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Australische Studie

Kondomnutzung unter Schwulen geht wegen PrEP zurück

Forscher aus Down-Under untersuchten die Auswirkungen von PrEP auf Männer, die Sex mit Männern haben – und stellten fest, dass immer weniger auf die Schutzwirkung von Kondomen bauen.


In Australien erhalten viele Jungs immer seltener diesen Anblick (Bild: COC Nederland)

Eine am Mittwoch im Fachmagazin "The Lancet" veröffentlichte australische Studie kommt zu dem Ergebnis, dass wegen der Popularität der Präexpositions-Prophylaxe (PrEP) die Kondomnutzung unter schwulen und bisexuellen Männern in australischen Metropolen erheblich zurückgegangen ist. Die Forscher unter Führung von Professor Martin Holt von der University of New South Wales in Sydney haben dazu Befragungen aus Melbourne und Sydney unter Männern, die Sex mit Männern haben, aus den letzten fünf Jahren ausgewertet.

Das Ergebnis: Zwischen 2013 und 2017 explodierte der Anteil der PrEP-Nutzer unter HIV-negativen Befragten von zwei Prozent auf 24 Prozent. Im selben Zeitraum stieg auch die Zahl der Männer, die unter einer Prep Bareback-Analsex mit One-Night-Stands hatten, von einem Prozent auf 16 Prozent. Laut Professor Holt habe es eine "auffällige Reduzierung" der Schwulen und Bisexuellen gegeben, die immer Kondome nutzten – diese Zahl sei binnen vier Jahren von 46 auf 31 Prozent nach unten gegangen.

Die Zahl der HIV-Neuinfektionen ist in den vergangenen Jahren in Australien gesunken, was auf die höhere Nutzung von PrEP und einer erhöhten Testbereitschaft in der Bevölkerung zurückzuführen sei. Allerdings könnte es auch zu einem falschen Sicherheitsgefühl kommen: "Wenn Personen, die selbst keine PrEP einnehmen, sich sicherer fühlen, könnten sie womöglich seltener Kondome benutzen, weil ihrem Eindruck nach Sex ohne Kondom weniger gefährlich ist, weil die PrEP-Nutzung unter den Sexpartnern nach oben geht", erklärte Professor Holt. Die Langzeiteffekte dieses Trends seien noch nicht abzusehen. Eine mögliche Auswirkung könnten steigende HIV-Infektionszahlen sein: "Es ist möglich, dass die HIV-Übertagungen wieder in der Gruppe der HIV-negativen und ungetesteten Männer, die keine PrEP benutzen, zunehmen."

PrEP schützt nicht vor anderem Geschlechtskrankheiten

Die tägliche Einnahme der PrEP-Pille senkt das Risiko, sich mit HIV zu infizieren, praktisch auf null. Das Medikament wurde 2012 in den USA zugelassen, aber erst vor weniger als zwei Jahren in Europa. Die Behandlung wird derzeit in Deutschland – anders als in Australien – nicht von der Krankenkasse oder einer anderen Behörde erstattet; seit der Zulassung sank der Preis der billigsten PrEP-Monatsration hierzulande allerdings bereits von 800 Euro auf gut 50 Euro (queer.de berichtete).

Die Deutsche Aids-Hilfe betrachtet die PrEP als wirksame Schutzmaßnahme neben Kondomen und Schutz durch Therapie. Zielgruppe seien Menschen mit einem hohen Risiko einer Ansteckung, darunter sexuell aktive schwule Männer mit wechselnden Partnern. Als Nebenwirkungen können Kopfschmerzen, Durchfall oder Magenbeschwerden auftreten. (dk)



#1 NickAnonym
  • 07.06.2018, 18:48h
  • Ich finde es eher bedauerlich, dass man nun Kondome weglässt. Natürlich, PrEP kann gegen eine HIV Neuinfektion sehr sinnvoll sein. Allerdings ist HIV nicht die einzige STI, die man bekommen kann. Therapieresistente Fälle von Gonorrhoe werden in den letzten Jahren leider immer mehr bekannt. Auch diese Krankheiten können tödlich enden! Und ich denke nicht, dass irgendjemand eine zweite Epidemie wie in den 80ern wiederholen möchte.

