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Premiere

Erste Dragqueen-Parade in Südkorea

Am Wochenende gab es nicht nur einen Tuntenspaziergang in Berlin, sondern erstmals auch in Südkorea.


In einem Vorort von Seoul marschierten die Dragqueens, um Sichtbarkeit zu zeigen (Bild: Twitter / @thepin_ch)

Ein neuer Anblick für die Südkoreaner: Dutzende Dragqueens marschierten am Samstag in Itaewon, einem Vorort der Hauptstadt Seoul, durch die Straßen und forderten gleiche Rechte für Schwule, Lesben, Bisexuelle und Transpersonen. Die Teilnehmerinnen trugen Regenbogenflaggen und ernteten einige verwunderte Blicke von Passanten.

Der Austragungsort Itaewon ist nicht zufällig gewählt worden, ist die Gegend doch koreaweit für ihre tolerante Atmosphäre bekannt und beherbergt mehrere LGBTI-Bars. Das Hip-Hop-Duo UV widmete deshalb dem Ort 2011 den Song "Itaewon Freedom".

"Die menschenrechtlichen Bedingungen in Südkorea sind nicht ausreichend, wenn es um Rechte für sexuelle Minderheiten geht", erklärte Organisatorin Yang Heezy gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. "Die Dragparade soll ebenso wie andere queere Kulturveranstaltungen die Aufmerksamkeit der Mehrheitsgesellschaft auf sexuelle Minderheiten lenken."

Südkorea hat anders als europäische Staaten Homosexualität nie verboten; außerdem werden dort schon seit Jahren CSDs veranstaltet. Allerdings ist die rechtliche Lage im Vergleich zu westlichen Ländern schlecht: So werden homosexuelle Beziehungen grundsätzlich nicht rechtlich anerkannt und es gibt keinerlei Antidiskriminierungsgesetze. Zudem werden im Land homophobe Evangelikale immer einflussreicher – Proteste der radikalen Christen führten 2015 sogar zu einem polizeilichen Verbot des CSDs. Allerdings entschied ein Gericht noch vor dem Pride-Termin, dass dieses Verbot gegen die Demonstrationfreiheit verstieß und damit aufgehoben werden musste (queer.de berichtete).

Twitter / thepin_ch | Eindrücke vom koreanischen Tuntenlauf

"Tuntenspaziergang" auch in Berlin

Derartige Demonstrationen gibt es auch in Deutschland: Am gleichen Tag wie die Parade in Itaewon zogen etwa in Berlin-Neukölln 400 Teilnehmerinnen und Teilnehmer des "Tuntenspaziergangs", einige davon im Fummel, von der Anzengruberstraße über das Rathaus bis zum Hermannplatz. Auch Neuköllns Bürgermeister Martin Hikel (SPD) marschierte bei dieser Neubelebung einer alten Tradition mit.

"Beim Tuntenspaziergang geht es darum, mehr Sichtbarkeit für queere Menschen in der Stadt zu schaffen", erklärte Mitorganisatorin Kaey Kiel. "Dass wir nicht immer nur eine besondere Spezies sind, die zum CSD auftaucht, sondern tatsächlich auch hier leben und unterwegs sind." Das Ziel sei, "Schutzräume zu verlassen und uns den öffentlichen Raum selbstbewusst anzueignen", hieß es bereits in der Einladung zu der Veranstaltung, die auch eine Reaktion auf einige homo- und transfeindliche Gewalttaten in dem Bezirk ist (queer.de berichtete).

Twitter / Freddy2805 | Tuntenspaziergang in Neukölln

Ähnliche Veranstaltungen gibt es auch aus reinen Spaß, etwa im Rahmen des Karnevals im Westen Deutschlands. (cw)



#1 MinziAnonym
  • 04.06.2018, 14:03h
  • Nur als kleine Nebenbemerkung, da ich da lebe..:)
    Itaewon ist kein Vorort von Seoul sondern ein Stadtteil von Seoul und das sogar fast genau im Zentrum der Stadt.
    Die Parade fand als nicht irgendwo am Rande Seouls statt.
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