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Kino-Highlight

Feuchte Träume mit Harry Potter

Ab 28. Juni im Kino: "Love, Simon" ist die süße, manchmal kitschige, aber an vielen Stellen bewegende Story über einen Schüler, der noch niemandem erzählt hat, dass er schwul ist.


Miles Heizer (Cal) und Nick Robinson (Simon) (Bild: Twentieth Century Fox)

"Mama, ich muss dir was sagen. Es tut mir leid, aber ich bin hetero." Was wäre, wenn sich Heteros outen müssten? Warum ist Heterosexualität der Standard, der keiner Erklärung bedarf? Diese Fragen stellt sich Simon, ein schwuler Teenager. Er bringt nicht den Mut auf, sich zu outen und phantasiert sich die Bekenntnisse seiner Heterofreunde zusammen. Eine Schulkollegin so: "Mama, ich mag Jungs." Die Mutter bricht schluchzend zusammen. Ein komödiantischer Höhepunkt des charmanten Coming-out-Films.

"Love, Simon" ist die süße, manchmal kitschige, aber an vielen Stellen bewegende Story über Simon (Nick Robertson), der noch niemandem erzählt hat, dass er schwul ist. Nicht seiner liberalen Psychotherapeuten-Mama, nicht seinem ständig witzelnden Vater. Er verschweigt es auch seinen engsten Freunden und seiner besten Freundin seit Kindertagen. Er hat Angst, dass ihn die anderen ab dann völlig anders wahrnehmen. Simon weiß, dass kein Weg am Coming-out vorbeiführt, aber er will noch ein wenig länger der bleiben, der er bisher in den Augen der anderen war. Harte Sache, die Identitätsbildung in der Pubertät.

Einzig in der Anonymität eines Online-Forums vertraut er sich einem anderen Schwulen seiner High School an. Sie chatten viel miteinander. Wer ist der andere Junge? Simon will es herausfinden und träumt von einer Romanze. Wir dürfen mitträumen.

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Eine schwule Story, produziert von einem Major-Studio


Poster zum Film: "Love, Simon" startet am 28. Juni 2018 in deutschen Kinos

Die Leichtigkeit der Geschichte ist auch die Quelle ihres Charmes. Klar, der Film ist nicht bahnbrechend wie das oscarnominierte "Call me by your name". Beachtlich aber, dass ein ein Major-Studio das Genre High School Romantic Comedy mit einer schwulen Hauptstory produziert. Und zwar mit allem, was dazu gehört, inklusive spannungsgeladenem Finale mit Kuss! Das Studio wurde dafür ökonomisch belohnt: "Love, Simon" spielte bisher das Dreifache seiner Produktionskosten ein.

Ein kleiner Wermutstropfen trübt jedoch den Kinospaß. Überflüssiges Nerd-Shaming poppt auf, wenn Simon in einer Sequenz befürchtet, dass der andere schwule Junge ein Sonderling aus der Neigungsgruppe Schach sein könnte. Simon, du solltest besser wissen, was es bedeutet, anders als die anderen zu sein!

Auf der Habenseite verbucht der Film aber den herben und sexy Charme des Hauptdarstellers Nick Robinson. Außerdem die Erkenntnis, dass ein Coming-out trotz Ehe für alle für jede Generation schwer ist, weil selbst die freisinnigsten Eltern heteronormative Erwartungen an ihre Kinder haben. Übrigens in diesem Fall einer Generation, die wie Simon ihre feuchten Träume Harry Potter beziehungsweise Daniel Radcliffe verdankt. Zauberhaft!

Schönes Detail am Rande: Durch die Erfahrungen während der Dreharbeiten outete sich der Nebendarsteller Keiynan Lonsdale als bisexuell (queer.de berichtete).

