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Kommentare zu:
Homophobie-Vorwürfe gegen "New York Times"


#1 antosProfil
  • 28.06.2018, 19:51hBonn
  • Wie Glenn Greenwald feststellt: Homophobie bleibt auch bei progressiven Botschaften falsch. Recht hat er!

    Moment, nein, er hat ja gar nicht recht: Wenn mit Homo-Verachtung bestätigenden und/oder fördernden Botschaften gearbeitet wird, infiziert das auch die angeblich progressiven Botschafts-Anteile. Die faule Form kontaminiert die Gesamtaussage - was lässt sich hier denn noch redlich als reine Lehre, als eigentliche Aussage destillieren?

    Das gilt für Wagenknechts schillernde und traulich nach rechts funkelnde Äußerungen (warum wohl wird sie auf Kubitscheks rechtsextremer Online-Sezession immer wieder anerkennend erwähnt?), das gilt ebenso für den idiotischen Versuch, mißliebige Politiker oder sonstige öffentliche Personen dadurch zu diskreditieren, indem man sie als schwul darstellt. Egal, welche angeblich progressiven Botschafts-Anteile mitgefunkt werden, hängen bleibt immer auch die Form-Botschaft: Schwul, das ist feindlich, narzisstisch, zerstörerisch - einfach: falsch.
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#2 PiepmatzAnonym
  • 28.06.2018, 20:24h
  • Die Basis, auf der dieser reichlich pubertäre "Humor" aufbaut, ist: Schwulsein ist etwas Lächerliches. Wir stellen Trump als schwul dar, und das entwertet ihn und beraubt ihn seiner Würde. Ohne diese Grundidee funktioniert der Clip nicht. Und wie in der Szene mit den verschlungenen Zungen deutlich wird: Schwule Erotik ist irgendwie auch ein bisschen eklig. Dazu kommen noch allerlei Klischees, aber die hätte es nicht mal mehr gebraucht.

    Selbstverständlich ist das Ganze homophob. Was denn sonst?

    Hätte sich die New York Times einen Clip geleistet, in dem Trump der Lächerlichkeit preisgegeben würde, indem man ihn als behindert darstellt - und alle so: "Höhöhö, voll behindert, höhöhö!"? Wohl eher nicht. Man hätte gemerkt, dass da irgendwas mit dem eigenen Taktgefühl schiefläuft, wenn man so etwas lustig fände. Aber mit Schwulen kann man's ja machen.

    ---
    Siehe zum Thema auch eine Kolumne von M. Stokowski:

    www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/donald-trump-und-emmanuel
    -macron-haha-sie-knutschen-fast-a-1205585.html
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#3 LarsAnonym
  • 28.06.2018, 21:17h
  • Leider gehört in die Reihe dieser Technik, homophobe Machos lächerlich zu machen, in dem man sie femininer, weicher, weiblicher oder eben auch "schwul" darstellt, auch das gern benutzte "geschminkte" Putin-Porträt.

    Ich habe das nie verstanden. Warum stellt man dem Bild des barbusig auf einem Pferd reitenden, bzw. fischenden alternden Staatsmannes nicht das Bild von reitenden, fischenden Schwulen gegenüber, die nun rein optisch sicher eine genauso gute Figur machen können und die es in der Realität ja auch massenweise gibt?
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#4 schwarzerkaterEhemaliges Profil
  • 28.06.2018, 21:54h
  • mir gefällt der cartoon - ich musste mehrmals grinsen.
    karrikaturen und cartoon müssen und dürfen politisch nicht korrekt sein, das nennt man meinungsfreiheit und freiheit der kunst.
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#5 AuntieBioticEhemaliges Profil
#6 SpäterpeterAnonym
  • 29.06.2018, 06:57h
  • Finde das ganze überhaupt nicht homophob ehrlich gesagt. Sie könnten genauso gut eine Liebesaffäre zwischen Merkel und Trump darstellen. Nur passt das halt einfach nicht, weil Trump Merkel nicht ständig in den Arsch kriecht, wie er es bei Putin macht.
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#7 niccinicciAnonym
  • 29.06.2018, 09:11h
  • null homophob, einfach nur witzig gemacht! man kann mit viel zeit auch alles 10mal durchleuchten, dann findet man schon irgendetwas. geniesst lieber den sommer und lacht.
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#8 Patroklos
#9 UrberlinerAnonym
#10 habemus_plemplem
  • 29.06.2018, 10:47h
  • Hier wird schwule Liebe hässlich und lächerlich gezeichnet, sowohl im graphischen als auch im metaphorischen Sinn, und deshalb gefällt mir die Darstellung nicht.

    Ein breiter und tief verankerter gesellschaftlicher Konsens, dass schwule Liebe etwas Selbstverständliches, Schönes und Wertvolles ist, würde diese Bilder anders wirken lassen. Allerdings fände sie dann wahrscheinlich auch niemand mehr lustig. Dieser Konsens existiert aber längst noch nicht!

    Ich fürchte daher, dass große Teile der heutigen Gesellschaft eine Assoziationskette "schwul-hässlich-lächerlich" unreflektiert verinnerlichen, wenn die NYT sowas verbreitet.
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#11 schwarzerkaterEhemaliges Profil
#12 TechnikerAnonym
  • 29.06.2018, 11:54h
  • Man(n) kann sich echt über alles aufregen - manche Leute scheinen reichlich verbiesterte Spaßbremsen zu sein. Wenn überhaupt, muß sich NYT vorwerfen lassen, für ein ziemlich unappetitliches Kopfkino bei Millionen Menschen verantwortlich zu sein. Wie das Blondierte Gift und der Oben-ohne-Möchtegern-Zar es miteinander treiben, will ich mir gar nicht erst vorstellen...
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#13 schwarzerkaterEhemaliges Profil
#14 AuntieBioticEhemaliges Profil
  • 29.06.2018, 13:14h
  • "Die Basis, auf der dieser reichlich pubertäre "Humor" aufbaut, ist: Schwulsein ist etwas Lächerliches. Wir stellen Trump als schwul dar, und das entwertet ihn und beraubt ihn seiner Würde. Ohne diese Grundidee funktioniert der Clip nicht. Und [...]: Schwule Erotik ist irgendwie auch ein bisschen eklig. [...]
    Selbstverständlich ist das Ganze homophob. Was denn sonst?" - schrieb weiter oben hier Piepmatz.

