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Auszeichnung für besonderes Engagement

Vanja und Kampagne für drittes Geschlecht erhalten Kompassnadel

Mit ihrer erfolgreichen Klage in Karlsruhe haben Vanja und die Kampagne "dritte Option" Geschichte geschrieben. Dafür werden sie beim CSD Köln vom Schwulen Netzwerk geehrt.


Das für viele überraschende BVerfG-Urteil zum dritten Geschlecht führte dazu, dass sich Medien für Vanjas Geschichte interessierten – wie hier die Spätausgabe der ZDF-Nachrichten (Bild: Screenshot / ZDF)

  • 25. Mai 2018, 16:36h, noch kein Kommentar

Das Schwule Netzwerk NRW hat am Freitag die Träger der diesjährigen Kompassnadel bekannt gegeben: Vanja und das Team der Kampagne "dritte Option" werden mit dem seit 2001 für herausragendes Engagement für die LGBTI-Akzeptanz vergebenen Preis geehrt. Die Aktivisten werden die Auszeichnung beim CSD-Empfang des Verbandes am 7. Juli im Kölner Gürzenich persönlich entgegen nehmen (Beginn: 13 Uhr).

Vanja ist intersexuell und hatte mehrere Jahre für einen dritten Geschlechtseintrag in offiziellen Dokumenten gekämpft. Im Sommer 2014 hatte Vanja als Kläger*in beim Standesamt der Kleinstadt Gehrden bei Hannover den Antrag gestellt, das Geschlecht von "weiblich" zu "inter/divers" zu ändern. Die Behörde lehnte dies unter Verweis auf die fehlenden Rechtsvorschriften ab.

Nach dieser Ablehnung wagte Vanja den Gang durch die Instanzen – zunächst war der Weg mit Niederlagen gepflastert: Das Amtsgericht Hannover, das Oberlandesgericht Celle und der Bundesgerichtshof urteilten, der Gesetzgeber sehe diese Änderung nicht vor und sie sei auch rechtlich nicht geboten. Darauf zog Vanja vor das Bundesverfassungsgericht – und siegte. In dem im November 2017 verkündeten Urteil erklärten die Richter, dass der Gesetzgeber eine neue Option anbieten müsse. Wie genau das Urteil umgesetzt wird, darüber streitet derzeit die Große Koalition in Berlin (queer.de berichtete).

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Schwules Netzwerk: Urteil trägt zur steigenden Sichtbarkeit bei

"Das Urteil hat weitreichende Konsequenzen", so begründete das Schwule Netzwerk die Auszeichnung. "Neben Inter*Personen werden nicht-binäre, genderqueere, transgender und genderfluide Geschlechtsidentitäten perspektivisch in Deutschland immer sichtbarer werden."

Im vergangenen Jahr war die Kompassnadel an den langjährigen Aktivisten Manfred Bruns gegangen (queer.de berichtete). (dk)

Direktlink | Bei der Preisverleihung 2017 würdigte die Juristin Marie Sichtermann die Verdienste von Preisträger Manfred Bruns