Direktlink | Offizieller deutscher Trailer

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Infos zum Film

Love, Simon. Spielfilm. USA 2018. Regie: Greg Berlanti. Darsteller: Nick Robinson, Katherine Langford, Alexandra Shipp, Logan Miller, Keiynan Lonsdale, Jennifer Garner, Josh Duhamel. Laufzeit: 110 Minuten. Sprache: deutsche Synchronfassung. FSK 0. Verleih: Twentieth Century Fox of Germany. Deutscher Kinostart: 28. Juni 2018
Galerie:
Love, Simon
12 Bilder
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#1 PierreAnonym
  • 22.06.2018, 11:08h
  • Ein wunderschöner Film, den wir unterstützen sollten.

    Es ist selten genug, dass Filme mit LGBTI-Thematik es auch in die deutschen Kinos schaffen und dann auch noch synchronisiert werden, was für viele Menschen immer noch entscheidend ist.

    Wenn das dann mal passiert, sollten wir das auch unterstützen und zum Erfolg führen, damit das hoffentlich in Zukunft noch öfter passiert und es noch viel mehr LGBTI-Sichtbarkeit gibt, die noch viel mehr Menschen erreicht.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 Patroklos
#3 AchillAnonym
#4 WindheimerAnonym
#5 Chris TalAnonym
  • 22.06.2018, 18:59h
  • Antwort auf #4 von Windheimer
  • Im Film wird der Zusammenhang schon klar ;-)

    Nur das Artikel-Photo passt nicht zur Bildbeschreibung, denn das ist gar nicht Bram, sondern Cal, der Simon da (fast) küsst (leider nur in einer Fantasie-Szene).
  • Antworten » | Direktlink »
  • Anm. d. Red.: Danke für den Hinweis.
#6 lindener1966Profil
  • 22.06.2018, 20:10hHannover
  • Hier kann man ihn am Montag in einer Vorpremiere am Raschplatz sehen (OmU) freu mich schon sehr drauf! Buch gerade im Urlaub gelesen, mit Dauergrinsen. Das Buch hat Becky Albertally geschrieben, eine (heterosexuelle) Mutter und Kinder- und Jugendpsychologin. Es ist auf Deutsch unter dem Titel "Nur drei Worte" erschienen. Auf dem Bild ist übrigens nicht "Blue" zu sehen, der anonyme Nickname des mysteriösen schwulen Jungen aus der Schule. Die erste LGBT Rom-Com mit einem weiten Release. Wenn er dann richtig rauskommt, werden wohl hauptsächlich kleine Mädchen im Kino sitzen ;-). Leider guckt fast keiner meiner schwulen Freunde incl. meinem Mann schwule Filme. "Call Me By Your Name" musste ich mir zuerst alleine anschauen, was ich ihm nie verzeihen werde. Aber in " Victoria und Abdul" hat er mich reingeschleppt. Was für eine Schmonzette. Er hat geweint...na ja.
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#7 queermydearAnonym
  • 22.06.2018, 20:25h
  • Ich möchte hier nur kurz anmerken, dass der Schauspieler Keiynan Lonsdale sich nicht als bisexuell geoutet hat, sondern nur, dass er auch auf Jungs steht. Er hat sich kein eigenes Label gesetzt und könnte demnach vielen Sexualität angehören. Sonst guter Artikel
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#8 TheDadProfil
#9 MikeAnonym
  • 22.06.2018, 23:50h
  • Eben auf DVD aus America geschaut-geiler Film! Das Buch ist auch echt gut!! 100% Empfehlung von mir!
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#10 DominikAnonym
  • 23.06.2018, 07:55h
  • Antwort auf #7 von queermydear
  • Wenn er geäußert hat, sexuell sowohl auf Männer als auch auf Frauen zu stehen, hat er sich sowohl als bisexuell geoutet. Vielleicht ändert sich das noch mal in seinem Leben und das Pendel schlägt dann eher in die eine oder eher in die andere Richtung aus. Unzählig viele Sexualitäten gibt es aber nicht, auch wenn du das in deiner ganz persönlichen Vorstellungswelt gern so hättest.
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