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"Trump and Putin: A Love Story"
Homophobie-Vorwürfe gegen "New York Times"
Nicht alle finden einen Cartoon lustig, in dem Putin und Trump als knutschende Loverboys in einer pinken Fantasiewelt gezeigt werden.

Die Lippen aneinandergedrückt und mit Nippelspielen: So stellt sich die "New York Times" eine Liebesaffäre zwischen den beiden Staatschefs vor (Bild: New York Times)
- 28. Juni 2018, 13:08h 2 Min.
Die angesehene "New York Times" wird beschuldigt, mit einem kurzen Zeichentrickfilm über eine Liebesaffäre zwischen den Präsidenten Donald Trump und Wladimir Putin homophobe Klischees zu bedienen. Der am Montag veröffentlichte gut einminütige Cartoon zeigt, wie Putin den US-Staatschef besucht, beide gemeinsam auf einem Einhorn durch eine Regenbogenwelt fliegen und sich dabei genüsslich küssen.
Laut der Zeitung handelt es sich bei dem Filmchen um eine "provokative und politische Satire", die "im Schlafzimmer eines Teenagers spielt, in dem die Fantasien dieser verbotenen Romanze zum Leben erweckt werden." Während des Videos werden echte O-Töne Trumps abgespielt, in denen er seine Bewunderung für den russischen Autokraten erklärt. Der Kurzfilm habe das Ziel, Trumps "absurde Äußerungen" zu illustrieren und so sein "turbulentes Seelenlen" zu zeigen, das von "Paranoia, Narzissmus und Fremdenfeindlichkeit" geprägt sei.
/ nytopinionWhat if Trump and Putin went on a date? Animator @plymptoons imagines the scene in Episode 2 of "Trump Bites." https://t.co/02hCJp2W3f pic.twitter.com/Jpx0cJsO7p
NYT Opinion (@nytopinion) June 26, 2018
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"Widerliche schwule Klischees"
In sozialen Netzwerken führte das Video zu einiger Kritik. So schrieb der durch die Snowden-Affäre bekannt gewordene offen schwule Journalist Glenn Greenwald: "Die NYT veröffentlicht einen Zeichentrickfilm, in dem sie sich über Trump und Putin lustig macht, weil die beiden homosexuelle Liebhaber sind. Sie benutzen dabei ein widerliches schwules Klischee nach dem anderen. Ich bin sicher, dass sie sagen werden, dass LGBT an dem Video beteiligt waren. Homophobie bleibt aber auch bei progressiven Botschaften falsch."
/ ggreenwaldThe NYT publishes an animated film mocking Trump and Putin for being homosexual lovers, using one disgusting gay stereotype after the next to do it. I'm sure they'll claim some LGBT person was involved. Homophobia for progressive messaging is still bigotry https://t.co/rbOwIyLHn7
Glenn Greenwald (@ggreenwald) June 26, 2018
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Bereits in der Vergangenheit hatte es in den USA Kritik an Medien gegeben, die wegen der Faszination Trumps mit Putin die beiden Staatslenker als schwule Liebhaber darstellten. So wurde vergangenes Jahr der Latenight-Talker Stephen Colbert, ein erklärter Trump-Gegner, aus diesem Grund attackiert (queer.de berichtete).
Der russische Propangadasender RT, der die homophobe Politik Russlands seit Jahren immer wieder verteidigt, versucht aus dem Cartoon der "New York Times" Kapital zu schlagen: In seiner deutschsprachigen Online-Ausgabe echauffiert sich "Russia Today" über die "verborgene Homophobie" und "pubertäre Fantasien" der "New York Times". Darunter wird in den gewohnt antiamerikanischen und homophoben Leserkommentaren über die "nichtsnutzigen schwulen der ami-diktatur" geklagt. (dk)

Kommentar eines RT-Deutsch-Lesers















Moment, nein, er hat ja gar nicht recht: Wenn mit Homo-Verachtung bestätigenden und/oder fördernden Botschaften gearbeitet wird, infiziert das auch die angeblich progressiven Botschafts-Anteile. Die faule Form kontaminiert die Gesamtaussage - was lässt sich hier denn noch redlich als reine Lehre, als eigentliche Aussage destillieren?
Das gilt für Wagenknechts schillernde und traulich nach rechts funkelnde Äußerungen (warum wohl wird sie auf Kubitscheks rechtsextremer Online-Sezession immer wieder anerkennend erwähnt?), das gilt ebenso für den idiotischen Versuch, mißliebige Politiker oder sonstige öffentliche Personen dadurch zu diskreditieren, indem man sie als schwul darstellt. Egal, welche angeblich progressiven Botschafts-Anteile mitgefunkt werden, hängen bleibt immer auch die Form-Botschaft: Schwul, das ist feindlich, narzisstisch, zerstörerisch - einfach: falsch.