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Polizeibericht

Neukölln: Männer homophob beleidigt und mit Steinen beworfen

Nach einem Hinweis von Zeugen konnte die Polizei später einen 18-Jährigen als einen Mitverdächtigen stellen.


Erneut wurden am Donnerstag Beamte zu einer mutmaßlich aus Homofeindlichkeit begangenen Tat nach Neukölln gerufen (Symbolbild: Polizei Berlin / Youtube)

Im Berliner Stadtteil Neukölln ist es am Donnerstag offenbar erneut zu einer Gewalttat aus Homophobie gekommen. Wie die Polizei am Freitag berichtet, wurden zwei Männer schwulenfeindlich beleidigt und anschließend mit Steinen beworfen.

Nach derzeitigem Ermittlungsstand seien die beiden Männer im Alter von 33 und 44 Jahren gegen 17.25 Uhr in der Mainzer Straße Ecke Boddinplatz unterwegs gewesen, als plötzlich drei Unbekannte auf sie zugekommen seien und sie zunächst lautstark homophob beleidigt hätten. Anschließend soll das Trio die Männer mit Kleinpflastersteinen beworfen haben. Die Würfe verfehlten ihr Ziel, hätten aber ein Toilettenhäuschen getroffen, welches dadurch beschädigt worden sei. Anschließend seien sie geflüchtet und zunächst entkommen.

Gegen 19 Uhr sei die Polizei von Zeugen des Angriffs erneut zum Boddinplatz gerufen worden, da diese einen der mutmaßlichen Täter wiedererkannt hätten. Die Polizisten stellten die Personalien des Verdächtigen fest und entließen den 18-Jährigen anschließend aus den polizeilichen Maßnahmen. Der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt hat alle weiteren Ermittlungen übernommen.

Weitere Angaben zu den Beteiligten machte die Polizei wie bei Erstmeldungen üblich zunächst nicht. Anders als in anderen deutschen Städten werden mögliche homo- oder transfeindliche Hintergründe von Straftaten gezielt in den Polizeiberichten Berlins publik gemacht. Die Polizei und Staatsanwaltschaft der Hauptstadt besitzen eigene Ansprechpartner für LGBTI.

Mehrere Angriffe innerhalb weniger Wochen

Erst am letzten Freitag war in Neukölln ein 28-Jähriger, der mit seinem Ehemann auf der Richardstraße unterwegs war, von einem angetrunkenen Jugendlichen beleidigt und angegriffen worden (queer.de berichtete). Wenige Tage zuvor, am 11. Mai, hatten rund 1.000 Menschen speziell in Neukölln gegen homo- und transfeindliche Gewalt demonstriert (queer.de berichtete). Für diesen Samstag (26. Mai) hat die Bar Ludwig zusammen mit einigen Szenegrößen außerdem zu einem Tuntenspaziergang durch den Stadtteil aufgerufen (ab 18 Uhr von der Anzengruberstraße zum Hermannplatz).

Anlass für die Kundgebungen waren mehrere weitere Gewaltfälle in Neukölln: Am 5. Mai war eine 53-Jährige Transfrau an einer Bushaltestelle an der Sonnenallee von einem Unbekannten spontan angegriffen und mit Schlägen gegen den Kopf und einem Fußtritt gegen den Kehlkopf verletzt worden (queer.de berichtete). Mitte April war zudem ebenfalls auf der Sonnenallee ein 23-Jähriger aus einer Gruppe von rund 15 Personen beleidigt, angegriffen und mit Reizgas besprüht worden (queer.de berichtete). Ähnliche Vorfälle hatte es in Neukölln wie auch anderen Stadtteilen Berlins in den letzten Monaten immer wieder gegeben.

Laut einer vorläufigen Statistik der Berliner Polizei kam es im letzten Jahr in der ganzen Stadt zu insgesamt 161 angezeigten Taten im Bereich "sexuelle Orientierung"; die Statistik umfasst u.a. auch Beleidigungen und Propagandadelikte. Im Vorjahr waren es 164 Vorfälle, darunter 44 Gewalttaten (2015: 105/38, 2014: 80/26, 2013: 132/46). Die Tatorte lagen vorwiegend in den Bezirken Mitte, Schöneberg und Neukölln. Untersuchungen der Fälle zeigten sehr unterschiedliche Motive.

Das Überfalltelefon Maneo kam in seiner vor wenigen Tagen vorgestellten eigenen Statistik für das letzte Jahr auf 324 Fälle mit homo- oder transphobem Hintergrund, was einen Anstieg von zwölf Prozent bedeuten würde (queer.de berichtete). (nb/pm)



#1 FredinbkkProfil
  • 25.05.2018, 11:19hBangkok
  • Zwei Erwachsene Maenner gegen drei

    ........die mit dem Pfefferspray und andren legalen Geraeten oder Kenntnissen zur SELBSTVERTEIDIGUNG

    haetten das u.U anders ausgehen lassen koennen...

    ...es scheint ,dass Schwule nie mit sowas rechnen....und sich auch nie dagegen wehren....

    nehmts mir nicht uebel...

    aber ich wuerde mich freuen mal lesen zu duerfen...

    Homophobe Beleidiger und Angreifer
    von schwulem Paar krankenhausreif
    gepruegelt
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#2 Patroklos
  • 25.05.2018, 11:22h
  • Wieder einmal hat der homophobe Mob Berlin in ein negatives Licht gerückt und das Versagen des Rot-Rot-Grünen Senats ist ein Armutszeugnis für die deutsche Hauptstadt!
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#3 HinnerkAnonym
  • 25.05.2018, 11:34h
  • Anschließend soll das Trio die Männer mit Kleinpflastersteinen beworfen haben.

