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Fußballevent in Russland

EU-Abgeordnete senden Regenbogen-Schnürsenkel an WM-Teams

In Kürze startet die Fußball-WM, die erstmals seit langem wieder in einem offen homophoben Land veranstaltet wird. Dem Hass auf Homosexuelle stellen die Straßburger Volksvertreter nun den Regenbogen entgegen.


Ob man auch Jogi in diesen Schnürsenkeln sehen wird? (Bild: LGBTI Intergroup)

Eine Gruppe von Europa-Abgeordneten hat sich zusammengetan, um anlässlich der in zwei Wochen beginnenden Fußball-Weltmeisterschaft in Russland für mehr LGBTI-Akzeptanz zu werben. So wollen die Parlamentarier an alle europäischen Teams, die bei der WM antreten, Regenbogen-Schnürsenkel verschicken. Damit könnte man in Russland während des vierwöchigen Fußballfestes auf die Lage der Menschenrechte aufmerksam machen.

Die symbolische Aktion, die sich an Schnürsenkel-Kampagnen u.a. im englischen Fußball orientiert, wird organisiert von der LGBTI-Intergroup des Europäischen Parlaments – einer überparteilichen Gruppe von Abgeordneten, die sich für die Rechte von queeren Menschen einsetzt. Auch die Fraktionen der Sozialdemokraten, Liberalen, Linken und Grünen unterstützten das Vorhaben.

Die beiden Chefs der LGBTI-Intergroup, die Deutsche Terry Reintke (Grüne) und der Italiener Daniele Viotti (Sozialdemokraten), werden die Schnürsenkel am kommenden Dienstag verschicken. Dem Päckchen wird ein Anschreiben an die Verbände beigelegt, in dem beklagt wird, dass unter "Putins Regime" die Rechte von Minderheiten, auch der LGBTI-Community, missachtet würden. Die WM könne ein Anlass sei, "auf diese Entwicklungen aufmerksam zu machen und Solidarität zu zeigen mit allen in Russland, die Menschenrechte verteidigen".

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#Supportallcolours

Weiter heißt es in dem Anschreiben: "Regenbogenflagge zu zeigen ist nicht strafbar und wird auch in Russland während der WM nicht verfolgt. Daher bitten wir Sie: Bekennen sie Regenbogen-Farbe, zeigen Sie Solidarität mit Menschenrechtler*innen in Russland! Tragen Sie die beigelegten Regenbogen-Schnürsenkel beim Training, auf der Straße, auf der Tribüne oder zu Hause beim Fußballgucken. Machen Sie ein Foto und teilen Sie es auf Instagram, Twitter oder Facebook unter dem Hashtag #supportallcolours."

Menschenrechtsaktivisten zeigen sich bereits seit längerem über das Fußballevent in Russland besorgt. In den letzten Jahren habe der Hass auf Homosexuelle auch auf Stadien des Putin-Reiches übergegriffen, schreibt etwa die Fan-Organisation "Football Against Racism in Europe" (FARE) in ihrem vor wenigen Tagen vorgestellten Bericht zur Lage der Diskriminierung im russischen Fußball (PDF auf Englisch).

In dem Bericht heißt es: "Der Anstieg der Homophobie in Stadien ist neu. Wir erleben nun, dass Fans mehr als je zuvor Gegner als 'schwul' beschimpfen." Diese Praxis werde unter anderem durch die Staatshomophobie verstärkt. Im letzten Herbst hatte eine Untersuchung ergeben, dass sich die jährliche Anzahl schwerer Gewalttaten gegen LGBTI nach Verabschiedung des Gesetzes gegen "Homo-Propaganda" regelrecht verdoppelt hat. (queer.de berichtete). (dk)



#1 wrfedgAnonym
  • 01.06.2018, 17:47h
  • Viel besser als bunte Schnürsenkel wäre, wenn sich die schwulen Fußball-Profis endlich einfach mal outen würden.

    Ein Kuss von zwei Fußball-Profis bzw. von einem Fußball-Profi und seinem gleichgeschlechtlichen Partner vor laufenden Kameras wäre sicher ebenfalls besser als bunte Schnürsenkel.

    Leider befürchte ich, dass sich die Fußball-Profis den diskriminierenden Gesetzen beugen und zu feige sein werden die Menschenrechtsverletzungen in Russland anzuprangern.
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