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Homophober Übergriff
Berlin: Schwuler mit Messer bedroht
Die Hauptstadtpolizei nahm zwei Jugendliche fest, nachdem offenbar aus Homosexuellen-Hass zwei Männer beleidigt worden waren – einer von ihnen wurde sogar mit einem Messer bedroht.

Die Polizei musste wieder in einem mutmaßlichen Hassverbrechen eingreifen (Bild: flickr / Maik Meid / by 2.0)
- 30. Mai 2018, 12:44h 2 Min.
Zwei Jugendliche haben am Dienstagabend ein schwules Paar im Berliner Ortsteil Alt-Treptow beleidigt und mit einem Messer bedroht. Das teilte die Berliner Polizei am Mittwoch mit. Demnach soll gegen 20.30 Uhr eine Gruppe von vier Jugendlichen das Paar im Treptower Park angesprochen haben. Laut Zeugenaussagen beleidigte ein 15-Jähriger aus der Gruppe heraus die beiden Männer homophob. Als einer der Beleidigten die Jugendlichen bat, sie in Ruhe zu lassen, habe der 15-Jährige den 34-jährigen Mann geschubst und bedroht.
Danach seien die Jugendlichen in verschiedene Richtungen geflüchtet. Der 34-Jährige habe den 15-jährigen Pöbler verfolgen wollen und sei zunächst von einem 17-Jährigen daran gehindert worden. Er habe die Verfolgung aber trotzdem fortgesetzt. Der 15-Jährige soll den Mann daraufhin ein Taschenmesser gezeigt und ihn damit bedroht haben.
Täter noch in Tatortnähe festgenommen
Die beiden mutmaßlichen Täter konnten mit Hilfe von Zeugenhinweisen von den zum Ort alarmierten Polizisten in Tatortnähe festgenommen und in eine Gefangenensammelstelle gebracht werden. Nach einer erkennungsdienstlichen Behandlung wurden sie wieder entlassen. Die Polizei machte keine weiteren Angaben zur Identität der Jugendlichen.
Die Ermittlungen übernahm – wie in Fällen von vermuteter Hasskriminalität üblich – der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt.
Erst vor wenigen Tagen berichtete die Berliner Polizei bereits von einem offenbar homophob motivierten Übergriff im benachbarten Ortsteil Neukölln: Zwei Männer seien demnach aus einer Gruppe heraus beleidigt und mit Steinen beworfen worden. Die Beamten konnten einen 18-jährigen mutmaßlichen Täter festnehmen (queer.de berichtete).
Anders als in anderen deutschen Städten werden mögliche homo- oder transfeindliche Hintergründe von Straftaten gezielt in den Polizeiberichten Berlins publik gemacht. Laut einer vorläufigen Polizeistatistik kam es im letzten Jahr in der Hauptstadt zu insgesamt 161 angezeigten Taten im Bereich "sexuelle Orientierung".
Das Überfalltelefon Maneo kam in seiner vor wenigen Tagen vorgestellten eigenen Statistik für das letzte Jahr sogar auf 324 Fälle mit homo- oder transphobem Hintergrund, was einen Anstieg von zwölf Prozent bedeuten würde (queer.de berichtete). (dk/pm)














Und genauso skandalös finde ich, dass die Politik da nicht aktiv wird.
Erstens müsste man ganz deutlich öffentlich sagen, dass man sowas nicht toleriert. Aber dann müssten natürlich auch konkrete Maßnahmen getroffen werden: mehr Aufklärung, nationaler Aktionsplan gegen Homo- und Transphobie, einige ausstehende rechtliche Maßnahmen, etc.
Wenn solche Taten schon in Berlin fast täglich geschehen, will ich gar nicht wissen, wie es deutschlandweit aussieht, was ja leider dank Union und SPD nicht erfasst wird. Das sollte eigentlich ein Weckruf für jede Regierung sein. Aber Angela Merkel regiert Deutschland weiterhin ins Koma und die SPD nickt weiterhin brav alles ab.