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Westeuropa

Umfrage: Praktizierende Christen sind weniger tolerant

Christen im westlichen Europa sind laut einer neuen Umfrage Muslimen und Juden gegenüber feindlicher eingestellt als die Allgemeinbevölkerung und sprechen sich auch eher gegen die Gleichbehandlung von Homosexuellen aus.


Die Nähe zur Kirche bestimmt immer noch mit, ob eine Person Schwule und Lesben im Ehe-Recht gleichbehandeln will oder nicht

In westeuropäischen Staaten gibt es große Unterschiede zwischen Christen und Nicht-Christen, wenn es um gesellschaftliche Fragen wie der Akzeptanz gegenüber Muslimen und Juden oder der Meinung zur Ehe für alle und zum Abtreibungsrecht geht. Das ist das Ergebnis einer am Dienstag veröffentlichten Umfrage des amerikanischen Meinungsforschungsinstituts Pew Research Center in 15 Staaten zwischen Portugal und Finnland. Insgesamt befragten die Forscher über 24.000 zufällig ausgesuchte Erwachsene.

Das Ergebnis zeigt, dass Westeuropa weiterhin christlich geprägt ist: Rund zwei Drittel der Befragten in den Ländern bezeichneten sich als Christen. Allerdings geben die meisten von ihnen an, kirchenfern zu sein. Unter allen Befragten werden knapp die Hälfte als kirchenferne Christen eingestuft, knapp ein Fünftel sind Christen, die tatsächlich den Gottesdienst besuchen. Ungefähr ein Viertel der Befragten gab an, nicht religiös gebunden zu sein. Fünf Prozent gehören einer anderen Religion an oder antworteten mit "weiß nicht". Deutschland liegt hier im westeuropäischen Durchschnitt.

Bei der Frage nach der Ehe für alle zeigen sich große Unterschiede in den drei Hauptgruppen: Insgesamt sprechen sich 87 Prozent der konfessionslosen Befragten für die Ehe für alle aus. Unter Christen, die so gut wie nie in die Kirche gehen, sind es immer noch 80 Prozent. Bei Kirchgängern sinkt die Zahl der Gleichbehandlungsbefürworter auf 52 Prozent.

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Knappe Mehrheit der deutschen Kirchgänger für Ehe-Öffnung

In Deutschland sind die Ergebnisse ähnlich: 86 Prozent der nicht religiös gebundenen und 82 Prozent der kirchenfernen christlichen Befragten sprechen sich für die Ehe für alle aus. Unter Kirchgängern ist die Zustimmung mit 53 Prozent zwar viel geringer, es gibt aber trotzdem noch eine Mehrheit für die Gleichbehandlung.

Die höchste Diskrepanz zwischen Kirchgängern und nicht religiösen Personen gibt es in Finnland: Dort sprechen sich nur 30 Prozent der praktizierenden Christen für die Ehe für alle aus, aber 84 Prozent der konfessionslosen Befragten.

Die höchste Zustimmung unter Kirchgängern zur Ehe für alle wurde in Belgien gemessen (60 Prozent), die höchste Zustimmung unter nicht-praktizierenden Christen in den Niederlanden (90 Prozent). Die nicht christlichen Niederländer sind auch die größten Anhänger der Ehe-Öffnung (95 Prozent).

Die Zahlen bei der Frage nach der Ehe-Öffnung korrespondieren größtenteils mit denen nach dem Abtreibungsrecht. Auch in dieser Frage sprechen sich deutlich mehr praktizierende Christen für ein Verbot aus als kirchenferne Christen oder nicht kirchlich gebundene Menschen.


Die Aufschlüsselung der Länder bei der Frage nach dem Abtreibungsrecht (li.) und der Ehe für alle (re.)

Die Umfrage kommt auch zu dem Ergebnis, dass christliche Identität in Westeuropa eher zu einer Ablehnung von Einwanderern und religiösen Minderheiten führt. Bei Christen – sowohl bei Kirchgängern als auch religionsfernen Kirchenmitgliedern – ist die Ablehnung von Muslimen und Juden viel höher als unter nicht kirchlich gebundenen Personen. Hier gibt es auch große Unterschiede bei den Konfessionen: So sagen etwa 16 Prozent der deutschen Protestanten, aber 51 Prozent der deutschen Katholiken, sie würden einen Muslim nicht als Familienmitglied akzeptieren. (cw)

