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Premiere

Spanien: Zwei schwule Minister in neuer Regierung

Progressiv, weiblich und schwul: Die sozialistische Regierung in Madrid will sich von den Vorgängern absetzen.


Màxim Huerta (li.) ist neuer Kulturminister, Fernando Grande-Marlaska übernimmt die Führung des Innenministeriums

Der neue spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez hat zwei schwule Männer in seine Regierungsmannschaft berufen, die am Donnerstag von König Felipe vereidigt wurde. Zudem werden unter dem 46-jährigen Premier rund zwei Drittel der Ministerien von Frauen angeführt.

Sánchez hatte seinen konservativen Vorgänger Mariano Rajoy vergangene Woche mit einem konstruktiven Misstrauensvotum im Parlament zu Fall gebracht. Er führt nun eine Minderheitsregierung an – seine sozialistische Partei (PSOE) kontrolliert nur ein Viertel der Parlamentssitze.

Bei den beiden schwulen Ministern handelt es sich um den 55-jährigen Juristen Fernando Grande-Marlaska, der das Innenresort übernimmt, und um den 47-jährigen Journalisten und Schriftsteller Màxim Huerta, der künftig Minister für Kultur und Sport ist. Laut spanischen Medienberichten sind die beiden die ersten offen homosexuellen Minister in der Geschichte der spanischen Demokratie – der Politiker Jerónimo Saavedra (PSOE), der von 1993 bis 1996 zwei Ministerposten inne hatte, outete sich erst im Jahr 2000 und wurde später unter anderem noch Bürgermeister von Gran Canaria.

Grande-Marlaska war bislang Mitglied im Generalrat der rechtsprechenden Gewalt, dem obersten spanischen Organ der Justizverwaltung – er hatte kurz nach der Einführung der Ehe für alle 2005 seinen langjährigen Partner Gorka Gómez geheiratet. Màxim Huerta, der Autor sieben populärer Romane, ist spanischen TV-Zuschauern als langjähriger Moderator von Nachrichtensendungen und einer Frühstücksfernsehshow bekannt und führte zuletzt durch eine Reiseshow.


Ministerpräsident Pedro Sánchez steht vor einer schwierigen Aufgabe: Als Anführer einer Minderheitsregierung muss er sich im Parlament bei jedem Gesetz Mehrheiten suchen. Bild: FSA-PSOE / flickr

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Elf Frauen und sechs Männer

Für internationales Aufsehen sorgte auch, dass elf der 17 spanischen Ministerien künftig von Frauen angeführt werden. Carmen Calvo, die in der letzten sozialistischen Regierung von José Luis Rodríguez Zapatero Kulturministerin war, wird stellvertretende Regierungschefin und übernimmt gleichzeitig das neu eingerichtete Ministerium für Gleichberechtigung.

Die Regierung ist im Gegensatz zur neuen italienischen Regierung außerdem sehr proeuropäisch eingestellt und enthält mehrere Experten – darunter etwa Pedro Duque als neuen Wissenschaftsminister. Der ESA-Astronaut ist bislang der einzige Spanier, der ins All geflogen ist.

Noch ist unklar, wie lange die Regierung halten wird, da sie auf das Wohlwollen des linkspopulistischen Bündnisses Unidos Podemos angewiesen ist. Bereits jetzt kritisierten Politiker dieses Bündnisses, dass Sánchez keinen Minister aus ihren Reihen in seine Regierung aufgenommen hat, obwohl ihre Stimmen für das Misstrauensvotum gegen die konservative Vorgängerregierung ausschlaggebend waren.

