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Gallup-Umfrage in den USA

Immer mehr Menschen identifizieren sich als LGBT

In Amerika bezeichnen sich inzwischen 4,5 Prozent der Bevölkerung als lesbisch, schwul, bisexuell oder trans – das ist ein Prozentpunkt mehr als vor fünf Jahren. Insbesondere unter jungen Menschen steigt der queere Anteil deutlich an.


Zwei Flaggen, die immer mehr Menschen in den USA gemeinsam hissen (Bild: Mark Fowler / flickr)

Der LGBT-Anteil unter der US-Bevölkerung ist laut einer in dieser Woche vom Meinungsforschungsinstitut Gallup veröffentlichten Auswertung von Umfragen in den letzten Jahren deutlich angewachsen. 2017 identifizierten sich demnach 4,5 Prozent der Bevölkerung als schwul, lesbisch, bisexuell oder trans. Das bedeutet einen stetigen Anstieg: Im Vorjahr hatte Gallup lediglich einen LGBT-Anteil von 4,1 Prozent gemessen, 2012 lag die Rate sogar bei nur 3,5 Prozent. Mehr als elf Millionen Erwachsene bezeichneten sich demnach 2017 als Mitglieder der LGBT-Community.


Stetig geht der LGBT-Anteil in den USA Jahr für Jahr nach oben

Der Anstieg ist hauptsächlich auf die jüngste Generation, die sogenannten Millennials, zurückzuführen. In dieser Altersgruppe der zwischen 1980 und 1999 geborenen Personen schnellte der LGBT-Anteil binnen fünf Jahren von 5,8 auf 8,2 Prozent in die Höhe – das bedeutet einen Anstieg um 40 Prozent. Dagegen gab es bei den anderen Generationen kaum Veränderungen – unter den sogenannten Traditionalisten (Geburtsjahre 1913 bis 1945) sank der Anteil sogar von 1,8 auf 1,4 Prozent.


Unter jüngeren Amerikanern, die kurz vor der Jahrtausendwende geboren worden sind, ist der LGBT-Anteil mit Abstand am höchsten

LGBT-Anteil steigt auch in Europa

Die Entwicklung, dass sich immer mehr Menschen als Mitglied der LGBT-Community ansehen, ist auch in anderen westlichen Ländern zu beobachten: In Großbritannien stieg laut aktuellen Zahlen des Statistikamtes die Anzahl der Lesben, Schwulen und Bisexuellen binnen zwei Jahren um 50 Prozent an (queer.de berichtete).

In einer EU-weiten Umfrage aus dem Jahr 2015 wurden zudem extreme Unterschiede zwischen den Altersgruppen gemessen. Am extremsten zeigten sich diese in den Ergebnissen aus Spanien: Dort bezeichneten sich 14,0 Prozent der 14- bis 29-Jährigen als LGBT, aber nur 1,8 Prozent der 50 bis 65-Jährigen (queer.de berichtete).

All diese Ergebnisse werden darauf zurückgeführt, dass mit der zurückgehenden Diskriminierung oder der zunehmenden Anerkennung von sexuellen und geschlechtlichen Minderheiten immer weniger Menschen ihre Homo-, Bi- oder Transsexualität verstecken müssten.

Mehr Frauen als Männer LGBT

Laut den neuesten Gallup-Zahlen ist der LGBT-Anstieg in den USA vor allem auf Frauen zurückzuführen. 2012 bezeichneten sich nur 3,5 Prozent der Frauen als LGBT, 2017 schnellte diese Zahl hoch auf 5,1 Prozent. Unter Männern stieg der Anteil dagegen im selben Zeitraum lediglich von 3,4 auf 3,9 Prozent.

Unter (nicht-hispanischen) weißen Amerikanern ist der Anteil mit 4,0 Prozent am niedrigsten. Unter Asiaten maßen die Meinungsforscher einen Anteil von 4,9 Prozent, unter Schwarzen 5,0 Prozent und unter Hispanics/Latinos waren es gar 6,1 Prozent.

Außerdem kam die Studie zum Ergebnis, dass insbesondere reiche Amerikaner weniger offen mit ihrer Homo- oder Transsexualität umgehen. Unter den Befragten, die es auf ein Haushaltseinkommen von über 90.000 Dollar (77.000 Euro) bringen, sagten nur 3,9 Prozent, sie seien lesbisch, schwul, bisexuell oder trans. Bei Personen mit Haushaltseinkommen unter 36.000 Dollar (31.000 Euro) waren es dagegen 6,2 Prozent. (dk)



#1 von_hinten_genommenAnonym
  • 25.05.2018, 21:53h
  • Aber es gibt allgemein ja nicht mehr LSBTTIQ, sondern es outen sich immer mehr, oder nicht? So wurde es zumindest mal erklärt.
    Es freut mich aber das zu lesen :-)
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#2 LarsAnonym
  • 26.05.2018, 13:55h
  • Antwort auf #1 von von_hinten_genommen
  • Die Erklärung scheint mir zu einfach.