    Wer das nicht sehen will, trägt offenbar eine riesige Portion internalisierte Homophobie in sich.

    Ich finde es in diesem Zusammenhang immer wieder "faszinierend" bis erschreckend, wie viele Schwule bereit sind, mitzulachen, wenn ihre ureigenste Würde angegriffen wird, indem ihre Sexualität und ihre sexuelle Orientierung lächerlich gemacht werden.

    Homosexualität IST NICHT LÄCHERLICH. Wer findet, dass diese Aussage von "Spaßbremsen" getätigt wird, sollte sich mal über sein äußerst zweifelhaftes "Spaß"-Verständnis Gedanken machen.

    Mitlachen heißt sich duckmäuserisch der vorherrschenden Diskriminierungsmeinung anzuschließen, damit man bloß nicht selbst eins auf den Deckel kriegt. DASS man GENAU DADURCH längst eins auf den Deckel bekommen HAT, blenden viele aus bzw. stellen das Erkennen und Benennen dieses Problems als "überzogenes Spaßbremsentum" dar.

    Ich lache sehr gern über Witze.
    Wenn sie intelligent sind.
    Und wenn sie NIEMANDEN entwürdigen.

    Aber ich lasse mich mit Sicherheit nicht darauf ein, mitzulachen, nur um mich dem hegemonialen und homophoben Mainstream anzupassen oder gar unterzuordnen. Dafür habe ich zu lange und zu intensiv für unser aller Emanzipation gekämpft.
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#15 objectionAnonym
#16 ursus
#17 UrberlinerAnonym
#18 AuntieBioticEhemaliges Profil
#19 CynthEhemaliges Profil
  • 29.06.2018, 14:25h
  • Antwort auf #12 von Techniker
  • "ziemlich unappetitliches Kopfkino"

    "will ich mir gar nicht erst vorstellen..."

    Jepp, das ist die gesellschaftlich etablierte Reaktion von Heteros auf schwule Intimität, und genau das macht bei aller Zwiespältigkeit diesen Cartoon problematisch.

    Es ist schon richtig, auch ein weiblich-männliches Duo an Politikern, die derart umeinander buhlen, hätte es wohl ertragen müssen, sich mit Herzchen oder am symbolischen Traualtar wiederzufinden. An der Stelle wär's homophob gewesen, die Pärchendarstellung zu unterlassen, bloß weil die Unsympathen beide männlich sind. Dass es gleich halbnacktes Rumknutschen mit Kneifen in die Brustwarzen geworden wäre, das wäre mit einer Merkel an Putins Stelle aber wohl eher nicht passiert. Und so ist es dann eben doch: Baden in Klischees.

    Abgesehen davon, dass das Lächerlichmachen mit dem Argument schwul = lächerlich zumindest beim Wählerklientel der Betreffenden durchaus beabsichtigt sein dürfte. Drüber lachen mit dem Grund "schwul", oder zumindest das Abzielen darauf und Diskreditieren der Betreffenden mit diesem Grund ist dann eben doch wieder homofeindlich.

    Meiner Ansicht nach steht die Zeitung in der Pflicht, in den nächsten Wochen ein gutaussehendes Homopärchen so sympathisch auf die Titelseite zu bringen, dass homo- wie heterosexuelle Leser Grund hätten, die Protagonisten zu beneiden. Nur mal so als Klarstellung, dass man homosexuelle Beziehungen praktisch und ernstgemeint als etwas wirklich Positives denken, betrachten und berichten kann.
    Ich schätze, im Gegensatz zu dem Part der "Gleichberechtigung", die das "muss man doch wohl drüber lachen dürfen" umfasst, dürfte das "hat das gleiche Recht auf faire, positive Darstellung und Akzeptanz" dann vermutlich doch deutlich schwerer fallen.

    Naja, man soll ja die Hoffnung nicht aufgeben. Man kann das Blatt ja die nächsten Wochen mal im Auge behalten.
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#20 JohannbAnonym
  • 29.06.2018, 17:58h
  • Nur weil die beiden ziemlich eklig wirken, ist das Filmchen doch nicht homophob! Wären es z.B. zwei geile Typen in dem Film, dann würden sich nicht so viel Leute aufregen drüber..... wären im Film Ronaldo und der Gabalier, fast keiner käme auf den Gedanken: das ist Homophob. Gut is er gemacht der Film. Über das Video wird sich der Herr Trump nicht freuen, was wiederum mich freut!
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#21 TheDadProfil
  • 29.06.2018, 22:27hHannover
  • Antwort auf #15 von objection
  • ""Leuten, die die eigene Sicht der Dinge nicht teilen, zu unterstellen quasi "beschädigte Ware" zu sein -Stichwort: internalisierte Homophobie - ist ja wohl unterste Schublade.""..

    Äh ?
    "homophobe homosexuelle" sind kein "quasi" und keine "Unterstellung"..

    Sie SIND ""beschädigte Ware"", denn die Internalisierung der Homophobie ist ein eindeutiger Hinweis auf eine fehlerhafte Sozialisation !
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