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Nach Ablehnung von Homo-Paaren

Kloster: Wir wollen "niemanden verletzen oder diskriminieren"

Nach der Öffnung der Ehe machte das Kloster Langwaden gegenüber dem Standesamt klar, dass es keine Homo-Hochzeiten auf seinem Gelände dulden werde. Man wolle aber auch niemanden diskriminieren, sagte jetzt der Klosterchef.


Das Kloster Langwaden wollte keine standesamtlichen Eheschließungen für Schwule und Lesben zulassen – nächstes Jahr darf deshalb niemand mehr heiraten (Bild: Klaus Erdmann / wikipedia)

Das Kloster Langwaden im nordrhein-westfälischen Grevenbroich hat sich am Mittwoch auf seiner Facebook-Seite erstmals zum Streit um gleichgeschlechtliche Hochzeiten geäußert: Bruno Robeck, der Prior (Chef) des Klosters, erklärte in einem langen Text, man verhalte sich loyal zur theologischen Vorgaben, wolle aber niemanden diskriminieren.

Robeck reagierte damit auf die Meldung vom Wochenende, nach der die Stadt Grevenbroich eine seit 2007 bestehende Vereinbarung für standesamtliche Eheschließungen mit dem Kloster kündigte, weil die Zisterzienser-Mönche in ihrem Kloster keine gleichgeschlechtlichen Trauungen zulassen wollten (queer.de berichtete). Die Stadtverwaltung begründete ihre Entscheidung damit, dass sie als staatliche Verwaltung alle gleich behandeln wolle.

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"Wir bitten um Verständnis für unsere Entscheidung"

"Die katholische Theologie sieht Trauungen für gleichgeschlechtliche Paare nicht vor", so Robeck. Man könne die "Entscheidung der Stadt Grevenbroich, das Kloster nicht mehr als Ort für standesamtliche Trauungen anzubieten", verstehen und nachvollziehen. "Wir bitten jedoch um Verständnis für unsere Entscheidung, mit der wir niemanden verletzen oder diskriminieren möchten".

Der Text geht nicht näher darauf ein, warum vorher nicht auch andere laut katholischer Lehre geächtete Hochzeiten problematisiert wurden, etwa die Wiederheirat nach einer Scheidung. Robeck erklärte lediglich: "Wir stehen loyal zur gegenwärtigen theologischen Sachlage und beobachten interessiert weiterführende Fragen und Entwicklungen in unserer Kirche."

Zugleich kritisierte der Kloster-Chef die scharfe Debatte zu dem Hochzeitsstreit in sozialen Netzwerken, in der auch "Fehlinformationen" über das Kloster verbreitet würden. "Eine Polarisierung und gegenseitige Beschimpfung, wie sie jetzt in den sozialen Medien zu erleben ist, hilft niemanden, sondern schadet nur noch mehr, weil sie auf dem Rücken der Betroffenen ausgetragen wird", so Robeck. Die standesamtlichen Trauungen machten nur einen kleinen Bruchteil der Aktivitäten des Klosters Langwaden aus. Der Prior verwies auch darauf, dass das Kloster weiterhin "intensive Sozialarbeit" betreiben würde und sich "im interreligiösen und interkulturellen Dialog" engagiere. (dk)



#1 translationAnonym
  • 04.07.2018, 12:59h
  • "Die standesamtlichen Trauungen machten nur einen kleinen Bruchteil der Aktivitäten des Klosters Langwaden aus."

    Übersetzung: 'Es gibt doch wirklich wichtigeres als die Rechte einer kleinen, schrillen Minderheit...'

    "Der Prior verwies auch darauf, dass das Kloster weiterhin "intensive Sozialarbeit" betreiben würde"

    Übersetzung: 'Wir werden auch weiterhin dafür kämpfen, dass Emanzipation an allen Fronten zurückgedrängt wird!!!"

    "und sich "im interreligiösen und interkulturellen Dialog" engagiere."

    Übersetzung: 'Homo-Hasser aller Religionen und Länder: Vereinigt euch!!!"

    Da kann man mal wieder gar nicht so viel essen, wie man kotzen möchte!
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#2 Danny387Profil
#3 stephan
  • 04.07.2018, 13:47h
  • Was der Pater Prior leider nicht verstanden hat, wenn er in einem Satz sagt "man verhalte sich loyal zur theologischen Vorgaben, wolle aber niemanden diskriminieren", ist das offensichtlich Faktum, dass genau diese beiden Dinge nicht zusammengehen. Wer sich an die 'theologischen Vorgaben' der römischen.-kath. Kirche hält, wird immer Minderheiten diskriminieren und sicherlich auch Menschen vor den Kopf stoßen, denen die Kirche noch etwas bedeutet ... soll es ja geben!

    Nebenbemerkung zum letzten Punkt: Die Zisterzienser leben nach der Regula Benedicti (Der Regel des Hl. Benedikt) und falls es dem Pater noch irgendetwas bedeutet, mag er doch im zweiten Kapitel der RB einmal nachlesen, dass er am Tag des Gerichts dem Herrn für alle Seelen Rechenschaft ablegen muss, die er verloren hat ! Aber wen kümmert das schon in der RKK? Wer glaubt denn da noch an das, was sie predigen!
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#4 TimonAnonym
  • 04.07.2018, 13:58h
  • Deren Verhalten IST aber verletzend und diskriminierend!

