https://queer.de/?31262
Westeuropa
Umfrage: Praktizierende Christen sind weniger tolerant
Christen im westlichen Europa sind laut einer neuen Umfrage Muslimen und Juden gegenüber feindlicher eingestellt als die Allgemeinbevölkerung und sprechen sich auch eher gegen die Gleichbehandlung von Homosexuellen aus.

Die Nähe zur Kirche bestimmt immer noch mit, ob eine Person Schwule und Lesben im Ehe-Recht gleichbehandeln will oder nicht
- 30. Mai 2018, 10:49h 3 Min.
In westeuropäischen Staaten gibt es große Unterschiede zwischen Christen und Nicht-Christen, wenn es um gesellschaftliche Fragen wie der Akzeptanz gegenüber Muslimen und Juden oder der Meinung zur Ehe für alle und zum Abtreibungsrecht geht. Das ist das Ergebnis einer am Dienstag veröffentlichten Umfrage des amerikanischen Meinungsforschungsinstituts Pew Research Center in 15 Staaten zwischen Portugal und Finnland. Insgesamt befragten die Forscher über 24.000 zufällig ausgesuchte Erwachsene.
Das Ergebnis zeigt, dass Westeuropa weiterhin christlich geprägt ist: Rund zwei Drittel der Befragten in den Ländern bezeichneten sich als Christen. Allerdings geben die meisten von ihnen an, kirchenfern zu sein. Unter allen Befragten werden knapp die Hälfte als kirchenferne Christen eingestuft, knapp ein Fünftel sind Christen, die tatsächlich den Gottesdienst besuchen. Ungefähr ein Viertel der Befragten gab an, nicht religiös gebunden zu sein. Fünf Prozent gehören einer anderen Religion an oder antworteten mit "weiß nicht". Deutschland liegt hier im westeuropäischen Durchschnitt.
Bei der Frage nach der Ehe für alle zeigen sich große Unterschiede in den drei Hauptgruppen: Insgesamt sprechen sich 87 Prozent der konfessionslosen Befragten für die Ehe für alle aus. Unter Christen, die so gut wie nie in die Kirche gehen, sind es immer noch 80 Prozent. Bei Kirchgängern sinkt die Zahl der Gleichbehandlungsbefürworter auf 52 Prozent.
Knappe Mehrheit der deutschen Kirchgänger für Ehe-Öffnung
In Deutschland sind die Ergebnisse ähnlich: 86 Prozent der nicht religiös gebundenen und 82 Prozent der kirchenfernen christlichen Befragten sprechen sich für die Ehe für alle aus. Unter Kirchgängern ist die Zustimmung mit 53 Prozent zwar viel geringer, es gibt aber trotzdem noch eine Mehrheit für die Gleichbehandlung.
Die höchste Diskrepanz zwischen Kirchgängern und nicht religiösen Personen gibt es in Finnland: Dort sprechen sich nur 30 Prozent der praktizierenden Christen für die Ehe für alle aus, aber 84 Prozent der konfessionslosen Befragten.
Die höchste Zustimmung unter Kirchgängern zur Ehe für alle wurde in Belgien gemessen (60 Prozent), die höchste Zustimmung unter nicht-praktizierenden Christen in den Niederlanden (90 Prozent). Die nicht christlichen Niederländer sind auch die größten Anhänger der Ehe-Öffnung (95 Prozent).
Die Zahlen bei der Frage nach der Ehe-Öffnung korrespondieren größtenteils mit denen nach dem Abtreibungsrecht. Auch in dieser Frage sprechen sich deutlich mehr praktizierende Christen für ein Verbot aus als kirchenferne Christen oder nicht kirchlich gebundene Menschen.

Die Aufschlüsselung der Länder bei der Frage nach dem Abtreibungsrecht (li.) und der Ehe für alle (re.)
Die Umfrage kommt auch zu dem Ergebnis, dass christliche Identität in Westeuropa eher zu einer Ablehnung von Einwanderern und religiösen Minderheiten führt. Bei Christen – sowohl bei Kirchgängern als auch religionsfernen Kirchenmitgliedern – ist die Ablehnung von Muslimen und Juden viel höher als unter nicht kirchlich gebundenen Personen. Hier gibt es auch große Unterschiede bei den Konfessionen: So sagen etwa 16 Prozent der deutschen Protestanten, aber 51 Prozent der deutschen Katholiken, sie würden einen Muslim nicht als Familienmitglied akzeptieren. (cw)















Kirche, egal welche, und schwule oder welch andere Gruppen auch immer, das passt einfach nicht zusammen. Und wird es auch nie .... Und das geheuchel, "die Kirche muss den Wandel akzeptieren", ist doch nur der Versuch den "Feind" von hinten auszuschalten. Wenn die Kirche könnte wie sie wollte, dann würde sie alle "anders denkenden" ausschalten. Es geht ihr einzig und allein nur um die Erhaltung ihres Einflusses. Und da ist ihr jedes Mittel recht. Und Toleranz ist in der Kirche nicht vorgesehen.