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49 Jahre Krawalle in der Christopher Street
Thüringer Polizei gedenkt Stonewall-Aufstand
Die Polizei hisst in sozialen Medien die Regenbogenflagge – und lockt damit Homo-Hasser aus der Deckung.

So sieht die Facebook-Seite der Thüringer Polizei am 49. Jahrestag des Stonewall-Aufstandes aus (Bild: Facebook / Polizei Thüringen)
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28. Juni 2018, 10:28h 3 Min.
Die Polizei des Landes Thüringen hat ihre Auftritte auf Twitter und Facebook anlässlich des 49. Jahrestages des Stonewall-Aufstandes in New York City in Regenbogenfarben getaucht.
Unter dem Titel "Wieso wir die Regenbogenflagge hissen" erklärt die Behörde den Hintergrund der Aktion: "Dieser Tag erinnert an den Widerstand von Homosexuellen und anderen sexuellen Minderheiten gegen Polizeimaßnahmen in der New Yorker Christopher Street am 28. Juni 1969." Die Fahne sei ein "zwischenzeitlich international anerkanntes Zeichen für Toleranz, Vielfalt und Weltoffenheit", so die Polizei weiter. "Wir möchten deutlich zeigen, dass wir für diese Werte stehen und die Rechte aller Menschen, egal welcher Orientierung, schützen werden. Gegen Diskriminierung, gegen Ausgrenzung. Diese Werte machen uns stärker und sicherer."
/ Polizei_ThuerWieso wir heute die #Regenbogenflagge setzen: Unser Statement für #Akzeptanz, #Toleranz, #Vielfalt, #Weltoffenheit. Gegen Ausgrenzung und Diskriminierung.
Polizei Thüringen (@Polizei_Thuer) June 28, 2018
https://t.co/weM4OF1jas #CSD#Pride#ChristopherStreetDay pic.twitter.com/3rIPmIADZv
Wie wichtig die Botschaft ist, zeigt sich auch daran, dass viele Nutzer sozialer Medien in den Kommentaren dazu ihrer Homophobie freien Lauf lassen – oft in Verbindung mit einem Hass auf Ausländer. "Bunt gefällt euch was ? Ich sag nur Kandel", schrieb ein Nutzer und bezog sich dabei auf ein Tötungsdelikt in Rheinland-Pfalz, als ein unbegleiteter minderjähriger Flüchtling mutmaßlich seine Ex-Freundin ermordet hatte; viele am rechten Rand – etwa in der AfD – instrumentalisieren diese Tat für ausländerfeindliche Stimmungsmache.
Andere Kommentare lauten etwa: "Seit wann ist die Polizei da, um Minderheiten zu hofieren?", "Dadurch wird unser Land nicht sicherer! Schämt euch!" oder schlicht "Lächerlich". Auch das rechte Kampfwort "Gender" wird für den Shitstorm bemüht: "Verdammte scheiße ihr seid Gesetzeshüter und keine Gender Bewegung", schrieb ein User, woraufhin die Polizei trocken antwortete: "Es geht nicht um Gender, sondern um Moral und Grundwerte."

Ein weiterer Nutzer behauptete, dass sich heterosexuelle Menschen diskriminiert fühlen könnten und sich die Polizei neutral zu verhalten habe. Daraufhin die schlichte Antwort: "Inwiefern soll sich ein 'wie-auch-immer'- sexuell orientierter Menschen von einem Statement FÜR Grundwerte wie Toleranz, Vielfalt und Weltoffenheit diskriminiert fühlen?"

In sozialen Netzwerken gedenken auch viele andere Organisationen, Aktivisten und Politiker des Aufstandes aus dem Jahr 1969. Der grüne Bundestagsabgeordnete Sven Lehmann veröffentlichte etwa ein historisches Bild und schrieb dazu: "Die offene Gesellschaft hat diesen mutigen Vorkämpfer*innen viel zu verdanken!"
/ svenlehmannHeute vor 49 Jahren war der #Stonewall-Aufstand, bei der sich Homo- & Transsexuelle in New York erstmals der polizeilichen Repression widersetzen – die Geburtsstunde der weltweiten #Pride-Bewegung. Die offene Gesellschaft hat diesen mutigen Vorkämpfer*innen viel zu verdanken! pic.twitter.com/gN15IfDxon
Sven Lehmann (@svenlehmann) June 28, 2018
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Die linke Bundestagsabgeordnete Doris Achelwilm erklärte: "#Stonewall-Aufstand erinnert uns heute vor allem an eins: Nicht auseinander dividieren lassen! Solidarität in Vielfalt!"
/ DorisAchelwilmLesben, Schwule und trans*, hauptsächlich people of color, leisteten vor 49 Jahren historischen Widerstand gegen homophobe Polizeigewalt. #Stonewall-Aufstand erinnert uns heute vor allem an eins: Nicht auseinander dividieren lassen! Solidarität in Vielfalt! #pride pic.twitter.com/NFZ50S3P5n
Doris Achelwilm (@DorisAchelwilm) June 28, 2018
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Das SPD-geführte Bundesfamilienministerium zeigt auf Twitter ein Bild mit der Aufschrift "Happy Pride" und schrieb: "#Stonewall am 28.6.69 gilt als Wendepunkt im Kampf für Gleichbehandlung von #LGBTI."
/ BMFSFJ#Stonewall am 28.6.69 gilt als Wendepunkt im Kampf für Gleichbehandlung von #LGBTI. Seit '79 erinnern #CSD-Paraden in ganz Deutschland daran. Wir zeigen nicht nur Flagge, sondern setzen uns auch weiterhin gegen Gewalt und für rechtliche Gleichstellung ein. Happy #Pride! pic.twitter.com/ZOzk7xIxO3
BMFSFJ (@BMFSFJ) June 28, 2018
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Das US-Magazin "National Geographic" veröffentlichte anlässlich des Jahrestages ein Zitat des LGBTI-Aktivisten Eric Marcus über die Bedeutung der Ereignisse auf der Christopher Street: "Vor Stonewall gab es so etwas wie ein Coming-out oder das Out-Sein nicht. Die Idee, 'out' zu sein, galt damals als lächerlich. Heute reden Menschen darüber 'in' oder 'out' zu sein, aber damals gab es nur 'in'."
/ NatGeoEducationBefore Stonewall, there was no such thing as coming out or being out. The very idea of being out, it was ludicrous. People talk about being in and out now, there was no out, there was just in.
Nat Geo Education (@NatGeoEducation) June 28, 2018
#EricMarcus. The #Stonewall riots began #OTD 1969. #PrideMonth
@StonewallNps pic.twitter.com/s6forrqvu2
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