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"Homophobie existiert nicht"

Kardinal Müller vergleicht LGBTI-Aktivisten mit Nazis und Kommunisten

Nach Ansicht des früheren Chefs der vatikanischen Glaubenskongregation gibt es Homo-Hass schlicht nicht. Das Konzept der Homophobie sei vielmehr eine marxistische Idee von LGBTI-Aktivisten, um Christen zu gängeln.


Gerhard Ludwig Kardinal Müller bei der Beisetzung von Joachim Kardinal Meisner im vergangenen Jahr in Köln (Bild: Elke Wetzig / wikipedia)

Gerhard Ludwig Kardinal Müller hat vergangene Woche in einem Interview mit der italienischen Bloggerin Costanza Miriano bestritten, dass Homophobie existiere. Vielmehr handle es sich dabei um eine totalitäre Erfindung: "Homophobie ist ein Betrug, der dazu dient, die Leute zu bedrohen", behauptete der 70-jährige Deutsche. Natürlich versuche die Kirche "mit der Gnade Gottes" auch all jene Menschen zu lieben, die sich vom gleichen Geschlecht angezogen fühlten. "Es muss aber klar sein, dass lieben nicht heißt, der Gender-Propaganda (Italienisch: 'propaganda genderista') zu gehorchen".

Laut Müller sei Homophobie "eindeutig eine Erfindung und ein Instrument der totalitären Dominanz über das Denken anderer". Er warf Aktivisten für die Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben vor, ein wissenschaftlich nicht haltbares Konzept von Homophobie als Unterdrückungsinstrument eingeführt zu haben: "Der homosexuellen Bewegung ('movimento omosessualista') fehlen die wissenschaftlichen Argumente, weshalb sie eine Ideologie konstruiert hat, die herrschen will, indem sie sich ihre eigene Wirklichkeit konstruiert. Es ist das marxistische Schema, laut dem nicht die Wirklichkeit das Denken schafft, sondern das Denken sich die Wirklichkeit", so Müller.

Daraufhin zog der katholische Würdenträger eine Parallele zwischen LGBTI-Aktivisten und den nationalsozialistischen und kommunistischen Diktaturen des 20. Jahrhunderts: "Wer diese konstruierte Wirklichkeit nicht akzeptiert, ist als krank zu betrachten. Es ist so, als könnte man mit der Polizei oder mit Gerichten auf eine Krankheit einwirken. In der Sowjetunion wurden Christen in psychiatrische Kliniken gesperrt. Das sind die Mittel der totalitären Regime, des Nationalsozialismus und des Kommunismus. Dasselbe widerfährt heute in Nordkorea jenen, die nicht das vorherrschende Denken akzeptieren."

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Müller: Papst ist der gleichen Ansicht

Anlass für das Interview war der Internationale Tag gegen Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie (IDAHOBIT), der am letzten Donnerstag wie an jedem 17. Mai der letzten Jahre begangen wurde; in mehreren Ländern wurden Aktivisten dabei von Homo-Hassern – teilweise mit christlichem Hintergrund – angegriffen (queer.de berichtete). Müller beharrte auch darauf, dass Papst Franziskus seiner Meinung sei – zwar werde der Papst immer wieder mit seiner "Wer bin ich, um zu urteilen?"-Aussage zitiert, aber: "Der Papst hat dasselbe gesagt, was im Katechismus steht: Jede Person verdient Respekt, weil sie ein Ebenbild Gottes ist, und weil wir für keinen Zweck Menschen missbrauchen dürfen. Zugleich sprach Franziskus aber auch von der Homo-Lobby ('lobby gay')."

Kurz nach den Aussagen Müllers sorgte der Papst allerdings mit einer angeblich weiteren homofreundlichen Äußerung für Schlagzeilen. Wie am Wochenende bekannt wurde, soll der Pontifex einem schwulen Mann in einem privaten Treffen gesagt haben: "Dass du schwul bist, spielt keine Rolle" (queer.de berichtete). Für diese Aussage gibt es keine Bestätigung des Vatikans.

Müller war von 2012 bis 2017 Chef der katholischen Glaubenskongregation – und gehörte damit zu den mächtigsten Männern in der katholischen Hierarchie. Seine Aufgabe war es, die Glaubens- und Sittenlehre in der Kirche festzulegen. Zuvor war Müller zehn Jahre lang Bischof in Regensburg gewesen.

In den letzten Jahren hatte Müller wiederholt Schwule und Lesben attackiert: So bewertete er 2014 ausgelebte Homosexualität als "nicht akzeptabel" (queer.de berichtete). In einem Buch bezeichnete er die "sündigen Verhältnisse" von Lesben und Schwulen gar als "pervers" (queer.de berichtete). Die Ehe für alle ist für ihn zudem eine "Diskriminierung des Ehebundes von Mann und Frau" (queer.de berichtete).

