immer nur mal zum Spaß in Ordnung ist, und nie im Hinblick auf "ernsthaftes" Weiterkommen über Turniere etc.
    Wahrscheinlich hab ich also nichtmal viel verpasst. Aber einen bitteren Nachgeschmack hat's hinterlassen, irgendwie.
    Und ich frage mich schon, ob man bei einem Paarwettbewerb so selbstverständlich nur einen Teil eines Paars zum Sieger erklären würde, wenn man mal die Erfahrung gemacht hätte, was man als Frau im Tanzen wert ist, bei gleichem Arbeitsaufwand - nämlich meistens ziemlich viel weniger als der Kerl.

    Ihr habt wahrscheinlich recht, dass das hier einfach eine Frage der Struktur ist. MIr ist nur spontan keine vergleichbare Überschrift eingefallen, in der bei sowas der Mann derart marginalisiert worden wäre. Will aber nicht ausschließen, dass es das schon gegeben haben könnte, und fände es in dem Fall übrigens genauso ungerecht.
    Naja, Tanzsport eben. Eine dieser Bastionen des Sexismus, bei der ich nicht glaube, dass es für sowas wie mich da jemals einen wirklichen Platz geben wird. Und wahrscheinlich würde ich das sogar so sehen, wenn ich nichtmal trans* wäre, sondern bloß schwul.
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#6 ursus
#7 Ith_Anonym
  • 23.05.2018, 07:03h
  • Antwort auf #6 von ursus
  • Danke für den Versuch, aber die Kombi Männer + Tanzen schießt's bei mir einfach zu sehr ab mit Dingen, die ich gern hätte, und die's für jemanden wie mich aber einfach nicht geben kann.
    Das Problem war ja damals schon, dass die Kerle mit nem Mädchen tanzen wollten, das wie ein Mädchen aussieht. Heutzutage fängt die reale Hürde dagegen schon bei der Befürchtung an, dass es gegenderte Umkleiden geben könnte.

    Choreographien-Tanzen war damals so mein Ausweg, weil man dafür keinen Partner braucht. Aber für Erwachsene gibt's das selten, und schon gar nicht, wenn man ein paar Jahre raus ist, und bei Weitem nicht hübsch und sportlich genug für Wettbewerbs-Niveau.
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#8 andreAnonym
  • 23.05.2018, 07:22h
  • Leichtes Spiel für Ihn. Als Eiskunstläufer, hat er die Schritte schon drauf bzw es fällt Ihm extrem leicht.
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#9 MoritzMalzahnAnonym
#10 ursus
  • 23.05.2018, 13:33h
  • Antwort auf #7 von Ith_
  • war nett gemeint. du hast natürlich recht, dass ein großer teil des tanzsports eine heteronormative bastion ist. ich wollte nur zeigen, dass das glücklicherweise nicht mehr für den gesamten tanzsport gilt.

    allerdings lese ich gerade, dass auch der queere tanzsport nicht frei von fragwürdigen normierungstendenzen ist, da wird gerade über den zwang zum führungswechsel diskutiert:

    www.spiegel.de/sport/sonst/tanzsport-equality-tanz-wer-fuehr
    t-a-1208808.html


    vielleicht gehen ja freude am tanzen und sport generell nicht so hundertprozentig zusammen.
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