https://queer.de/?31235
"Augen auf!"
Papst bekräftigt Homo-Verbot unter Priesterschülern
Falls nur der Verdacht auf Homosexualität aufkomme, müssten Priesteranwärter gefeuert werden – diese Maxime soll Franziskus italienischen Bischöfen eingebläut haben.

Gegenüber Homosexuellen benutzt Papst Franziskus offenbar das Prinzip Zuckerbrot und Peitsche – jetzt wird wieder mal gepeitscht (Bild: Long Thiên / flickr)
- 25. Mai 2018, 08:46h 2 Min.
Papst Franziskus hat nach Angaben der italienischen Tageszeitung "La Stampa" Anfang der Woche die Bischöfe aus Italien vor homosexuellen Männern in Priesterseminaren gewarnt. Bei der Frühjahrsversammlung der italienischen Bischofskonferenz soll der Pontifex hinter verschlossenen Türen gesagt haben: "Achtung bei der Aufnahme in die Seminare: Augen auf". Wer auch nur "den geringsten Zweifel" an der Heterosexualität eines Bewerbers habe, sollte ihn "nicht eintreten lassen", forderte Franziskus. "Im Zweifel ist es besser, wenn [solche Personen] nicht in Seminare eintreten."
Das Oberhaupt der katholischen Kirche zeigte sich zwar besorgt über den Rückgang von Teilnehmern an Priesterseminaren. Die Bischöfe sollten aber trotzdem eher auf Qualität als auch Quantität achten, heißt es im Bericht von "La Stampa" – als Beispiel für mangelnde Qualität habe der 81-Jährige Homosexuelle genannt.
Hü und Hott beim Thema Homosexualität
Erst am Wochenende hatte eine angeblich homosexuellenfreundliche Aussage des Papstes weltweit für Schlagzeilen gesorgt: Der Chilene Juan Carlos Cruz, der als Kind Opfer von Missbrauch durch einen Priester geworden war und deshalb eine Audienz beim Papst erhalten hatte, behauptete in einem am Samstag veröffentlichten Interview, der Papst habe ihm in einer Audienz gesagt, dass Gott ihn schwul gemacht habe und das so in Ordnung sei (queer.de berichtete).
Zu den angeblichen Aussagen gegenüber Cruz und den Bischöfen äußerte sich der Vatikan – wie bei Gesprächen des Papstes hinter verschlossenen Türen üblich – nicht.
Vatikanische Richtlinien enthalten Homo-Verbot
Die Warnung vor homosexuellen Priestern entspricht den vatikanischen Richtlinien gegenüber Priesterschülern, die erst Ende 2016 unter Franziskus erneuert wurden. Darin wird selbst nicht ausgelebte Homosexualität als Ausschlussgrund für das Priesteramt genannt. Gleich nach den Themenbereichen "physische Gesundheit" und "psychische Gesundheit" wird das Thema "Personen mit homosexuellen Tendenzen" behandelt. Erst danach wird in dem Dokument über "Schutz der Minderjährigen" gesprochen (queer.de berichtete).
Franziskus hat in den letzten Jahren – trotz seines liberalen Images nach seiner "Wer bin ich, über ihn zu richten?"-Aussage im Jahr 2013 – wiederholt Stimmung gegen Homosexuelle gemacht und in mehreren Ländern Gesetzesinitiativen zur Gleichbehandlung sexueller Minderheiten torpediert. So beklagte er mit Blick auf gleichgeschlechtliche Eheschließungen den angeblichen "Weltkrieg" gegen die Hetero-Ehe oder behauptete gegenüber Journalisten, dass Homosexualität "kein Grund zum Jubeln" sei. (dk)














