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Demoverbot in der Innenstadt

CSD Freiburg verklagt die Stadt

Im Breisgau ist der Streit um die Route für den Christopher Street Day am 23. Juni eskaliert. Sechs Fraktionen im Gemeinderat fordern OB Salomon zum Einlenken auf und beklagen einen "Imageschaden".


"Liebe"-Laster beim CSD Freiburg 2017. In diesem Jahr möchte Stadt die Trucks aus der zentralen Innenstadt verbannen (Bild: Andreas Schwarzkopf / wikipedia)
  • 16. Juni 2018, 06:42h 20 3 Min.

Die Veranstalter des CSD Freiburg haben am Freitag Klage gegen die Stadt Freiburg erhoben. Damit wenden sie sich gegen einen Auflagenbescheid des Amts für öffentliche Ordnung, der den Veranstaltern am 11. Juni – weniger als zwei Wochen vor der am 23. Juni geplanten Demonstration – zugestellt wurde.

Hauptstreitpunkt ist die Paraderoute, die nach dem Willen der Stadt nicht mehr durch die zentralsten und belebtesten Wege in der Innenstadt führen soll. Die Stadtverwaltung begründete die Ablehnung einer Parade mit LKWs über den Bertoldsbrunnen und die Kaiser-Joseph-Straße mit Sicherheitsbedenken zu Fußgängern und Befürchtungen, dass der Straßenbahnverkehr behindert werde (queer.de berichtete).

"Es geht nicht darum, uns irgendwie zu feiern, sondern in erster Linie mit einer Demonstration nach dem Versammlungsrecht unsere Anliegen in die Öffentlichkeit zu bringen", erklärte Ronny Pfreundschuh vom CSD-Verein. Er erinnerte daran, dass die Stadt beim Rosenmontagszug, beim Freiburg-Marathon und selbst beim Global Marijuana March keine Probleme mit der gewünschten Streckenführung hatte. Außerdem klagen die Pride-Organisatoren noch gegen zwei weitere Punkte im Auflagenbescheid, die Toiletten und Listen von Wagenverantwortlichen sowie Fahrern betreffen.

Vermittlungsversuch gescheitert

Ein letzter Vermittlungsversuch zwischen CSD-Veranstaltern, Stadtverwaltung und Polizei war am Donnerstag gescheitert. Bei dem Treffen auf Initiative der Gender-Mainstreaming-Geschäftsstelle wurde zwar eine Alternativroute diskutiert, das Amt für öffentliche Ordnung gab jedoch keine feste Zusage. "Deshalb haben wir uns jetzt dazu entschieden, diese Rechtsfragen, die hier im Raum stehen, durch ein Gericht klären zu lassen", so Marie Mueller vom CSD-Team.

Unterstützung erhielten die CSD-Veranstalter von sechs der acht Fraktionen im Gemeinderat. In einem gemeinsamen Antrag (PDF) forderten Grüne, SPD, UL, JPG, Freie Wähler und FDP den abgewählten, aber noch bis Ende des Monats amtierenden Oberbürgermeister Dieter Salomon (Grüne) auf, "eine Demonstrationsroute unter Einschluss der Kaiser-Joseph-Straße zu ermöglichen und den Auflagenbescheid entsprechend anzupassen und über den Vorgang im Hauptausschuss am 18. Juni zu berichten". Der CSD sei eine "Veranstaltung mit hoher politischer Relevanz", ermahnten die Parteien Stadtspitze und -verwaltung. "Der Imageschaden, der zwischenzeitlich durch die ablehnend-zögerliche Haltung der Stadt eingetreten ist, ist in den sozialen Medien deutlich zu entnehmen."

Bereits im vergangenen Jahr hatte es in Freiburg Probleme gegeben: Damals weigerte sich die Stadtverwaltung ebenfalls, eine in den Jahren zuvor unproblematische CSD-Route durch die Innenstadt zu genehmigen (queer.de berichtete). Auch wurde kritisiert, dass es während der Pride-Woche keine Regenbogenbeflaggung mehr am Rathaus gegeben hatte. In diesem Jahr habe das Amt für öffentliche Ordnung das Demoverbot in der zentralen Innenstadt eine "politische Entscheidung" genannt, so die CSD-Veranstalter. (cw)

-w-

#1 AndreasKA
  • 16.06.2018, 10:44hKarlsruhe
  • ... was ist denn da los in Freiburg? Spinnen die Kommunalpolitiker? Unfassbar, dass den CSD-Planern derartige Steine in den Weg gelegt werden!
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#2 YannickAnonym
  • 16.06.2018, 12:50h
  • Richtig so!

    Das ist pure Schikane und einer Verletzung des Grundrechts auf Versammlungsfreiheit.

    Dieses Grundrecht dürfte man nur einschränken, wenn dadurch irgendwelche Gefahren entstehen, aber da ja andere Demos, Umzüge, etc. auch in der Innenstadt genehmigt werden, geht es hier nur darum, uns aus der Innenstadt fernzuhalten, damit wir die braven, "gottesfürchtigen" Heteros nicht mit unserem Anblick belästigen...

    Die alte Taktik des Unsichtbar-Machens. Und die immer Anfang noch viel schlimmerer Dinge ist.

    Das dürfen wir uns nicht bieten lassen. Wehret den Anfängen.

    Natürlich hätten wir auch besseres mit unserer Zeit und unserem Geld zu tun und es ist lästig, für Grundrechte kämpfen zu müssen, auch wenn wir das gewohnt sind. Und die Verantwortlichen setzen wohl auch darauf, dass wir den Klageweg scheuen.

    Aber es wichtig, das notfalls eben einzuklagen. Wir müssen denen zeigen, dass wir uns das nicht bieten lassen und dass wir nicht brav den Mund halten und uns nicht unsere Rechte nehmen lassen.

    Wenn die uns dazu zwingen, den Klageweg zu bestreiten, dann ist das eben so und dann müssen wir das auch tun.
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#3 PierreAnonym
  • 16.06.2018, 13:19h
  • Tja, im "Ländle" will man halt selbst in Großstädten die "Perversen" nicht in den Innenstädten haben.

    Aber wer hier wirklich pervers ist, dazu könnte man ja mal so ein paar Dinge erzählen... Denn diese ganzen ach so braven Biedermänner und selbsternannten Moral-Apostel wollen mit ihrer Hetze gegen andere ja nur von sich selbst ablenken...

    Denn meist sind die Leute, die besonders viel von Moral reden, selbst die unmoralischsten Menschen und diejenigen, die am meisten Dreck am Stecken haben... Ich habe manchmal das Gefühl, dass die sich mit ihrem Gerede selbst was vorgaukeln und sich das so lange einreden, bis sie es selbst glauben. Die sind komplett in ihre Parallelwelt abgedriftet.

    Aber nur weil die gestört sind, dürfen wir uns unsere Rechte nicht nehmen lassen. Deshalb ist die Klage (auch wenn das jetzt lästig ist) der einzig richtige Weg. Alles andere wäre nicht vertretbar gewesen.
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