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Stigmatisierung hat gesundheitliche Auswirkungen

Studie: Homophobie macht krank

Homo- und Bisexuelle werden laut einer australischen Studie eher krank, wenn sie wegen ihrer sexuellen Orientierung von ihren Nachbarn gehasst werden.


Wenn homophobe Aktivisten in der Gesellschaft Einfluss haben, wirkt sich das auf den Gesundheitszustand des Objektes ihres Hasses aus (Bild: nb)

Wenn Schwule, Lesben oder Bisexuelle in einer homophoben Umgebung leben, leiden sie eher an gesundheitlichen Problemen. Das ist das Ergebnis der Studie "Strukturelles Stigma und die Gesundheit und das Wohlbefinden der australischen LGB-Bevölkerung", die von Forschern der University of Queensland in Brisbane erstellt wurde.

Die Wissenschaftler hatten für die Studie Daten der HILDA-Umfrage, bei der die allgemeinen Lebensbedingungen der Bevölkerung abgefragt werden, mit lokalen Ergebnissen des Volksentscheids zur Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben vom letzten Herbst verglichen.

"LGB-Personen, die in Wahlkreisen mit einem höheren Anteil an 'Nein'-Wählern in der Brief-Abstimmung aus dem Jahr 2017 leben, haben einen schlechteres Allgemeinbefinden, eine schlechte psychische Gesundheit und sind weniger mit ihrem Leben zufrieden als Menschen aus anderen Regionen", erklärte Studienleiter Dr. Francisco Perales. Der Sozialstatistiker sprach in diesem Zusammenhang von "Minderheitenstress".

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Kaum gesundheitliche Unterschiede zwischen Heteros und Homos in toleranten Gegenden

Das Stigma gegen diejenigen, die sich als schwul, lesbisch oder bisexuell identifizieren, sei der Schlüsselfaktor in der Erklärung der schlechteren Gesundheit, so Perales. So gebe es große Unterschiede in der Gesundheit zwischen Hetero- und Homosexuellen in Regionen, in denen viele Wähler am Ehe-Verbot für Schwule und Lesben festhalten wollten; diese Unterschiede würden dagegen in Regionen, in denen es eine große Mehrheit für die Ehe-Öffnung gab, fast verschwinden. Die Ergebnisse zeigten, wie gezielte Unterstützung von sexuellen Minderheiten durch die Politik den Gesundheitszustand in dieser Gruppe verbessern könne.

Bereits 2014 war eine Studie der amerikanischen Columbia-Universität zu einem ähnlichen Ergebnis gekommen: Damals verglichen die Forscher regionale Umfragen zur Akzeptanz von Homo- und Bisexuellen mit denen von offiziellen Sterbestatistiken. Dabei kam heraus, dass Angehörige sexueller Minderheiten in homophoben Regionen im Schnitt zwölf Jahre eher sterben als in toleranten Regionen (queer.de berichtete).

Die beiden Studien zeigen, wie gefährlich ein Anstieg der Homophobie für Schwule, Lesben und Bisexuelle sein kann – etwa in Russland, wo laut einer Umfrage die Abneigung gegenüber Homosexuellen in den letzten 20 Jahren nach oben geschossen ist (queer.de berichtete). (dk)



#1 LarsAnonym
  • 04.06.2018, 20:06h
  • Insofern sollte man es sich überlegen, wie man mit Meldungen über Homo-Hass umgeht. Manches lässt sich hier nur mit einer gewissen Resilienz ertragen.
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#2 TheDadProfil
#3 YannickAnonym
  • 05.06.2018, 08:59h
  • Es wundert mich gar nicht, dass Homo- und Transphobie die Opfer krank macht. Wieviele leiden nicht noch als Erwachsene unter dem Mobbing, dass sie als Jugendliche erfahren haben.

    Umso unverständlicher, dass die Politik weiter zusieht. Denn es geht ja nicht nur um eine moralische Verantwortung, seine Bürger zu schützen, sondern es geht auch um vermeidbare Kosten, die den Gesundheitssystemen entstehen.

    Wenn man es schon nicht aus Überzeugung macht, dann wenigstens aus finanziellen Gründen. Aber dennoch nichts gegen Hass und Hetze zu unternehmen, weiterhin volle Gleichstellung zu blockieren, nicht mehr Aufklärung an Schulen zu bringen, etc. obwohl das den Staat und den Steuerzahler viel Geld kostet, zeigt wie tief der Hass auch in der Politik sein muss.
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#4 Ith_Anonym
  • 05.06.2018, 09:10h
  • Antwort auf #1 von Lars
  • Es geht da nicht bloß um die Meldungen, bzw. dürften auch der festgestellte Gesundheitszustand keine Reaktion auf eine Umfrage sein, sondern da dürfte es um das ganz konkrete Verhalten gehen, das täglich erlebt wird.