Sánchez' Vorgänger im Amt des Ministerpräsidenten, Mariano Rajoy, hatte Spanien zwischen 2011 und vergangener Woche angeführt. Rajoy galt zunächst als äußerst LGBTI-feindlich. Als Oppositionsführer hatte er damit gedroht, Homosexuellen bei einem Wahlsieg 2008 das Ehe-Recht wieder zu entziehen (queer.de berichtete). Als er drei Jahre später wirklich die Macht übernahm, machte er diese Drohung zwar nicht wahr, zeigte sich aber freilich nicht als Vorreiter für LGBTI-Rechte. Immerhin: 2015 besuchte er die gleichgeschlechtliche Hochzeit eines Parteifreundes (queer.de berichtete). (dk)



#1 StraightWhiteMaleAnonym
  • 08.06.2018, 16:20h
  • Also machen Hetero-Männer, obwohl sie rund 45% der Bevölkerung ausmachen, nicht mal 25% der Regierung aus. Wäre ich aus dem selben Holz geschnitzt
    wie Feministinnen, würde ich jetzt nach Hetero-Männer-Quoten schreien. Ich glaube aber ab echte Gleichberechtigung und nicht an Quoten und bin mit jedem geschlechterverhältnis einverstanden, solange alle die entsprechenden Qualifikationen erfüllen und sich ihren Posten auch verdient haben.
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#2 PedroAnonym
  • 08.06.2018, 16:30h
  • "Als Anführer einer Minderheitsregierung muss er sich im Parlament bei jedem Gesetz Mehrheiten suchen."

    Das ist für die Demokratie gar nicht mal das schlechteste, da so nicht mehr nach Koalitionsdisziplin, sondern nach inhaltlichen Überzeugungen abgestimmt wird. Da kann man nicht einfach diktieren, sondern muss ausreichend Leute überzeugen.

    Minderheitenregierungen sind oft für viele Staaten die beste Zeit.
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#3 PedroAnonym
  • 08.06.2018, 16:35h
  • Antwort auf #1 von StraightWhiteMale
  • Aber (weiße) Hetero-Männer erleben eh keine Diskriminierung.

    Die Politik muss sich doch gerade auch um die Gruppen kümmern, die Diskriminierung erleben und wo noch vieles im Argen liegt. Diejenigen, die keine Diskriminierung erleben, brauchen auch nicht davor geschützt zu werden.
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#5 Patroklos
  • 08.06.2018, 21:59h
  • Spanien hat mit dem Regierungswechsel und dem Aus von Rajoy überrascht. Mal sehen, ob es diese neue Regierung mit der Problemprovinz Katalonien besser hinbekommt.
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#6 StraightWhiteMaleAnonym
  • 08.06.2018, 22:19h
  • Antwort auf #3 von Pedro
  • Ist das so? In den USA kriegen Männer für die selbe Straftat bei gleicher krimineller Vorgeschichte härtere Strafen als Frauen. Zudem sind Männer (auch bei uns) häufiger obdachlos, ohne Schulabschluss und begehen häufiger Suizid. Hetero-Männer haben genauso viele, wenn nicht mehr, Probleme wie Frauen.
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#7 AFD-WatchAnonym
  • 08.06.2018, 22:41h
  • Antwort auf #6 von StraightWhiteMale
  • " Zudem sind Männer (auch bei uns) häufiger obdachlos, ohne Schulabschluss und begehen häufiger Suizid. Hetero-Männer haben genauso viele, wenn nicht mehr, Probleme wie Frauen."

    Und schwule Männer begehen noch häufiger Suizid und haben noch mehr Probleme als Hetero-Männer.
    Und nun?
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#8 schwarzerkater
  • 09.06.2018, 07:20h
  • Spanien darf sich freuen! Die alten Zöpfe sind ab. Schon einmal hat Spanien eine Blüte erlebt unter dem Ministerpräsidenten Felipe González. Hoffe die Spanier können daran anschließen.
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#9 Carsten ACAnonym
  • 09.06.2018, 08:04h
  • Antwort auf #1 von StraightWhiteMale
  • Das erinnert mich an diese Kommentare bei CSDs, warum es denn nicht auch solche Tage und Paraden für Heteros gäbe.

    Ganz einfach:
    jeder Tag ist "Hetero-Tag". Heteros werden nicht nur aufgrund ihrer Gefühle diskriminiert. Da braucht man sowas schlichtweg nicht.
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#10 michael008