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Homophober Firmunterricht

Österreich: Katholische Kirche setzt Homosexualität und Mord gleich

Im Firmunterricht einer österreichischen Gemeinde lernen Jugendliche, dass Mord und Homosexualität praktisch das gleiche ist. LGBTI-Aktivisten prüfen nun eine Klage.


Der Kurort Bad Gastein gehört zu den schönsten Orten Österreichs, allerdings lehrt die katholische Kirche offen den Hass auf Homosexuelle (Bild: Björn Groß / flickr)
  • 14. Juni 2018, 14:37h 45 3 Min.

In Österreich gibt es laut einem Bericht der Wiener Zeitung "Standard" Aufregung um Unterlagen für Firmschüler der katholischen Gemeinde Bad Gastein im Bundesland Salzburg. Darin wird Homosexualität nicht nur mit sexuellen Handlungen mit Tieren und Kindern gleichgesetzt, sondern auch mit vorsätzlichem Mord. Das alles sei Sünde, erfahren die ungefähr 14 Jahre alten Schüler im Unterricht.

Im Kapitel "Die Gebote Gottes und der Kirche" werden unter anderem "vier Sünden" aufgezählt, "die zum Himmel schreien". Nach "vorsätzlichem Mord" erscheint an zweiter Stelle "Die Sünde Sodoms (Sodomie, Pädophilie, homosexuelle Akte)". Danach folgen "Unterdrückung der Armen" und "Arbeiter um ihren Lohn bringen". Autor des Textes ist Pfarrer Rainer Hangler.

Über die Gleichsetzung erzürnte Eltern hatten Bürgermeister Gerhard Steinbauer von der christsozialen ÖVP kontaktiert – auch Steinbauer war laut "Standard" über die Schriften "einigermaßen schockiert". Darum schrieb der Politiker den Salzburger Erzbischof Franz Lackner an und fragte, ob diese "Aussagen im 21. Jahrhundert noch zeitgemäß sind".

Erzbischof: "Zeitgemäß versus nicht zeitgemäß" für das Christentum nicht relevant

Lackners Antwort war desinteressiert – er wollte sich in dem Schreiben nicht von dem Vergleich distanzieren. Zum Thema schrieb der stellvertretende Chef der österreichischen Bischofskonferenz lediglich, dass das Raster "zeitgemäß versus nicht zeitgemäß" für das Christentum nicht relevant sei. "Christlicher Glaube wird immer eine gewisse Differenz zu Meinungen und Gewohnheiten der jeweiligen Zeit bilden, nur so kann er als Salz Geschmack verleihen." Die Herausforderung bestehe darin, "die christliche Idealgestalt gelebter Sexualität klar zu benennen, aber dennoch sich an jeweiligen anders lebenden Personengruppen nicht durch Verurteilung und Diskriminierung schuldig zu machen".

Der verantwortliche Pfarrer verteidigte seine Papiere, die seiner Meinung nach nur eine Diskussion auslösen sollten. Im Firmunterricht hätte er über das Thema gar nicht gesprochen. Die Gleichsetzung von Homosexualität und Mord wird den Firmlingen damit gänzlich unkommentiert vermittelt.

LGBTI-Organisation prüft Klage

Scharfe Kritik an dem Vergleich äußerten LGBTI-Aktivisten: "In einem Firmunterricht im Jahr 2018 Homosexualität als eine der 'Sünden, die zum Himmel schreien', zu bezeichnen, ist grob fahrlässig und führt zu massivem Leiden für homo- und bisexuelle Jugendliche. Jungen Menschen zu suggerieren, Homosexualität sei gleichzusetzen mit Mord, ist schlicht inakzeptabel", erklärte Gabriele Rothuber, die Chefin von HOSI Salzburg. Es werde "Hass geschürt, wohlwissend, dass gleichgeschlechtlich empfindende Jugendliche unter den Anwesenden sein können". Ihr Verband prüfe daher, gerichtlich gegen die Kirche vorzugehen.

