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New Hampshire

"Lebe frei oder stirb": Republikanischer Gouverneur unterzeichnet zwei LGBTI-Gesetze

LGBTI-Aktivisten feiern Siege in einem Bundesstaat, der von der Trump-Partei kontrolliert wird.


Als jüngster unter den 50 Gouverneuren der USA gibt sich der Republikaner Chris Sununu liberal (Bild: Csununu / wikipedia)

Chris Sununu, der republikanische Gouverneur des US-Bundesstaat New Hampshire, hat am Freitag zwei Gesetze zur Verbesserung der Rechte sexueller und geschlechtlicher Minderheiten unterzeichnet: HB 1319 verbietet Diskriminierung aufgrund der Geschlechtsidentität im Arbeitsrecht sowie teilweise im Zivilrecht – New Hampshire ist der 19. Bundesstaat, der Transpersonen auf diese Art vor Diskriminierung schützt. HB 587 untersagt Therapien zur "Heilung" von Homo- oder Transsexualität bei Jugendlichen. Bislang haben nur zwölf der 50 Bundesstaaten ein derartiges Gesetz beschlossen.

In einer Stellungnahme spielte der Gouverneur auf das Motto seines Bundesstaates ("Lebe frei oder stirb") an: "Diskriminierung – in jeder Form – ist inakzeptabel und widerspricht dem Geist von 'Live Free or Die'", erklärte der 43-Jährige. "Wenn wir wirklich der 'Live Free or Die'-Staat sein wollen, müssen wir sicherstellen, dass New Hampshire ein Ort ist, an dem jeder Mensch unabhängig von seinem Hintergrund die gleichen Chancen hat, um seine Träume zu verfolgen und ein besseres Leben für sich und seine Familie anzustreben."

LGBTI-Gleichbehandlung: "Nicht Parteipolitik, sondern Menschenrechte"

Beide Gesetze waren in den letzten Wochen von beiden Kammern des Parlaments in der Hauptstadt Concord verabschiedet worden – sowohl im Senat als auch im Repräsentantenhaus haben die Republikaner eine Mehrheit. LGBTI-Aktivisten verweisen deshalb darauf, dass der Schutz von sexuellen und geschlechtlichen Minderheiten kein parteipolitisches Thema sein dürfe: "Bei der LGBTQ-Gleichstellung geht es nicht um Parteipolitik, sondern um Menschenrechte", erklärte Masen Davis, der Chef der LGBTI-Kampagne "Freedom for All Americans". Er lobte, dass einige konservative Abgeordnete "Trans-Nachbarn getroffen haben und sich über die schrecklichen Auswirkungen von Diskriminierung gegen LGBTQ informiert haben."

Freilich gibt es unter Republikanern nach wie vor weit mehr Widerstand gegen LGBTI-Gleichbehandlung als unter Demokraten – auch in New Hampshire hat eine Mehrheit der Parlamentarier der Trump-Partei gegen beide Gesetzentwürfe gestimmt. Am Ende wurden die Gesetze nur beschlossen, weil die oppositionelle demokratische Fraktion geschlossen dafür votiert hatte. Zudem sind die Republikaner in Neuengland-Staaten traditionell liberaler als beispielsweise im Süden oder im Mittleren Westen. In Texas versuchten etwa konservative Republikaner vergangenes Jahr, Transsexuellen die Nutzung von öffentlichen Toiletten, die ihrer Geschlechtsidentität entsprechen, zu untersagen (queer.de berichtete). (dk)



#1 goddamn liberalAnonym
  • 12.06.2018, 13:13h
  • New Hampshire liegt im liberalen Neuengland, nicht im 'Lost South' mit seinen ehemaligen Sklavenhalterstaaten.

    Die Republikaner waren mal die Partei von Abraham Lincoln und der Nordosten ist der einzige Rest der USA, wo das heute noch nachwirkt.
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#2 lollipopAnonym
  • 12.06.2018, 13:35h
  • Es gibt sie doch noch... gute Nachrichten und vernünftige Leute.

    Bei all den Negativmeldungen neigt man manchmal das zu vergessen.
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#3 MatsAnonym
  • 12.06.2018, 14:59h
  • "HB 587 untersagt Therapien zur "Heilung" von Homo- oder Transsexualität bei Jugendlichen. Bislang haben nur zwölf der 50 Bundesstaaten ein derartiges Gesetz beschlossen."

    Aber selbst mit diesen "nur" 12 Bundesstaaten sind die USA schon mal viel weiter als Deutschland.

    Hierzulande wird ja jeder Versuch, solche Gehirnwäsche-"Therapien", die erwiesenermaßen schwerste psychische Schäden verursachen und bis zum Tod führen können, zu verbieten, von Union und SPD abgeschmettert. Union und SPD sehen da angeblich "keinen Bedarf".
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#4 Patroklos
  • 12.06.2018, 20:19h
  • Da muß erst ein Republikaner (!) kommen, um die beiden LGBTI-freundlichen Gesetze - eigentlich ein Paradoxon, wenn sich das zu Gemüte führt - gleich zu unterzeichnen! Da fragt man sich, warum es die beiden Vorgänger - Maggie Hassan und John Lynch (beide Demokraten) - das nicht schon taten!
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#5 swimniAnonym
#6 viking39Anonym
  • 13.06.2018, 16:49h
  • Antwort auf #4 von Patroklos
  • gute frage. ich vermute, es hatte keine priorität für die beiden demokraten, was den staat als gesamtes angeht.

    darüberhinaus heißt republikaner zu sein nicht automatisch LGBTI-feindlichkeit, wenngleich man in dem spektrum öfter solche menschen findet.
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