    Fazit: PrEP ist gut. Allerdings kein Ersatz für Kondome, die wirklich zu 99% verhindern, dass Erreger übertragen werden.
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#2 SaferSexAnonym
  • 07.06.2018, 19:04h
  • Antwort auf #1 von Nick
  • Dafür steigen aber die Syphllis ,Tripper und Chlamydienzahlen seit Jahren rasant an! Es gibt schon fast resistente Tripperstämme auf der Welt! Es ist nur eine Frage der Zeit bis hier der Supergau kommt, auch nach Deutschland. Ich halte nichts vom Condomverzicht bei regelmässig wechselnden Kontakten...
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#3 Hank64Anonym
#4 EpitunteAnonym
  • 07.06.2018, 20:13h
  • Antwort auf #1 von Nick
  • Ich nehme an, dass Du Gummis dann auch konsequent nutzt. Blasen ebenfalls nur mit Gummi und beim Rimmen legst Du ein Lecktuch auf die Popertze, Küssen lässt Du sein. Alles andere wäre Deinem Statement nach Schwachsinn, denn Dir hilft ja das Kondom beim Ficken nicht, wenn Du Dir die megaresistenten, apokalyptisch tödlichen Geschlechrskrankheiten oral einfängst. Das wäre geradezu leichtsinnig und sorglos. Und den Tripper oder die Syphilis holt man sich eben oral.
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#5 prep-hanselAnonym
#6 Andreas RauAnonym
  • 07.06.2018, 21:09h
  • Antwort auf #1 von Nick
  • NEIN, Kondome schützen eben ncht zu 99 % vor anderen Erregern.
    Bitte hört auf, diesen Mythos zu verbreiten. Denn DANN wiegen sich Kondimnutzer in eine falsch Sicherheit, die sie nicht haben.
    Und woher hast Du die Info mit den therapieresistenten Tripperinfektionen?
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#8 Homonklin44Profil
  • 08.06.2018, 10:39hTauroa Point
  • ""Die tägliche Einnahme der PrEP-Pille senkt das Risiko, sich mit HIV zu infizieren, praktisch auf null.""

    Ich möchte mal wissen, warum das immer mit diesem 'praktisch' geschrieben wird, wenn es doch angeblich zu 100% sicher ist, wie auch manche hier immer beteuern.

    Für die, welche weder PrEP, noch Kondome nutzen, wären einfach erreichbare Selbst-Tests noch eine Methode zur Feststellung und/oder Vermeidung von Übertragungen.

    Wie hier offenbar der Jens Spahn vorschlägt:

    www.msn.com/de-de/nachrichten/politik/unsicherheit-und-%c3%a
    4ngste-nehmen-spahn-hiv-selbsttests-sollen-frei-zug%c3%a4ngl
    ich-werden/ar-AAynofW?OCID=ansmsnnews11


    Andere STD's bedürfen dann der jeweiligen Vorkehrungen, die dafür empfehlenswert sind. Ein Denken, dass PrEP eine Omni-Prophylaxe und Wunderfilter für alles inklusive ist, das sonst noch kursiert, sollte nicht aufkommen. Schon die Sackratten dürfte es wenig scheren, ob's wer einnimmt oder nicht.
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#9 AuntieBiotic
  • 08.06.2018, 16:32h
  • Antwort auf #8 von Homonklin44
  • Niemand beteuert, dass die PrEP zu 100% sicher ist. Sie ist es zu 99% - es bleibt ein Restrisiko von einem Prozent. GENAU wie bei Kondomen.

    Außer dem Tod ist nichts auf dieser Welt zu 100% sicher. Wenn ein Restrisiko von 1% gegen alles sprechen würde, lebten wir noch in Steinzeithöhlen.

    Außerdem, wie schon x-mal erläutert: PrEP-User bekommen ein Folgerezept für weitere 3 Monate i.d.R. nur, wenn sie sich auch auf andere sexuell übertragbare Krankheiten testen lassen - im Rhythmus von - je nach Infektion - 3-6 Monaten. Für die Durchführung dieser Tests gibt es genaue Vorschriften.

    PrEP-User werden also weit häufiger auf SÜK getestet als alle anderen. Dem entsprechend können früher Gegenmaßnahmen ergriffen werden, und das Risiko, diese noch länger unerkannt weiter zu verbreiten, wird minimiert.

    ...und täglich grüßt das Murmeltier...
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#10 GeschäftsmodelleAnonym
  • 08.06.2018, 16:57h
  • Antwort auf #9 von AuntieBiotic
  • Es IST ein zusätzliches Risiko und eine erhebliche Belastung, den eigenen Körper mit Chemie vollzupumpen, auf die man eigentlich verzichten könnte.

    Diese Tatsache gehört immer und überall ausdrücklich erwähnt. Gerade angesichts der ökonomischen Macht derer, die daran verdienen.

    Und angeblich "häufigere" Untersuchungen auf andere sexuell übertragbare Krankheiten hin oder her:

    Wer Kondome nutzt, geht die zusätzlichen Risiken, die "freiwillige" bzw. vom glitzernden Pharma-Marketing beeinflusste Pillenschlucker hier faktisch eingehen, eben nicht ein.

    Auch das muss überall dazugesagt werden, selbst wenn es das Geschäftsmodell "sich am besten schon von kleinauf mit Chemie-Cocktails volldröhnen und von diesen abhängig machen (lassen)" weniger gut aussehen lässt.
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