Österreichische Bischöfe haben sich in den letzten Jahren immer wieder homophob geäußert. Am weitesten ging der kürzlich in den Ruhestand getretene Salzburger Weihbischof Andreas Laun, der homosexuelle Liebe mit Auschwitz verglich oder LGBTI schlicht als "gestörte Männer und Frauen" bezeichnete. (dk)

-w-

#1 Peter-L-HHAnonym
  • 14.06.2018, 17:13h
  • Wieso Schreibt Papst Franziskus eine Enzyklika genau deswegen an alle Bistümer wenn diese scheinbar in denn Papier-Schredder landen.
    Papst Franziskus hat ausdrücklich dieses mit denn Worten " Ich schreibe es jetzt Sinngemäß " -
    " Alle Menschen sind Geschöpfe Gottes - Also sind auch Homosexuelle Geschöpfe Gottes " !
    Ich verstehe die Welt und die Religionen im 21ten Jahrhundert nicht mehr. Warum immer alles so Kompliziert machen wenn es auch Einfacher geht ?
    " ( " L - M - A - A " ) " !
    Liebe Grüße und alles Gute wünsche ich zu 100% euch alle euer Peter.
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#2 monchichiAnonym
  • 14.06.2018, 17:19h
  • hahaha
    Dann aber mit dem finger auf die bruder religion islam weisen und deren hetze auflisten aber keinen deut besser sein.
    Aber wie auch ,monotheismus ist nun mal das was es ist,der letzte ....... menschlich spiritueller verirrungen :))
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#3 AuntieBioticEhemaliges Profil
  • 14.06.2018, 17:26h
  • ""Christlicher Glaube wird immer eine gewisse Differenz zu Meinungen und Gewohnheiten der jeweiligen Zeit bilden, nur so kann er als Salz Geschmack verleihen.""

    Ja: im Dreschen hohler Phrasen sind sie ganz groß, die Glaubensmenschen...

    Ganz abgesehen von der ebenfalls unerträglichen Gleichsetzung einvernehmlicher "homosexueller Akte" mit Tier- und Kindesmissbrauch (gehen die lieben Zölibatären da etwa zu sehr von sich selbst aus?), bedeutet eine Gleichsetzung mit Mord ja auch, dass man ähnlich hohe Bestrafungen erwartet.

    Offenbar sehnt man sich nach Zeiten zurück, in denen Homosexuelle zu Lebenslänglich oder zum Tod verurteilt werden konnten und wurden?

    Bezüglich der "Unterdrückung der Armen" sollten sich doch bitte die Kirchen, die mit den neoliberal-konservativen Parteien auf engste Weise zusammenarbeiten, zuallererst an der eigenen Nase fassen. Sowohl Kirchen als auch Konservative beuten seit Jahrhunderten die Armen aus und tun es auch nach wie vor sehr, sehr gern. Das gehört ganz offenbar mit zu ihrem Konzept der ungleichen Menschenwürde.

    Realität ist, dass die Macht- und Unterdrückungsorganisationen der Kirchen seit jeher mit dazu beitragen, gewisse Menschen klein zu halten - sei es durch moralische Verurteilung, durch Halten in Armut oder auch eine Kombination von beidem (das wirkt schließlich am besten).

    Letztens musste ich in einer religiösen Veröffentlichung lesen, "die Würde des Menschen" sei "ein Geschenk Gottes". Im Klartext: die Stellvertreter dieses Hirngespinstes auf Erden verteilen hier die Menschenwürde "in seinem Auftrag". Und entscheiden ganz nebenbei eben mal, wer überhaupt Menschenwürde verdient und wer nicht.

    Nur wer nach ihren Unterdrückungsregeln funktioniert, hat in dieser Gesellschaft überhaupt eine Chance. Wobei sie selbst zugeben, dass es null Relevanz hat, ob ihre Regeln auch nur annähernd zeitgemäß sind oder nicht.

    Helft mit, ihnen weiter die Machtgrundlage zu entziehen:

    www.kirchenaustritt.de/

    Die Seite informiert auch über die Gegebenheiten in Österreich und der Schweiz.
  • Direktlink »