    Klar, ich würde mich auch freuen, auf einem Nachrichtenportal häufiger mal Positives zu lesen, also wirklich Positives, nicht so halb-negative Geschichten wie "weniger Sterben an Krankheit durch mehr und bessere Medikamente", was so ein typischer Fall von "Verbesserung", aber deswegen bei Weitem nicht "gut" ist.

    Das Problem ist einfach, dass LG meistens was Negatives ist, B auf beiden Seiten des Ufers unwillkommen, T* entweder unsichtbar oder angefeindet, Q das, was man nimmt, wenn man meinen will, stolz auf sich zu sein, was aber auch meistens Protest angesichts einer wenig schönen Lage ist, I etwas, wonach man häufig schon als Kind körperlich verstümmelt wurde... Achja, und von wegen T im Sinne von Travestie: Resilienz brauchst du, wenn du die Kommentare zu Berichten über Conchita Wurst liest, wo ich manchmal denke: Glück für ihn, dass es eine Kunstfigur ist und er keine Transfrau, sonst würden einige der Beleidigungen vielleicht wirklich treffen.

    Hier bekommt man zumindest ehrlich mit, in wie viele Staaten der Erde man besser nicht reisen sollte, und muss sich in den Kommentaren nur mit Anfeindungen zweiter Güteklasse herumschlagen, und auch das nur, wenn man zu einer der Gruppen gehört, die auch auf Datingportalen ihr Fett wegbekommen, weswegen man als Schwuler eh dran gewöhnt ist und das offenbar abkönnen muss, worin die Szene sich offenkundig einig ist.

    In Sachen übertrieben ehrlicher Nachrichten muss ich zugeben, dass ich damals dankbar war, als die Berichterstattung über den IS in den öffentlich-rechtlichen Sendern nachgelassen hatte. Das war zum Teil ziemlich traumatisierend, vor allem, wo man wusste, was diese Bestien vor allem mit den Frauen machen, und die EU dann bei Kobane nichts getan hat, als die Kamera auf die türkischen Grenzposten zu halten, die potentielle Verbündete daran gehindert haben, die Stadt zu unterstützen (während man wusste, dass IS-Kämpfer sehr wohl in die Türkei einreisen konnten, um sich dort medizinisch versorgen zu lassen).
    Wem die Resilienz für ehrliche News fehlt, der dürfte im echten Leben als queerer Freak ohnehin ungeoutet sein oder schnell ein psychisches Wrack, oder beides. Ist halt so.
    Ich hätt's besser gefunden, mir vor meinem Outing über einige Dinge klarer zu sein. Insofern hält's vielleicht Menschen davon ab, zu ehrlich zu sein, und das ohne guten Plan, wohin man zur Not wegziehen könnte. Als nach außen hin heteronormales Wesen hat man häufig schon eher den Eindruck, die Welt sei auf einem guten Weg, und ehrliche Berichterstattung hilft vielleicht dabei, die Sache ein klein wenig realistischer einzuschätzen.
    Wenn man zu dem Klientel gehört, hat man allerdings kein Eigeninteresse, hier zu lesen.

    Ich find's eigentlich wirklich mies, dass CSDs Spaßveranstaltungen sind. Aber naja, inzwischen gehen die Menschen da hin, um zu feiern, nicht um sich mit irgendwem anzulegen. Hat ja auch was für sich, so ein Moment der Realitätsverdrängung, ist vielleicht auch manchmal notwendig. Bloß irreführend, wenn man glaubt, so wie einige Menschen dort dürfe man tatsächlich einfach so sein, außerhalb der Karnevalsatmosphäre.
    Ist ja auch nicht so, dass die Leute, die sich da herausputzen, es sich erlauben würden, im Rest ihres Lebens so herumzulaufen, in den meisten Fällen zumindest. Insofern hat schon das ja nicht viel mit wirklich gelebter Freiheit zu tun. Erweckt bloß den falschen Eindruck, was anscheinend inzwischen alles okay sei. Mir ist eine realistischere Perspektive und Berichterstattung da lieber.
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#5 Mobbing-OpferAnonym
  • 05.06.2018, 09:25h
  • Antwort auf #3 von Yannick
  • Ich bin in der Schule ständig gemobbt und bedroht worden.

    Und diejenigen, die da nicht aktiv mitgemacht haben, haben weggesehen und geschwiegen, weil sie Angst hatten, selber zur Zielscheibe zu werden.

    Hätte ich nicht so tolle Eltern, hätte ich mir vielleicht sogar das Leben genommen.

