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Philippinen

Duterte zieht Zustimmung für Ehe-Öffnung zurück

Mal hü, mal hott: Der populistische Präsident der Philippinen wechselt seine Positionen schneller als sein amerikanisches Pendant: Neuestes Opfer von Rodrigo Dutertes Sprunghaftigkeit ist die Ehe für alle.


Rodrigo Duterte hat zum wiederholten Male seine Meinung zur Ehe für alle geändert (Bild: Presidential Communications Operations Office / wikipedia)

Der philippinische Präsident Roberto Duterte lehnt die Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben ab, erklärte sein Sprecher am Montag. "Der Präsident ist gegen die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare. Er gehört zur Bevölkerungsmehrheit, die diese ablehnt", so Regierungssprecher Harry Roque bei einer Pressekonferenz in Maasin City. Immerhin spreche sich der Staatschef für eingetragene Partnerschaften aus, so Roque weiter.

Grund für die Flatterhaftigkeit des populistischen Staatschef sind offenbar Meinungsumfragen, bei denen eine Mehrheit der Bevölkerung die Gleichbehandlung von Homosexuellen im Ehe-Recht ablehnt. Hier spielt wohl auch die starke Position der katholische Kirche im Land mit hinein: Der philippinische Klerus lehnt, wie auch in anderen Ländern, jegliche Anerkennung von Schwulen und Lesben ab.

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Duterte beklagte einst "Fehler in der Bibel"

Bereits mehrfach hatte der 73-jährige Präsident seine Meinung zur Gleichbehandlung im Ehe-Recht geändert. Im Wahlkampf 2016 hatte er noch gesagt, dass es scheinbar einen "Fehler in der Bibel" in Bezug auf die Ehe gebe. Eigentlich müssten Ehen für "Adam, Eva und die Homosexuellen" möglich sein.

Nach seiner Amtseinführung klang er Anfang 2017 ganz anders: Damals sagte Duterte, dass er die Ehe nicht öffnen könne, "weil wir Katholiken sind" (queer.de berichtete). Er machte auch mit homophoben Sprüchen von sich reden: So warf er dem Chef der nationalen Menschenrechtskommission, einem politischen Gegner, die Frage entgegen: "Sind Sie schwul oder ein Pädophiler?" (queer.de berichtete).

Kurz vor Weihnachten 2017 dann der Umschwung. Auf die Öffnung der Ehe angesprochen, sagte er bei einer Rede vor LGBTI-Aktivisten: "Wenn das der Trend der modernen Zeit ist und das zu Ihrer Zufriedenheit beiträgt, dann bin ich voll und ganz dafür" (queer.de berichtete).

Duterte gilt als Populist vom Stile Donald Trumps. Ihm werden massive Menschenrechtsverletzungen inklusive außergerichtlichen Tötungen in seinem Anti-Drogen-Krieg vorgeworfen. Der Staatschef drohte in diesem Zusammenhang mit einer Ausweitung des Kriegsrechts. Seine Kritiker befürchten, dass der Präsident versuchen könnte, die Philippinen in eine Diktatur zurückzuverwandeln.

In den Philippinen, einem Land mit 101 Millionen Einwohnern, bekennen sich vier Fünftel der Bevölkerung zum katholischen Glauben. Im Vergleich zu anderen asiatischen Ländern gilt das Land als relativ LGBTI-freundlich; so war Homosexualität dort seit Gründung der Republik 1898 nie ausdrücklich verboten. Allerdings werden weder Homo-Paare anerkannt noch gibt es einen Diskriminierungsschutz für LGBTI, obgleich sich der Druck aus der Community in den letzten Jahren verstärkt hat (queer.de berichtete). (dk)



#1 phil aAnonym
  • 02.07.2018, 22:04h
  • Wer zahlt, der schafft an. Hat etwas gedauert, dass er verstand, wo die katholische Kirche steht. Ohne sie kein Wahlgewinn.
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#2 JadugharProfil
#3 panzernashorn
#4 von_hinten_genommenAnonym