    Verschiedene Menschen aufgrund individuellen Aussehens, Verhaltens, Denkens oder Empfindens unterschiedlich zu behandeln ist die Definition von Diskriminierung.
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#5 GhyslainAnonym
  • 04.07.2018, 15:41h
  • Die übliche Masche der Kirche:
    es wird nach Belieben gehetzt und diskriminiert.

    Und wenn dann von tausenden Fällen auch mal einer an die Öffentlichkeit kommt und zu einem Image-Schaden führt, dann wird etwas daher geschwurbelt, dass man ja gar nichts gegen LGBTI habe, aber dass die Ehe nun mal ein "Sakrament" sei und man sich an die Bibel halte. (Warum die nicht fordern, Töchter in die Sklaverei zu verkaufen, kein Leder zu tragen, keine gemischtfasrigen Stoffe zu tragen, keine Meeresfrüchte zu essen, etc. und was sonst noch alles in der Bibel steht, können sie nicht erklären.)

    Fehlt nur noch, dass die sagen, für unsere "Heilung" beten zu wollen und auch noch meinen, das sei ein Zeichen von Mitgefühl...
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#6 GerritAnonym
  • 04.07.2018, 15:43h
  • "Wir bitten um Verständnis für unsere Entscheidung"

    Genauso müssen die dann aber auch Verständnis haben, dass dann dort gar keine Hochzeiten mehr stattfinden... Und dass jeder merkt, wie die ticken...
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#7 Homonklin44Profil
  • 04.07.2018, 15:46hTauroa Point
  • "" man verhalte sich loyal zur theologischen Vorgaben, wolle aber niemanden diskriminieren""

    Durch diese Loyalität diskriminieren sie ja gerade. Die gesamte katholische Lehre diskriminiert gegen bestimmte Menschen aufgrund natürlicher Eigenschaften und Merkmale. Das ist kein "Beschimpfen", sondern Beschreiben der Faktenlage um eine potenziell faschistoid ausgerichtete Ideologie, ein selektiv ausgrenzendes Weltbild, wie es diese Konfession sich heraus nimmt.

    Schnell wäre das Geschrei groß, wenn man Christen das Feiern in einer schwulen Disco untersagte, oder das Brotbrechen in einem Restaurant für koschere Speisen. Darüber schon einmal nachgedacht? Vermutlich nicht.

    Kauft nicht bei Katholiken...
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#8 chris in leipzigAnonym
#9 QueerblickAnonym
  • 04.07.2018, 17:07h
  • Lieber Prior! Als bekennender, glaubender, katholischer Schwuler ( Gott hat mich so gemacht ) spüre ich einige Fragen in mir. Sie wollen niemanden verletzen, diskriminieren. Eine solche Entscheidung verletzt immer, weil die Sehnsucht vieler Menschen ist , in Liebe, sein Leben mit einem anderen zu gestalten. Es geht nicht, so wie oft geäußert, dass man nichts gegen GLBTIQ - Menschen hat, und dann im gleichen Atemzug ABER.... Sie berufen sich auf Christus. Sein Leben sagte JA zum Menschen in seinen Lebenssituationen mit all den Konsequenzen. Ich frage wie Christus: " Ist das Gesetz für den Menschen da oder der Mensch für das Gesetz." ER
    wagte es auch am Sabbat zu heilen. Die Entwicklung und neuen Fragen in der Theologie zu diesem Thema gibt es. Wollen sie diese Aussagen sehen und auch bereit sein neue Wege dafür zu gehen? Ein Priester sagte zu mir kürzlich, da ich seit vielen Jahren. Ich mehr zur Kommunion gehe: " Wenn ich die Messe feiere und sie sind da, gehen sie zur Kommunion. Ich freue mich." Gott lädt den Menschen ein. Die Kirche, die sich auf ihn be-ruft, lädt leider aus. Laden sie den Liebenden Menschen wieder ein, Prior!
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#10 Alice
  • 04.07.2018, 20:00h
  • Witzig Irrwitzig herbeigezogen:
    * Weil man natürlich verletzt und diskriminiert wenn man die theologischen Vorgaben so interpretiert -> ist klar oder?
    * Weil die theologischen Vorgaben die staatliche Ehe nicht anerkennen vor Gott, trotzdem akzeptieren sie wohl Hetero-Trauungen -> auslegen, wie es einem gerade mundet
    *Weil die kath. Kirche keine gleichgeschlechtlichen Trauungen vorsieht? -> Nein, denn es handelt sich um KEINE katholische Trauung, es ist eine staatliche und DIE sieht nun endlich auch gleichgeschlechtliche Trauungen vor, das ist (endlich) Recht in Deutschland
    * Gesetzliche "Wiederheirat" (das geht gar nicht nach kath. Theologie, das ist was ganz "böses" : Was Gott verbindet darf der Mensch nie nicht trennen - oder so ähnlich!), Heidenheirat, Ungläubigenheirat, usf. wurden im Artikel ja schon angedeutet.

    Wieviel Miete, d.h. Geld, bekam das Kloster eigentlich dafür damit es die Räumlichkeiten zur Verfügung stellte - weiß das hier jemand?

    Ach ja, und schweigen sollen wir zu dem ganzen auch noch, das passt ja ins Bild.

    Liebe staatlichen Stellen, vielleicht ist das Kloster auch nicht der richtige Partner für die "intensive Sozialarbeit"!
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