    Aber die Konsequenz war, dass ich zum Frust-Esser wurde und obwohl ich später im Leben viele Leute gefunden habe, die mich mögen, bin ich die Kilos nie mehr losgeworden und habe heute deswegen viele gesundheitliche Probleme und koste die Krankenkasse und die Sozialsysteme viel Geld.

    Das wäre alles vermeidbar gewesen.

    Dann würde ich heute Geld bringen, statt Geld zu kosten. Und vor allem ginge es mir auch psychisch besser und ich wäre glücklicher.

    Dieser Staat des rosa Winkels, der auch heute nicht mal seine LGBTI-Kinder schützen kann und will, braucht mir nicht mehr mit schönen Sonntagsreden zu kommen. Für mich zählen nur noch Taten.
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#6 GerritAnonym
  • 05.06.2018, 10:40h
  • Antwort auf #5 von Mobbing-Opfer
  • Gut, dass Du die Schule überlebt hast, auch wenn die Narben bleiben und bis heute nachwirken...

    Dass die Selbstmordrate unter homo-, bi-, trans- und intersexuellen Jugendlichen 5-8 x höher ist als bei Hetero-Jugendlichen ist eine Schande für ein angeblich zivilisiertes Land.

    Schon an Grundschulen sind die häufigsten Schimpfwörter "Schwuchtel" und "schwule Sau".

    Ich erwarte von allen Regierungen auf Länderebene, dass sie endlich mehr Aufklärung, und eine Behandlung entsprechender Themen auch in Erdkunde, Geschichte, Politik, Sozialkunde, etc. an allen Schulen verpflichtend machen.

    Und von der Bundesregierung erwarte ich volle rechtliche Gleichstellung (inkl. Art. 3 GG), was nicht automatisch mehr Akzeptanz bringt, aber Voraussetzung für den Start gesellschaftlicher Entwicklungen ist.

    Jede Partei, die auf Bundes- oder Länderebene in Regierungsverantwortung ist und das nicht umsetzt (egal ob aus Überzeugung oder weil sie in Menschenrechtsfragen vor Koalitionspartnern kuschen) macht sich für Menschen, denen Grundrechte und das Leben anderer nicht egal sind, unwählbar.
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#7 PierreAnonym
  • 05.06.2018, 12:19h
  • Antwort auf #3 von Yannick
  • Ja, alleine schon wegen der ganzen (direkten und indirekten) Kosten von Mobbing und Gewalt müsste der Staat eigentlich die Bekämpfung von Homo- und Transphobie vorantreiben. Von grundsätzlichen Menschenrechtsfragen mal ganz zu schweigen.

    Dass viele Politiker da wegsehen ist eine historische Schuld, die auf ewig mit ihren Namen verbunden sein wird und wo man sich in nicht allzu ferner Zukunft fragen wird, wie sowas mal möglich war.

    Genauso wie wir heute verwundert fragen, wie es mal kein Wahlrecht für Frauen geben konnte oder wieso ein Schwarzer mal keine Weiße heiraten durfte, so wird man sich das in Zukunft auch fragen, warum LGBTI so lange diskriminiert wurden und krank gemacht wurden...
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#8 Danny387Profil
#9 LorenProfil
  • 05.06.2018, 15:57hGreifswald
  • Antwort auf #8 von Danny387
  • Wieso feige? Wer eine Gefahr für sich wahrnimmt, muss abwägen, welche Risiken bestehen und wie und ob sie oder er damit umgehen kann. Schlimm finde ich, dass so ein jahrelanger oder vielleicht sogar ständiger Abwägungsprozess ungemein Lebensenergie und -freude wegnimmt, Psychostress pur bedeutet und womöglich daher auch gesundheitliche Beeinträchtigungen nach sich zieht. In einem "Deutschland, in dem wir gut und gerne leben" (CDU 2017), sollte niemand, ob heranwachsend oder erwachsen, in so einer Belastungssituation leben müssen. Die Realität ist leider für sehr viele eine andere.
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#10 LarsAnonym
  • 05.06.2018, 19:40h
  • Antwort auf #4 von Ith_
  • Mir wäre eine Berichterstattung lieber, die Ereignisse besser in einen Kontext einordnet.

    Weder die bunten CSD´s noch Horrormeldungen oder die skurrilsten homophoben Zitate aus aller Welt spiegeln ja die Wirklichkeit ab.

    Auch wenn es um Gefahren geht, sollte man wissen, wo diese tatsächlich und permanent besteht und wo lediglich in bestimmten Situationen Vorsicht geboten ist. Sonst traut man sich irgendwann gar nicht mehr vor die Haustür.

    Reisen, auch in homophobe Länder und konkrete Begegnungen z.B. mit Menschen aus anderen Kulturen, Regionen oder mit anderen geschlchtlichen Identitäen bilden mich weitaus mehr, als Peak News, in denen es nur um schwarz / weiß gegen bunt geht.
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