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#1 AnonymAnonym
  • 30.05.2018, 13:22h
  • Wieso sollten sie auch tolerant sein?
    Kirche, egal welche, und schwule oder welch andere Gruppen auch immer, das passt einfach nicht zusammen. Und wird es auch nie .... Und das geheuchel, "die Kirche muss den Wandel akzeptieren", ist doch nur der Versuch den "Feind" von hinten auszuschalten. Wenn die Kirche könnte wie sie wollte, dann würde sie alle "anders denkenden" ausschalten. Es geht ihr einzig und allein nur um die Erhaltung ihres Einflusses. Und da ist ihr jedes Mittel recht. Und Toleranz ist in der Kirche nicht vorgesehen.
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#2 Alex AndersAnonym
  • 30.05.2018, 13:23h
  • Zusammengefasst: Christen sind mit weitaus größerer Wahrscheinlichkeit Faschisten als es von Religion freie Menschen sind.
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#3 TuriAnonym
  • 30.05.2018, 13:24h
  • Das sind sie, die ach so tollen Christlichen Werte

    Gut das es praktizierende Christen immer weniger gibt.
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#4 wolfissimoAnonym
  • 30.05.2018, 14:02h
  • Nicht berücksichtigt ist leider, dass der Altersschnitt der Kirchgänger weit höher ist als in der Gesamtbevölkerung. Für ein valides Bild hätte man Kirchgänger und Nicht-Kirchgänger mit vergleichbarem Altersspektrum gegenüberstellen müssen.
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#5 PierreAnonym
  • 30.05.2018, 14:10h
  • Wundert mich gar nicht.

    Religion vernebelt die Hirne und erfüllt die Herzen mit Hass.
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#6 potzblitzAnonym
  • 30.05.2018, 14:25h
  • Antwort auf #4 von wolfissimo
  • Es spielt keine Rolle, wie alt die intoleranten Christen sind. Solange sie ab 18 Jahre alt sind, sind sie Wähler und beeinflussen die Politik im negativen Sinn.

    Am diesem Ergebnis gibt es nichts schönzureden!
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#7 ursus
  • 30.05.2018, 15:18h
  • mich irritiert ein wenig, dass "praktizierend" mit "kirchgang" gleichgesetzt wird. wenn das in-der-kirche-rumsitzen-und-blut-trinken die einzige art wäre, in der christ_innen ihre religion praktizieren, dann wäre ich ja manchmal regelrecht froh. und ich bin mir sicher, dass es einen haufen christ_innen gibt, die sich zwar als "praktizierend" bezeichnen und auch sagen würden, dass ihnen ihre religion viel bedeutet und in ihrem alltagsleben eine konkrete rolle spielt, die aber trotzdem nicht oft in die gottesdienste gehen. die gleichsetzung von religiöser praxis mit gottesdienstbesuchen scheint mir einer etwas unkritischen übernahme theologischer binnensicht zu entsprechen, die einer objektiven studie nicht unbedingt gut ansteht.
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#8 domiAnonym
  • 30.05.2018, 15:29h
  • Antwort auf #4 von wolfissimo
  • Das Alter spielt eine untergordnete Rolle. Auch junge Christen (insbesondere katholische) können sehr konservative Vorstellungen haben. "So steht es im Katechismus / lehrt es die Kirche. [Punkt, fertig aus.]" Oder auch das uneheliche Kinder als Bastarde bezeichnet werden.

    Da kann man nur noch den Kopf schütteln das sowas wie das mit den Bastarden heute noch gedacht und auch ausgesprochen wird.
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#9 wolfissimoAnonym
  • 30.05.2018, 16:04h
  • Antwort auf #8 von domi
  • Das ist eine (durchaus plausibel klingende) Vermutung von Dir. Es wäre gut, wenn die zitierte Untersuchung so durchgeführt worden wäre, dass sie die Vermutung unterstützen oder widerlegen könnte.
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#10 JeroenAnonym
  • 30.05.2018, 16:26h
  • Antwort auf #4 von wolfissimo
  • Im Fernsehen war letztens eine Doku, dass es wieder eine zunehmende Zahl junger Menschen gibt, die sich wieder den Kirchen zuwendet und auch die Berichte von Kirchentagen, Kirchen-Jugendfestivals, etc. sprechen dafür.

    Erklärt wurde dies damit, dass in der heutigen Zeit die sozialen Unsicherheiten immer größer werden, das Internet zu sozialer Verarmung führt, etc.

    Und wenn die Kirche die einmal in ihren Fängen hat, geht die Indoktrination los. Das fängt immer ganz harmlos mit Musikveranstaltungen, Reisen und Ferienfreizeiten, Festivals, etc. an, aber dann wird schon unterschwellig beeinflusst.

    Die Kirche macht das sehr geschickt: man bietet Jugendlichen, die Halt suchen eine Gemeinschaft mit Dingen, die junge Menschen interessieren. Aber dann geht es erst richtig los.

    Ich kenne selbst zwei Mädchen aus dem Bekanntenkreis, die zuerst nur Ferienfreizeiten mit der Pfarre machten, weil die Eltern sich keinen Urlaub leisten konnten, dann wurden sie Messdiener und heute beten die den ganzen Tag rauf und runter und hoffen auf die Missionierung aller "Ungläubigen", etc.
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