Bereits 2010 verglich Müller die Medien mit den Nazis

Mit Nazi-Vergleichen ist Müller nicht zimperlich: So hatte er 2010 als Regensburger Bischof laut dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" angesichts von Berichten über den katholischen Missbrauchsskandal den Medien vorgeworfen, sie betrieben eine "Kampagne gegen die Kirche" wie in Zeiten des Nationalsozialmus.

An dem Thema Kindesmissbrauch selbst zeigte sich Müller offenbar nicht besonders interessiert: Im vergangenen Jahr wurde dem Würdenträger in einem Sonderbericht vorgeworfen, die Aufklärung des sexuellen Missbrauchs durch Pfarrer während seiner Zeit als Bischof behindert zu haben (queer.de berichtete). (dk)



#1 SignAnonym
  • 23.05.2018, 12:40h
  • Ein Mann im weißen Rock mit rotem Mützchen auf dem Kopf, der glaubt dass Gottes Sohn mittels unbefleckter Empfängnis auf die Welt kam, über Wasser wandelte, sich ans Kreuz nageln lies und anschließend in den Himmel aufstieg, versucht wissenschaftlich zu argumentieren. Viel Glück.
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#2 schwarzerkater
  • 23.05.2018, 12:48h
  • hahahahaha ... der arme herr müller, scheinbar hat er nun ganz den verstand verloren.
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#3 MaxiAnonym
  • 23.05.2018, 12:55h
  • Mit der Realität haben es diese Märchenonkel nicht.

    Denn was sonst, wenn nicht Homo- und Transphobie sorgt für Mobbing und Gewalt? Tagtäglich.

    Und der Hammer ist die Aussage mit den "Christen gängeln". Wer gängelt denn hier wen?

    Von mir aus können die gerne ihre okkulten Riten durchführen, sich selbst geißeln, auf Sex und andere Grundbedürfnisse verzichten, oder was die sonst noch gerne tun. Aber sie sollen aufhören, sich in Politik einzumischen und Menschen aufzuwiegeln. Gerade bei dem, was die auf dem Kerbholz haben, sollten die lieber ganz still sein und sich keine moralischen Urteile über andere erlauben.

    Gegen Hassprediger hilft nur eines:

    www.kirchenaustritt.de/
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#4 Homonklin44Profil
  • 23.05.2018, 12:59hTauroa Point
  • ""Es ist das marxistische Schema, laut dem nicht die Wirklichkeit das Denken schafft, sondern das Denken sich die Wirklichkeit", so Müller. ""

    Das ist sehr faszinierend, dass er LGBTIQ* so zu denken vorwirft, aber gleichzeitig mit dem blinden Fleck verkennt, dass die katholische Kirche solches Denken selber und wie selbstverständlich praktiziert.

    Denn sie schaffen mit ihrem Denken eine konstruierte Realität, die mit der Wirklichkeit nicht vereinbar ist.
    Insbesondere auch im Umgang mit sexuellem Kindesmissbrauch innerhalb der RKK und den dort wirksamen, mafiösen, pädophil getränkten Strukturen, die Vertuschung, Verdrängung und Ableugnung fördern.

    ""Wer diese konstruierte Wirklichkeit nicht akzeptiert, ist als krank zu betrachten. Es ist so, als könnte man mit der Polizei oder mit Gerichten auf eine Krankheit einwirken. In der Sowjetunion wurden Christen in psychiatrische Kliniken gesperrt. Das sind die Mittel der totalitären Regime, des Nationalsozialismus und des Kommunismus. Dasselbe widerfährt heute in Nordkorea jenen, die nicht das vorherrschende Denken akzeptieren.""

    Ja sehen Sie, so ist es uns LGBTIQ*-Personen aus der Regie Ihrer "Kirche" seit Jahrhunderten zugemutet worden, wir wurden als "krank" (v)erachtet, und es wurde versucht, aus kirchlichen Gerichten auf unsere Natur einzuwirken, indem man diese Verachtung immer und immer wieder wiederholt hat. In der Sowjetunion ( heute reduziert Russland) werden LGBTIQ*-Personen in psycvhiatrische Kliniken und Gefängnisse gesperrt. Das sind die Mittel eines Regimes mit totalitärem Anspruch, das die RKK unter anderen abbildet. Die Parallelen zum Nationalsozialismus bzw. den Verzerrungen eines bösartigen Kommunismus sind zur RKK vergleichbar vorhanden. Nordkorea mal weggelassen, aber fällt Ihnen da Vertrautes auf?

