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LGBTI-Medien

Pro-Fun Media meldet Insolvenz an

Mit dem Frankfurter Kinofilmverleih und DVD-Produzenten ist erneut ein queeres Unternehmen in finanzielle Schieflage geraten.


Momentan vermutlich nicht sehr begehrt: Geschenkgutschein für den Pro-Fun-Onlineshop (Bild: Pro-Fun Media)

Die Pro-Fun Media GmbH aus Frankfurt am Main hat Insolvenz angemeldet. Wie erst jetzt bekannt wurde, ordnete das Amtsgericht Frankfurt bereits am 11. Juni die vorläufige Verwaltung des Vermögens auf eigenen Antrag des queeren Kinofilmverleihs, DVD-Produzenten, Video-on-Demand-Anbieters und Versandhandels an.

Zur vorläufigen Insolvenzverwalterin wurde die Frankfurter Rechtsanwältin Petra Heidenfelder bestellt. "Verfügungen der Schuldnerin sind nur mit Zustimmung der vorläufigen Insolvenzverwalterin wirksam", heißt es in dem Gerichtsbeschluss.

Die Insolvenz fällt ausgerechnet in das 25-jährige Jubiläum des 1993 von den beiden geschäftsführenden Gesellschaftern Axel Schmidt und Marek Spreitzer gegründeten Firma. "Heute ist die Pro Fun Media GmbH Marktführer im deutschsprachigen Europa und bietet das umfangreichste Filmangebot in ihrem Special-Interest-Segment", heißt es auf der Website, die für August noch zwei DVD-Neuerscheinungen ankündigt. Eine Information zum Insolvenzverfahren findet sich dort nicht.

Verhandlungen mit zwei potentiellen Investoren

Man versuche das Unternehmen zu retten, erklärte das Büro der vorläufigen Insolvenzverwalterin gegenüber dem Magazin "Mannschaft". Man verhandele aktuell mit zwei potentiellen Investoren. Die Pro-Fun Media GmbH beschäftigt nach eigenen Angaben sechs feste Mitarbeiter, zwei Teilzeitkräfte sowie einige Freiberufler in den verschiedenen Unternehmensbereichen, die von einem Team von fünf Außendienstmitarbeitern in Deutschland, Österreich und der Schweiz unterstützt werden.

Im vergangenen Jahr hatte bereits die Insolvenz des Berliner Bruno Gmünder Verlags Deutschlands queere Medienlandschaft erschüttert (queer.de berichtete). Die Buchsparte war daraufhin von der Edition Salzgeber übernommen worden, die wie Pro-Fun als Filmverleih und DVD-Anbieter tätig ist (queer.de berichtete). (cw)



#1 FrankfurterAnonym
  • 23.06.2018, 17:36h
  • Hoffentlich kommt das Unternehmen wieder auf die Beine.
    Ist aber auch schwierig heute als DVD Onlineshop zu überleben bei der Konkurrenz durch Streamingdienste.
    Vielleicht wäre das ja mal ein neues Geschäftsfeld für ProFun und deren Wettbewerber Salzgeber: Ein Streamingdienst mit queeren Filmen, die man bei mainstream Streamingdiensten wie Netflix oder Amazon Prime nur in geringer Anzahl findet.
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#2 Patroklos
  • 23.06.2018, 20:05h
  • Das sind traurige Neuigkeiten und ich hoffe, daß Por Fun Media weiterhin bestehen bleibt, sich also eine Lösung findet.
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#3 VlltAnonym
  • 23.06.2018, 20:14h
  • Vllt sollten Salzgeber und Profun fusionsweise an einem Strang ziehen.