    In modernen, urbanen Gesellschaften ist es wichtiger geworden, das geschlechtsspezifisches Rollenverhalten, die geschlechtliche Identität und das romantische, sexuelle oder erotische Empfinden zu reflektieren und präzise zu benennen. So wie es in machen Gegenden und zu manchen Zeiten sinnvoll ist, für die Schattierungen der Farbe "weiß" oder "grün" viele eigene Begriffe zu prägen oder 1 bis 50 Begriffe für das "Kamel" zu kennen je nachdem, ob man am Nordpol, im Regenwald oder in einer Wüstenregion lebt.

    Es handelt sich also um eine gesellschaftlich bedingte Auffächerung der Wahrnehmung und die Notwendigkeit für und das Bedürfnis nach einer präzisen Begrifflichkeit.
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#3 TraumzerstörerYnAnonym
  • 26.05.2018, 15:13h
  • Könnte auch mit xq28 und anderen genetischen Faktoren zu tun haben, in einem chinesischen Artikel habe ich gelesen, dass es bis zu 30% der Bevölkerung sein sollen, die irgendwie genetische Abweichungen mit Beeinflussung des geschlechtlichen Verhaltens und Begehrens in dem Abschnitt des X Chromosoms haben.

    Wenn der Anteil wirklich so hoch ist, kann man dann kaum noch von "Sonderfällen" sprechen, 30% der Bevölkerung finde ich sehr hoch und da müsste man mit weiteren Coming-Outs und noch mehr verrückten Identitäten rechnen ;)

    Und sie sind verdammt alt, z.B. findet man die verdächtigen Allele schon im xq28 Abschnitt im genetischen Material des etwa 40.000 Jahre alten Ust-Ischim "Mann"(oder wie auch immer die Person sich selbst gesehen hat)

    Ebenso zu finden in einem Individuum der Körös-Kultur, Andronovo Kultur, Afanasevo Kultur, Angelsachsen. Ich habe mich selbst auf die Suche gemacht und zig Samples durchgeschaut, basierend auf dieser Studie und den darin preisgegebenen SNPs:

    www.cambridge.org/core/journals/psychological-medicine/artic
    le/genomewide-scan-demonstrates-significant-linkage-for-male
    -sexual-orientation/864518601436C95563EA670C5F380343


    Das es Irgendetwas mit Degeneration des Genpools zu tun hat wie manche ja gerne behaupten, halte ich für höchst abwegig, dazu gibt es die entsprechenden Allele schon viel zu lange und bei viel zu alten Populationen.
    Wenn sie die Fitness so sehr beeinträchtigen würden, wären sie schon längst rausselektiert worden.
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#4 LarsAnonym
#5 TraumzerstörerYnAnonym
  • 26.05.2018, 22:46h
  • Antwort auf #4 von Lars
  • Ah doch schon, denn wenn in Wahrheit viel mehr Menschen von Natur aus irgendwie anders sind in ihrem sexuellen Begehren, usw. dann werden auch immer mehr sich outen, wenn die Gesellschaft tolranter wird, und mehr neue Identitäten geschaffen werden, mit denen sich Leute identifizeiren können, die das früher eben nicht konnten, weil kein gemeinsames Konzept ausgedacht wurde.

    Früher hat vielleicht jemand einfach gesagt: Ich will niemals Sex haben, keine Kinder und alleine Leben, heute würde die Person sich als Asexuell und Aromantisch sehen, und nicht mehr als Normal gelten.

    Oder mit einer Frau verheiratete Männer die zu Strichern gehen, hätten früher nirgendwo sich als Bisexuell oder gar schwul geoutet.

    Oder Transsexuelle die schlechtes Passing hatten, haben einfach aufgehört, heute: Non-Binary.

    Frauen die mal mit dem Gedanken gespielt haben, auch was mit einer Frau zu machen, haben sich selbst nicht als Bisexuell identifiziert, im Gegensatz zu heute.

    Leute die homosexuell waren, haben einfach alleine gelebt, versteckt von der Gesellschaft ohne zu wissen, wie sie mit ihren Gefühlen umgehen sollen oder wie man das nennen könnte.
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#6 DirkiAnonym
  • 27.05.2018, 21:39h
  • Wenn Bisexuelle mit eingerechnet werden, ist die Zahl sicher noch viel größer.
    Während sich Bisexuelle die sich auf der Kinsey Skala irgendwo zwischen Mitte bis Homosexuell empfinden immer früher und eher outen, bleiben Bisexuelle zwischen Mitte bis Heterosexuell meist ungeoutet. Insbesondere Bisexuelle Männer geben sich immer noch gerne nach außen hin als heterosexuell aus.
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#7 Rolando4961Anonym
  • 28.05.2018, 21:43h
  • Antwort auf #6 von Dirki
  • Absolut richtig. Wenn die Bisexuellen mit eingerechnet werden, muss die Zahl noch erheblich grösser sein..
    Ich bin mittlerweilen der Meinung, dass der Grossteil der Bevölkerung bisexuell ist und die ausschliessliche Heterosexuelität klar in der Minderheit ist
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