    ""So hatte er 2010 als Regensburger Bischof laut dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" angesichts von Berichten über den katholischen Missbrauchsskandal den Medien vorgeworfen, sie betrieben eine "Kampagne gegen die Kirche" wie in Zeiten des Nationalsozialmus.""

    Dass die RKK diese "Kampagne" nicht aus Scham und Schuldgefühl selbst betreibt, zu ihren Verfehlungen steht und nicht die lückenlose Aufklärung der Hunderttausende übertreffenden Fälle von Missbrauch weltweit anstrebt, ist doch die eigentliche Schande für dieses Kollektiv von Heuchlern und Konstrukteuren irrealer Illusionen. Aber das passiert dann, wenn das Denken versucht, die Wirklichkeit zu erschaffen.

    Eines Tages schwappt die Wirklichkeit zurück und die Konstruktion, das Kartenhaus, bricht zusammen. All die einst missbrauchten und eingeschüchterten Kinder sind erwachsen geworden, und fürchten die Märchenfigur "Gott" nicht länger. Die konstruierte Wirklichkeit schützt keine Kirche mehr.

    Vielleicht wird es Zeit, sich der WAHRHEIT im Spiegel zu stellen, liebe Rotkäppchen.

    Danach kann man gern aushandeln, ob es schlimmer ist, homosexuell im Konsens zu lieben, oder Schutzbefohlene mangels Rückgrat und Anstand und mit dem Defizit an grundlegender Menschlichkeit oder Selbstbeherrschung in die Hosen zu fassen.
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#5 matsAnonym
  • 23.05.2018, 12:59h
  • "Eine neue wissenschaftliche Wahrheit pflegt sich nicht in der Weise durchzusetzen, daß ihre Gegner überzeugt werden und sich als belehrt erklären, sondern vielmehr dadurch, daß ihre Gegner allmählich aussterben und daß die heranwachsende Generation von vornherein mit der Wahrheit vertraut gemacht ist."

    Max Planck im Jahr 1948
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#6 goddamn liberalAnonym
  • 23.05.2018, 13:06h
  • Der menschenfeindliche Herr Müller lebt in einem faktenfreien asozialen wie moralfreien Paralelluniversum.

    Fakt ist: Unsereiner wurde sowohl von Nazis, Stalinisten als auch vom gutkatholischen Klerikal-Faschisten Franco verfolgt und vernichtet. All diese Regime bezeichnet man als totalitaristisch.

    Nachdem Herr Müller seines Postens enthoben wurde, scheinen bei ihm die letzten Sicherungen durchgebrannt zu sein.
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#7 PeerAnonym
  • 23.05.2018, 13:13h
  • Ausgerechnet die größten Faschisten und Nazi-Kolaborateure vergleichen liebende Menschen mit Nazis.

    Ist das nur Beleg für deren Wahnsinn? Oder wollen die nur von den Verbrechen ihrer Kinderschänder-Sekte ablenken?

    So oder so wird es höchste Zeit, denen mal klar zu machen, dass auch sie nicht über dem Gesetz stehen. Dieser Typ gehört wegen Volksverhetzung verurteilt und seines Amts enthoben.
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#8 TaktikAnonym
  • 23.05.2018, 13:21h
  • Das einzige was die Hetzer der Katholiban können, ist Hass zu schüren.

    Die sind dermaßen von ihrem Hass zerfressen und ihrem Wahn verfallen , dass sie jeglichen Bezug zur Realität verloren haben.

    Die schüren ganz bewusst Hass, um so ihre Schäfchen auf Linie zu halten und so Macht und Einkommen ihres Konzerns zu sichern.
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#9 userer
  • 23.05.2018, 13:41h
  • Antwort auf #5 von mats
  • Das von dir gebrachte Planck-Zitat ist für mich so schlüssig wie frustrierend - frustrierend wegen der hohen Lebenserwartung dieser Religionsführer, die staatlich finanziert den lieben langen Tag mit Nichtstun, Völlerei und bester Gesundheitsvorsorge auf Kosten der von ihnen verachteten und unterdrückten Allgemeinheit verbringen können.
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#10 TimonAnonym
  • 23.05.2018, 13:44h
  • Das beweist wieder mal, dass die fürs Marketing gerne was von Güte und Barmherzigkeit faseln, aber in Wirklichkeit geht es nur um eine Ideologie des Hasses, der Bevormundung und der Unterdrückung.

    Das ist deren Geschäftsmodell und so nehmen die schon seit Jahrhunderten die Menschen aus.

    "Religion ist das Asyl der Dummen."
    (Spinoza)
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