    Und vllt sollte die Community Zusammenhalt zeigen und nicht nur Geld bei Netflix lassen.
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#4 KlatscheAnonym
  • 23.06.2018, 20:54h
  • Antwort auf #3 von Vllt
  • Genau, anstelle von guten Filmen bei Netflix schaut man nur noch schlechte bei Pro-Fun , aber dafür überlebt dann dieses Unternehmen. Super Idee! Vielleicht einfach mal nachlesen, wie Kapitalismus funktioniert, und warum der so erfolgreich ist ...
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#5 Kein WunderAnonym
  • 23.06.2018, 20:55h
  • bei den Mondpreisen die die verlangen. Da gibt es bessere mit besseren Preisen. Und ich spreche nicht von amazon
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#6 Andy2Anonym
  • 23.06.2018, 21:56h
  • Das finde ich wirklich sehr schade, zumal es nur wenige Anbieter für LGBT+ Filme im deutschsprachigen Raum gibt. Andererseits wundert es mich leider auch nicht sehr. Es hat Ewigkeiten gedauert, bis ProFun Filme auch bei iTunes und anderswo digital angeboten hat. Und, wenn ich mich richtig erinnere, waren bis zum Schluss bei weitem nicht alle Filme digital erhältlich. Ich meine, wer kauft im Jahr 2018 noch DVDs? Außerdem war es immer sehr nervig, dass man entweder nur mit deutschem Untertitel oder völlig ohne Untertitel sehen konnte. Wenn die Filme schon nicht synchronisiert waren, hätte man doch wenigstens englischen Untertitel anbieten können, den man wahlweise hinzuschalten kann. Das war, soweit ich weiß, bis zum Schluss nie verfügbar. Auch die Programmauswahl war meiner Meinung nach leider auch nicht immer ganz so gelungen.
    Dennoch finde ich es, wie eingangs geschrieben, sehr schade und hoffe, dass die Firma trotzdem irgendwie weiterkommt. Nachdem nun schon Gmünder Bankrott anmelden musste, verlieren wir immer mehr Firmen mit LGBT+ Angeboten.
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#7 alex76
  • 23.06.2018, 23:13h
  • Antwort auf #5 von Kein Wunder
  • Meinst du wirklich? Vor ein paar Jahren haben Neuerscheinungen von Pro-Fun immer 16 bis 18 Euro gekostet, heute nur noch 10 bis 15 Euro. Finde den Preis für Special Interest eigentlich nicht teuer. Allerdings habe ich auch nie in deren Online-Shop bestellt, sondern bin auf versandkostenfreie Shops ausgewichen.
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#8 alex76
  • 23.06.2018, 23:39h
  • Antwort auf #1 von Frankfurter
  • Den Weg ins Streaming hatten sie ja eigentlich schon eingeschlagen. Ein großes Angebot gab es immer bei Maxdome, bis man die Kooperation plötzlich beendet hatte.

    Im Anschluss hat man es leider versäumt, einen eigenen Dienst zu starten. Offenbar war schon längst entschieden, seine Filme zukünftig über OutTV zu vermarkten, was aber letztendlich fast 2 Jahre gedauert hat. OutTV hat es zudem bis heute nicht hinbekommen, eine halbwegs vernünftige App zu programmieren. Darum wird auch dort der Verkauf von Abos nicht gerade erfreulich sein, was Pro-Fun folglich keine Einnahmen bringt.

    Vielleicht sollte man einen Teil seiner Filme wieder über etabliere Anbieter vermarkten, so wie es Salzgeber gerade mit Netflix macht. Ein Amazon-Channel wäre auch eine Möglichkeit, mit einem günstigen Abo (meist 4 Euro) die breite Masse zu erreichen.
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#9 Anon4Anonym
  • 24.06.2018, 00:41h
  • Antwort auf #3 von Vllt
  • Pro-Fun Media ist ein profitorientiertes Unternehmen. Keine gGmbH, kein Szene-Verein, keine der Community gewidmete Stiftung, nicht mal eine Genossenschaft, die irgendwie von der Community getragen wird.

    Warum sollte ich Pro-Fun Media also "Zusammenhalt" oder Solidarität schulden?
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#10 andreAnonym
  • 24.06.2018, 08:08h
  • Antwort auf #4 von Klatsche
  • Stimmt. Ich schaue mir, gute queere Filme, auf Netflix oder Amazon Prime Video an. Man kann auch sagen, so sind nun mal "die Zeichen der Zeit". Pro-Fun Media hatte seine Zeit und die entwickelt sich weiter. Genau so, als dann endlich mal Schluß war, mit Video-Kassetten, vor 15 Jahren. Und die Entwicklung sind, eindeutig, Streaming-Angebote. Das können sich, vermutlich, nur die Großen leisten. Das DVD Geschäft dürfte auch ein Auslaufmodel sein. Sehe ich bei mir und ich bin keine 20 mehr. Um eine DVD zu schauen, müßte ich erst den Player hervorkramen und aufbauen. Das passiert so gut wie nie. Zumal, meine Lieblingsfilme, die ich, schon lange, auf DVD habe, gibts inzwischen auch kostenlos bzw für 11 Euro im Monat bei Netflix & Co. DVD's sind bei mir zu echten Staubfängern geworden. Natürlich hängt man manchmal, etwas wehmutig, an Nostalgie. Aber stimmt, so sind nun mal die Gesetze des Kapitalismus.
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