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49 Jahre Krawalle in der Christopher Street

Thüringer Polizei gedenkt Stonewall-Aufstand

Die Polizei hisst in sozialen Medien die Regenbogenflagge – und lockt damit Homo-Hasser aus der Deckung.


So sieht die Facebook-Seite der Thüringer Polizei am 49. Jahrestag des Stonewall-Aufstandes aus (Bild: Facebook / Polizei Thüringen)

Die Polizei des Landes Thüringen hat ihre Auftritte auf Twitter und Facebook anlässlich des 49. Jahrestages des Stonewall-Aufstandes in New York City in Regenbogenfarben getaucht.

Unter dem Titel "Wieso wir die Regenbogenflagge hissen" erklärt die Behörde den Hintergrund der Aktion: "Dieser Tag erinnert an den Widerstand von Homosexuellen und anderen sexuellen Minderheiten gegen Polizeimaßnahmen in der New Yorker Christopher Street am 28. Juni 1969." Die Fahne sei ein "zwischenzeitlich international anerkanntes Zeichen für Toleranz, Vielfalt und Weltoffenheit", so die Polizei weiter. "Wir möchten deutlich zeigen, dass wir für diese Werte stehen und die Rechte aller Menschen, egal welcher Orientierung, schützen werden. Gegen Diskriminierung, gegen Ausgrenzung. Diese Werte machen uns stärker und sicherer."

Twitter / Polizei_Thuer

Wie wichtig die Botschaft ist, zeigt sich auch daran, dass viele Nutzer sozialer Medien in den Kommentaren dazu ihrer Homophobie freien Lauf lassen – oft in Verbindung mit einem Hass auf Ausländer. "Bunt gefällt euch was ? Ich sag nur Kandel", schrieb ein Nutzer und bezog sich dabei auf ein Tötungsdelikt in Rheinland-Pfalz, als ein unbegleiteter minderjähriger Flüchtling mutmaßlich seine Ex-Freundin ermordet hatte; viele am rechten Rand – etwa in der AfD – instrumentalisieren diese Tat für ausländerfeindliche Stimmungsmache.

Andere Kommentare lauten etwa: "Seit wann ist die Polizei da, um Minderheiten zu hofieren?", "Dadurch wird unser Land nicht sicherer! Schämt euch!" oder schlicht "Lächerlich". Auch das rechte Kampfwort "Gender" wird für den Shitstorm bemüht: "Verdammte scheiße ihr seid Gesetzeshüter und keine Gender Bewegung", schrieb ein User, woraufhin die Polizei trocken antwortete: "Es geht nicht um Gender, sondern um Moral und Grundwerte."



Ein weiterer Nutzer behauptete, dass sich heterosexuelle Menschen diskriminiert fühlen könnten und sich die Polizei neutral zu verhalten habe. Daraufhin die schlichte Antwort: "Inwiefern soll sich ein 'wie-auch-immer'- sexuell orientierter Menschen von einem Statement FÜR Grundwerte wie Toleranz, Vielfalt und Weltoffenheit diskriminiert fühlen?"

In sozialen Netzwerken gedenken auch viele andere Organisationen, Aktivisten und Politiker des Aufstandes aus dem Jahr 1969. Der grüne Bundestagsabgeordnete Sven Lehmann veröffentlichte etwa ein historisches Bild und schrieb dazu: "Die offene Gesellschaft hat diesen mutigen Vorkämpfer*innen viel zu verdanken!"

Twitter / svenlehmann

Die linke Bundestagsabgeordnete Doris Achelwilm erklärte: "#Stonewall-Aufstand erinnert uns heute vor allem an eins: Nicht auseinander dividieren lassen! Solidarität in Vielfalt!"

Twitter / DorisAchelwilm

Das SPD-geführte Bundesfamilienministerium zeigt auf Twitter ein Bild mit der Aufschrift "Happy Pride" und schrieb: "#Stonewall am 28.6.69 gilt als Wendepunkt im Kampf für Gleichbehandlung von #LGBTI."