    Das ist versuchter Mord und sollte auch als solches angeklagt werden.
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#4 FinnAnonym
  • 25.05.2018, 12:16h
  • Die Homohasser werden immer gewaltbereiter.

    Die Politik muss endlich aktiv werden: mehr Aufklärung, härtere Strafen bei Hassverbrechen, volle rechtliche Gleichstellung, etc.

    Jede Partei, die das verhindert oder auch nur verzögert, macht sich mitschuldig und kann auf unsere Stimmen nicht mehr hoffen.
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#5 JustbecauseAnonym
  • 25.05.2018, 13:14h
  • Gott sei dank hat die  beiden Opfern keiner der Steine getroffen, macht aber die Sache nicht besser.
    Und es wundert mich auch das einer der gefassten Übeltäter schon wieder auf freiem Fusse ist. Meines Erachtens handelt es sich hier um eine schwere Straftat. Aber in unserer Deutschen Hauptstadt ist ja eh ein merkwürdiger Grüßaugust regierender Bürgermeister, der letztes Jahr dem CSD fern blieb. 
    Das queere Leben verschwindet nach meiner Wahrnehmung auch immer mehr aus den Kiezen. Das sollte uns wundern und auf die Strasse zur Sichtbarkeit treiben. Aber bei der letzten Kundgebung in Schöneberg waren aber höchstens 100-150 Teilnehmer/innen*. Und von den Szenegrössen, die z.Zt. darüber schreiben, dass u.a. Bully Herbig und Dieter Nuhr Schuld an der homophoben Entwicklung in Deutschland seien, war keiner zu sehen. Die bloggten bestimmt wichtige Dinge und hielten sich in Netzwerken und auf Nebenschauplätzen auf.
    Die Neuköllner fangen sich an zu wehren und zu zeigen. Dass ist gut. WIR sehen uns!
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#6 Robert NiedermeierAnonym
  • 25.05.2018, 14:23h
  • Wer mich in #Neukölln homophob motiviert attackiert, ist ein Sexualstraftäter und hat keinerlei Mitgefühl, sondern Gegenwehr verdient. #Tuntenspaziergang
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#7 ursus
  • 25.05.2018, 14:49h
  • Antwort auf #5 von Justbecause
  • "Und von den Szenegrössen, die z.Zt. darüber schreiben, dass u.a. Bully Herbig und Dieter Nuhr Schuld an der homophoben Entwicklung in Deutschland seien, war keiner zu sehen."

    johannes kram, auf den du hier anspielst, zeigt in seinem buch, dass homophobes denken nicht nur da stattfindet, wo es explizit draufsteht, sondern dass es unsere gesellschaft auch in vermeintlich liberalen kreisen immer noch oft viel stärker prägt, als wir manchmal wahrhaben wollen. ich halte sein buch für schrafsinnig und wichtig. dass kram glaube, herbig und nuhr seien an der homophobie in deutschland "schuld", kann man nur behaupten, wenn man das buch nicht gelesen hat.

    einen gegensatz zwischen kritischen analysen und "richtigem" aktivismus auf der straße zu konstruieren, halte ich für wenig hilfreich. beides zusammen zu denken dürfte erfolgreicher sein, als das eine gegen das andere auszuspielen.
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#8 KMBonnProfil
  • 25.05.2018, 19:47hBonn
  • Antwort auf #1 von Fredinbkk
  • Auf diese Meldung warte ich auch. Vor rund 25 Jahren saß ich mit meinem damaligen Freund nach einer Silvesterparty in der U-Bahn-Haltestelle Hbf, wir warteten der Kälte wegen unten auf den Nachtbus.
    Am einen Ende der langgezogenen Haltestelle kam ein besoffener Skinhead die Rolltrappe runter und brüllte: "Schwulenschweine. Wir verbrennen Schwulenschweine!"
    Er skandierte das brüllend, den ganzen langen Bahnsteig entlang laufend. Niemand schritt ein. Irgendwann platzte mir der Kragen und ich bin ihm hinterher. Er flog auf den Boden, kassierte ein paar Ohrfeigen und ich forderte ihn auf, mal bei mir anzufangen. Er war sofort still...
    Nun war ich damals nicht nur schon knapp 2m groß, auch einiges stärker und gut trainiert. Damals ... :-)
    Dann wurde die anderen wartenden Passanten "wach" und kamen dazu. Wir hätten den Deppen der Polizei übergeben sollen. Haben es nicht getan, was mich im nachhinein ärgerte.

    Aber ich würde mich wehren, auch heute noch. Ob es nun das AfD-Dreckspack oder so ein Furz von einem Bibelbimbo im geweihten Röckchen ist, ich halte definitiv nicht die andere Wange hin.

    Wehrt euch. Schlagt zurück und laßt euch von dem elenden Dreckspack nichts bieten, wenn es sein muß. Das ist auch ein Rat, den ich von Polizisten bekam.

    Es gab schon einmal eine Zeit in Deutschland, wo eine Bevölkerungsgruppe glaubte, das würde schon alles nicht so schlimm werden. Es wurde nicht "so schlimm", es wurde viel schlimmer als man es sich in seinen schlimmsten Träumen hätte vorstellen können.
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#9 TheDadProfil
#10 Dead-WatchAnonym