https://queer.de/?31222
GLAAD-Index
"Alarmierender Rückgang" von queeren Figuren in Hollywood-Filmen
Im vergangenen Jahr gab es trotz Ausreißern wie "Call Me By Your Name" viel weniger erkennbare LGBT-Rollen in den großen US-Spielfilmen als in den Jahren zuvor.

Der oscarnominierte Film "Call Me By Your Name" war eine Ausnahme unter den US-Filmen: Immer weniger Produktionen enthalten queere Figuren (Bild: Sony Pictures Classics)
- 23. Mai 2018, 13:00h 2 Min.
Die amerikanische LGBTI-Organisation GLAAD hat in ihrem am Dienstag veröffentlichten "Studio Responsibility Index" einen starken Rückgang von schwulen, lesbischen, bisexuellen, transsexuellen oder queeren Figuren in Hollywood-Blockbustern des Jahres 2017 festgestellt. Von den 109 Produktionen, die von den großen Filmstudios USA-weit in die Kinos gebracht worden waren, haben nur 14 eine erkennbare LGBTQ-Rolle enthalten. Das entspricht einem Anteil von 12,8 Prozent. Im Jahr zuvor waren es noch 18,4 Prozent (queer.de berichtete).
Im neuen Bericht wurde damit der niedrigste Anteil an LGBTQ-Figuren in Hollywood-Blockbustern seit Beginn des Indexes im Jahr 2012 gemessen. GLAAD spricht deshalb von einem "alarmierenden Rückgang von LGBTQ-Figuren" in großen US-Produktionen. Insbesondere die Transidentität sei unsichtbar: 2017 habe es keine einzige Transperson in einem Blockbuster gegeben.
GLAAD-Ziel: LGBTQ-Figuren in 50 Prozent der Filme bis 2024
"Extrem erfolgreiche Filme wie 'Wonder Woman' oder 'Black Panther' zeigen, dass das Publikum Vielfalt und neue Geschichten in Filmen schätzt. Es gibt daher keinen Grund, warum die großen Filmstudios solch niedrige Werte in unserem Index erzielen", erklärte GLAAD-Chefin Sarah Kate Ellis. LGBTQ-Darstellungen in die von Hollywood erzählten Geschichten einzubauen, sollte eine Priorität der Filmindustrie sein. Sie forderte, dass bis 2021 jeder fünfte Film eine LGBTQ-Figur enthalten sollte – bis 2024 sollte sich dieser Anteil auf 50 Prozent steigern, so Ellis.
Zufrieden zeigte sich Ellis mit der ethnischen Vielfalt von LGBTQ-Figuren. 57 Prozent der Rollen seien Farbige ("People of Color"). In diese Kategorie werden in dem Index unabhängig von der Hautfarbe auch Personen aus Mittel- oder Südamerika sowie teilweise auch Einwohner der iberischen Halbinsel gezählt.
GLAAD beklagte, dass in vielen Filmen LGBTQ-Figuren höchstens angedeutet werden, die von der Allgemeinbevölkerung nicht als solche erkannt werden würden. Insbesondere in Comicverfilmungen würden Rollen auftauchen, die im Quellenmaterial queer sind, im Film aber nicht. Als Beispiel nannte GLAAD etwa "Thor: Ragnarok" – hier gebe es in der Comicvorlage mit Valkyrie und Korg eine bisexuelle und eine queere Figur, die aber im Film nicht als solche gezeigt werden würden.
Kritisiert wurde auch die Filmkomödie "CHiPs" mit Dax Shepard und Michael Peña. Hier kämen zwar homosexuelle Figuren vor, sie würden aber nur als Schenkelklopfer für Gags mit "beleidigenden Inhalten" dienen. Diese Darstellung sei ein Relikt aus der Vergangenheit. (dk)
Mehr queere Kultur:
» auf sissymag.de
20:15h, ZDFneo:
Letzte Spur Berlin
Folge 78: Sommersonnenwende – Ein rechtskonservativer Großgrundbesitzer versucht unerwünschte Bewohner aus seinem Dorf zu verdrängen, darunter auch das lesbische Paar Ingrid und Constanze.
Serie, D 2019- 2 weitere TV-Tipps »















