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Steueraffäre

Spanien: Schwuler Kulturminister nimmt nach sechs Tagen den Hut

Seit der Einführung der Demokratie in Spanien war kein Minister kürzer im Amt als er: Màxim Huerta, einer von zwei schwulen Ministern in der Regierung Sánchez, ist nach Vorwürfen der Steuerhinterziehung zurückgetreten.


Vor wenigen Tagen zeigte sich Màxim Huerta beim Fotoshooting der neuen Minister adrett und selbstbewusst (Bild: Pool Moncloa/César P.Sendra / wikipedia)

Erst vergangenen Donnerstag war in Madrid die Ministerriege der neuen Minderheitsregierung des Sozialisten Pedro Sánchez vereidigt worden, darunter mit Fernando Grande-Marlaska und Màxim Huerta auch die ersten beiden offen schwulen Minister in der Geschichte der spanischen Demokratie (queer.de berichtete). Nach sechs Tagen im Amt musste Huerta, der das Kultur- und Sportressort inne hatte, am Mittwochabend bereits seinen Rücktritt verkünden. Der 47-jährige Journalist und Schriftsteller, der auch als langjähriger Moderator von Nachrichtensendungen und einer Frühstücksfernsehshow ein bekanntes Gesicht in Spanien ist, soll Steuern hinterzogen haben.

Spanische Medien hatten unter Berufung auf Justizkreise berichtet, dass Huerta im vergangenen Jahr wegen Steuerbetrugs zwischen 2006 und 2008 verurteilt worden sei – der Minister habe über 200.000 Euro an Steuern hinterzogen. Er habe seine Einkünfte in eine eigens dafür gegründete Firma weitergeleitet, für die er nur die niedrigeren Unternehmensssteuersätze gezahlt habe.

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Huerta beteuert seine Unschuld

Noch am Mittwochmorgen hatte Huerta in einem Radiointerview einen Rücktritt kategorisch ausgeschlossen. Als er am Abend schließlich bekannt gab, dass er das Ministeramt aufgeben werde, beharrte er darauf, dass er unschuldig sei. Die Nachzahlung sei Folge der "Revision von Steuerkriterien" gewesen, von der hunderte "Schriftsteller, Schauspieler, Moderatoren und Radiosprecher" betroffen gewesen seien. Zugleich gab er zu, wegen der Sache Strafzahlungen an das Finanzamt getätigt zu haben.

Mit seinem Rücktritt wolle Huerta Schaden von der neuen Regierung abwenden. "Um das, was man am meisten liebt, zu verteidigen, muss man manchmal zurücktreten", schrieb er auf Twitter.

Twitter / maximhuerta

Die Regierung Sánchez war nur wegen mehrerer Korruptionsskandale der konservativen Vorgängerregierung von Ministerpräsident Mariano Rajoy ins Amt gekommen. Unter anderem wurde der Schatzmeister von Rajoys Volkspartei für schuldig befunden, mehr als elf Millionen Euro an Steuern hinterzogen zu haben. Die neue sozialistische Regierung, die nur ein Viertel der Parlamentssitze inne hat und daher auf Unterstützung der anderen Parteien angewiesen ist, versprach bei ihrem Antritt, gegen Korruption vorzugehen. (dk)



#1 Patroklos
  • 14.06.2018, 17:42h
  • Herr Sánchez hätte bei der Wahl seiner Minister für das neue Kabinett einmal besser recherchieren und Huerta nicht zum Kulturminister machen sollen! So ist das für die neue Regierung ein Fehlstart.
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#2 TheDadProfil
  • 14.06.2018, 22:31hHannover
  • Antwort auf #1 von Patroklos
  • ""Die Nachzahlung sei Folge der "Revision von Steuerkriterien" gewesen, von der hunderte "Schriftsteller, Schauspieler, Moderatoren und Radiosprecher" betroffen gewesen seien.""..

    Was die Einen dann als unbedenklich erachtet haben, wurde von den beleidigten Leberwürsten der abgewählten Regierung dann als "Neuigkeit" ausgeschlachtet..

    Eimer und Schäufelchen..
    Erinnert mich irgendwie an einige Leute hier..
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#3 gatopardo
  • 15.06.2018, 12:21h
  • Antwort auf #2 von TheDad
  • So ist es und die reaktionäre Meute wird auch weiterhin nicht ruhen. Es hatte sich aber schon bei der Wahl von Huerta zum Kultusminister am Anfang bei uns das Gefühl aufgedrängt, dass es sich um einen Quotenschwulen handelte, der in Boulevard-Magazinen bereits bekannt war und keiner Partei angehört. Der neue Minister José Guirao ist von ganz anderem Kaliber und war bereits Direktor des zeitgenössischen Museums Reina Sofía in Madrid. Bin nicht sicher, ob er auch schwul ist, aber das spielt ja überhaupt keine Rolle mehr und so muss es auch sein.
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