Twitter / BMFSFJ

Das US-Magazin "National Geographic" veröffentlichte anlässlich des Jahrestages ein Zitat des LGBTI-Aktivisten Eric Marcus über die Bedeutung der Ereignisse auf der Christopher Street: "Vor Stonewall gab es so etwas wie ein Coming-out oder das Out-Sein nicht. Die Idee, 'out' zu sein, galt damals als lächerlich. Heute reden Menschen darüber 'in' oder 'out' zu sein, aber damals gab es nur 'in'."

Twitter / NatGeoEducation



#1 WadimAnonym
  • 28.06.2018, 13:38h
  • RESPEKT vor Polizei Thüringen ! Die durch die Blume gesagt "LGBTI-Skeptiker", wenn nicht Homophobe, verstehen nicht, dass die Thüringer Polizei als Vorbild für Toleranz und Akzeptanz auftritt- und DAS ist auch eine der wichtigsten ihrer Aufgaben. Manchmal fällt auch mir SM-Darstellungen oder ein splitternackter Mann, der nicht so jung und schön ist, etwas befremdlich auf, aber ich finde es gut, dass die Polizei sich lieber auf ihrer Hauptaufgabe konzentriert- Sicherheit der CSD. Außerdem meiner Meinung nach, CSD ist nicht NUR eine politische Demonstration, sondern auch ein Karneval, wie die Hetero-Karnavale auch- man muss den Leuten ein mal im Jahr Sau loslassen erlauben. Und noch: eine offen tolerante Polizei wird eher AUCH einen homophoben Mensch wie die andere schützen, als die nach außen "neutrale" aber innerlich homophobe Polizei.
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#2 GerritAnonym
  • 28.06.2018, 14:15h
  • "Seit wann ist die Polizei da, um Minderheiten zu hofieren?"

    Es wird niemand hofiert, weil man an menschliche Grundwerte erinnert.

    Ansonsten:
    die Thüringer Polizei hat perfekt auf die ganzen abstrusen Vorwürfe der Aluhut-Träger reagiert....
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#3 JeroenAnonym
  • 28.06.2018, 14:31h
  • "Ein weiterer Nutzer behauptete, dass sich heterosexuelle Menschen diskriminiert fühlen könnten"

    Wenn ich jemandem zu seinem Geburtstag gratuliere, fühlen sich dann auch alle, die an dem Tag nicht Geburtstag haben, diskriminiert?

    Im übrigen:
    wie sollte sich eine nicht-diskriminierte (!) Gruppe diskriminiert fühlen, weil man einer sehr wohl diskriminierten Gruppe Solidarität ausdrückt?
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#4 von_hinten_genommenAnonym
#5 swimniAnonym
  • 29.06.2018, 09:11h
  • coole akktion der Polizei in thüringen, davon konnten wir vor 40 jahren, als ich in der Provinz die ersten homoveranstaltungen machte nur träumen.
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#6 Patroklos
#7 LadyAnonym
  • 29.06.2018, 22:48h
  • Ich finde es super wenn offizielle Organe bezüglich LGBTI "Flagge zeigen".
    Jahrzehntelang gab es so viel Leid, Schmerz und Qual für so viele Lesben, Schwule, Transidente, Bisexuelle und, in nicht wenigen Ländern halten diese Qualen bis zum heutigen Tage an.
    Kein Mensch weit und breit kann irgenetwas für die Neigung mit der er geboren wird.
    Aus tiefstem Herzen hoffe ich, dass das irgendwann auch der letzte 'hater / Hasser' verstehen kann.
    Die Akzeptanz oder Toleranz darf jedoch nicht nur offiziell und öffentlich stattfinden. Sie muss ihren Weg in die Herzen der Menschen finden. Erst dann ist ein freies Leben für uns alle möglich.
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