Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?31458

Keine Sonderrechte für Heteros

Ehe für niemanden im Kloster Langwaden

Weil die Mönche keine gleichgeschlechtlichen Eheschließungen in ihren Räumen dulden wollten, strich das Standesamt Grevenbroich die Hochzeits-Location komplett aus seiner Liste.


Das Standesamt der Stadt Grevenbroich hat das Kloster Langwaden aus seinem Portfolio genommen – nach einem Veto der Mönche gegen gleichgeschlechtliche Ehen (Bild: Ebi, Eberhard Dilba, Düsseldorf / wikipedia)

Seit 2007 konnten Paare im Stefansaal des Klosters Langwaden in Grevenbroich heiraten – so sah es eine Vereinbarung zwischen dem Standesamt und den Zisterzienser-Mönchen vor. Ab dem kommenden Jahr ist damit nun Schluss. Grund ist die Ehe für alle.

"Das Gesetz zur gleichgeschlechtlichen Ehe, das heute vor einem Jahr in Kraft trat, ließe sich nicht mit dem Kirchenrecht vereinbaren", erklärte Bürgermeister Klaus Krützen (SPD) gegenüber der "Westdeutschen Zeitung". Zuvor hatten sich die Mönche gegen gleichgeschlechtliche Eheschließungen in der ehemaligen Klosterbibliothek gesperrt und die Stadt auf den angeblichen Konflikt hingewiesen.

- w - Video (51s) - Feiere Pride mit Levi's®

Der Ältestenrat unterstützte die Entscheidung

Da die staatliche Verwaltung alle gleich behandeln müsse und wolle, habe man sich entschieden, die Zusammenarbeit in Sachen sämtlicher standesamtlicher Hochzeiten "leider zu beenden", erklärte Krützen. Der Ältestenrat habe die Entscheidung zur Ehe für niemanden unterstützt.

Bis Jahresende könnten laut Bürgermeister im Kloster Langwaden nur Ehen geschlossen werden, "die im Sinne der Kirche sind". Die Mönche selbst wollten sich zur Entscheidung nicht äußern. "Der Veränderungsprozess wurde durch die Stadt initiiert", schob Alois Seimetz, Geschäftsführer der Klosterbetriebe, gegenüber der "Westdeutschen Zeitung" die Verantwortung von sich.

In Grevenbroich werden jährlich rund 500 Ehen geschlossen. Seit dem 1. Oktober 2017 haben nach Angaben der Stadt acht lesbische und 15 schwule Paare geheiratet beziehungsweise ihre Lebenspartnerschaften umgewandelt. Mit dem Schloss Hülchrath oder der Villa Erckens gibt es weiterhin romantische Alternativen für Paare, die sich nicht im Standesamt das Ja-Wort geben wollen. (cw)



#1 Danny387Profil
#2 Patroklos
#3 JamboAnonym
  • 30.06.2018, 09:39h
  • Na ich kanns verstehen warum die das nicht wollten.

    Da würden doch bestimmt fast alle Mönche neidisch und eifersüchtig werden auf die beiden Männer. ;-)
  • Antworten » | Direktlink »
#4 stromboliProfil
#5 Sabelmann
#6 schwarzerkater
  • 30.06.2018, 10:15h
  • gleiches recht für alle - wäre schön, wenn das in weiteren einrichtungen der kirche gelten würde, denn der staat subventioniert kirchliche einrichtungen in gleicher höhe wie staatliche einrichtungen.
  • Antworten » | Direktlink »
#7 AnselmAnonym
  • 30.06.2018, 10:37h
  • Antwort auf #5 von Sabelmann
  • Lesen hilft trotzdem: Schloss Hülchrath hat absolut nichts mit dem Kloster und den Mönchen zu tun. Das Standesamt bietet da lediglich auch Trauungen an., und ist deshalb als Alternative zum Kloster im Artikel erwähnt.

    Für das Kloster ist der Schritt unangenehm, da dadurch Saalmiete und dem Restaurant die ein oder andere Feier/Empfang entgeht. Aber selber schuld, wenn die Mönche nicht über ihren Schatten springen wollen. Jedenfalls finde ich die Entscheidung des Standesamt genau richtig.
  • Antworten » | Direktlink »
#8 stephan
  • 30.06.2018, 11:27h
  • Wirklich traurig! Ich kenne Langwaden seit 1986, als ich - damals selber gerade junger Benediktiner-Novize - für kurze Zeit mit anderen Brüdern dort genächtigt habe. Damals hatte ich tatsächlich die Illusion, dass monastische Orden - insbesondere solche der benediktinischen Familie - freier wären und etwas außerhalb der miefigen Kirchenordnung ständen ... Zuletzt war ich mit meinem Mann und meinen Schwiegereltern vor ca. zwei Jahren dort ... im Lokal zum Sonntagskaffee, aber damit ist natürlich jetzt auch Schluss!!! ... So viel Dummheit und Menschenverachtung, wie sie sich in der Kirche sammelt, ist sehr traurig! Aber nur weiter so! Desto schneller verdorrt diese Institution!
  • Antworten » | Direktlink »
#9 Homonklin44Profil
  • 30.06.2018, 11:35hTauroa Point
  • Hm ja, das ist doch bekannt, dass die Vertreter eines faschistoiden, einen Teil aller Menschen verachtenden Weltbilds keine Ehen unter einander tolerieren.

    Oder waren da andere als Mönche gemeint?

    Sollten dann aber auch keine Staatsleistungen oder Ähnliches erhalten, denn daran zahlen LGBTIQ*_Leute über ihre Steuern mit. Die Summe möge man anteilig errechnen und zurück erstatten. Zum Beispiel könnte die Aids-Hilfe damit etwas Sinnbringendes anstellen.

    Mehr ora et labora wird dadurch angeregt.
  • Antworten » | Direktlink »
#10 YannickAnonym
  • 30.06.2018, 11:51h
  • Richtig so!

    Wir leben nun mal nicht in einem Gottesstaat, sondern in einer Demokratie. Und in einer Demokratie gilt nun mal gleiches Recht für alle.

    Wenn diese Leute bestimmte Hochzeiten nicht bei sich haben wollen, kann das Standesamt gar nicht anders, als diese Location aus ihrem Angebot zu nehmen. Denn das Standesamt muss sich nun mal an Recht und Gesetz halten, was die Kirche ja teilweise leider nicht muss.
  • Antworten » | Direktlink »