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"Love Life – bereue nichts"

Schweiz: Bundesgericht weist Beschwerde gegen HIV-Kampagne ab

Auch in der Schweiz wollten Konservative eine lebensbejahende Aufklärungskampagne für die Nutzung von Kondomen stoppen, scheiterten jedoch vor dem Höchstgericht.


Auf Plakaten zeigt das Bundesamt für Gesundheit auch schmusende Männer (Bild: BAG)

Die Kampagne "Love Life – bereue nichts" des schweizerischen Bundesamtes für Gesundheit ist nicht pornografisch. Das hat das Bundesgericht im frankophonen Lausanne in einer am Mittwoch bekannt gegebenen Entscheidung festgestellt und damit eine Beschwerde von rechten Aktivisten zurückgewiesen, die die seit 2014 laufende Kampagne stoppen wollten (Urteil 2C_601/2016 vom 15. Juni 2018).

Das Bundesamt für Gesundheit verbreitet die Kampagnen-Botschaft für lust- und verantwortungsvollen Sex in Fernseh- und Kinospots, auf tausenden Plakaten im öffentlichen Raum, einer eigenen Website und in sozialen Netzwerken – und das viersprachig auf Deutsch, Französisch, Italienisch und Englisch. Dabei werden sowohl heterosexuelle als auch schwule und lesbische Paare gezeigt.

Offiziell geklagt hatten 35 Kinder und Jugendliche im Alter zwischen vier (!) und 17 Jahren, die von ihren Eltern vertreten wurden. Sie forderten einen sofortigen Stopp der Kampagne, weil damit Minderjährige "sexualisiert" und "zu einer rein lustbetonten Sexualität" aufgefordert werden würden.

Diesen Vorwurf wies das Höchstgericht jedoch – wie bereits die Instanzen zuvor – zurück. Zwar sei in der schweizerischen Bundesverfassung ein besonderer Schutz von Kindern auf Unversehrtheit verankert, allerdings hänge dieses Recht von den jeweiligen gesellschaftlichen Verhältnissen ab. Die HIV-Kampagne setze junge Menschen aber keinen anderen sexualisierten Einflüssen aus, denen sie nicht ohnehin ausgesetzt seien. Zudem würden keine sexuellen Praktiken oder sexuell aufgeladene Botschaften dargestellt. Die Richter stellten außerdem fest, es sei auch Aufgabe der Eltern, Kinder entsprechend aufzuklären, damit sie Einflüsse im öffentlichen Raum einordnen können.

Direktlink | Danke, Nico: Die Kampagnenvideos sind nicht offen pornografisch, deuten aber durchaus an, um was es geht

Kampagnengegner wollen nach Straßburg ziehen


Ein weiteres schwules Kampagnenmotiv (Bild: BAG)

Unterstützt wurde die Beschwerde gegen die HIV-Aufklärung unter anderem von der Eidgenössisch-Demokratischen Union (EDU), einer rechten christlichen Partei, die bereits wiederholt Volksentscheide gegen Homo-Rechte angestoßen hat (queer.de berichtete). Beteiligt waren auch die evangelikale Missionsorganisation "Christen für die Wahrheit" und die rechtskonservative Lobbygruppe "Stiftung Zukunft CH". Die Gruppen haben bereits angekündigt, das Urteil der Höchstrichter nicht akzeptieren zu wollen. Es handle sich dabei um "Behördenwillkür". Daher erwäge man, vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte nach Straßburg zu ziehen.

Auch in Deutschland führten HIV-Kampagnen immer wieder zu Protesten von Rechtsaußen: So mobilisierten Politiker und Aktivisten der AfD und der "Demo für alle" gegen die Aufklärungskampagne "Liebesleben", die ebenfalls zur Kondomnutzung anregen soll und auch zielgruppenspezifische Plakate für Schwule zeigt (queer.de berichtete).

Experten weisen darauf hin, dass deutsche Aufklärungskampagnen über das Virus ("Gib Aids keine Chance") dazu geführt hätten, dass HIV-Infektionsraten viel niedriger sind als in Ländern, die keine derartigen Kampagnen organisierten. (dk)

Direktlink | Paare erzählen in kurzen "Love Life"-Videos von ihrem Sex-Leben



#1 marcocharlottenburgAnonym
  • 04.07.2018, 17:59h
  • Daher erwäge man, vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte nach Straßburg zu ziehen.

    Ist natürlich das gute Recht... und dennoch wird man mal schreiben dürfen: Menschen sind Schwachköpfe!

    Liebe besorgte Eltern, einfach mal den Aluhut abnehmen, sich Chemtrail aussetzen und dann wird das auch was mit euch.
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#2 TimonAnonym
  • 04.07.2018, 19:29h
  • Was Aufklärung und Gesundheitsschutz mit angeblicher "Sexualisierung" von Minderjährigen zu tun hat, wissen wohl nur Ewiggestrige...
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#3 Nandrea AhlesAnonym
#4 MatsAnonym
  • 04.07.2018, 21:02h
  • Wenn die Homohasser schon nicht Homosexualität verbieten können, wollen sie wenigstens Aufklärung über Schutz vor Krankheiten verbieten, damit wir uns irgendwelche Krankheiten holen.

    Die sind dermaßen vom Hass zerfressen, dass sie alles zerstören wollen, was sich nicht ihrer Ideologie unterwirft.

    Diesen Fanatismus erkannt man auch daran, dass die sich selbst nach dem x-ten Gerichtsurteil nicht damit abfinden können, sondern immer noch weiter gehen wollen, weil sie wirklich meinen, sie bekämen irgendwann recht. Was für ein trauriges Beispiel von komplettem Realitätsverlust.
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#5 YannickAnonym
  • 04.07.2018, 21:08h
  • "Offiziell geklagt hatten 35 Kinder und Jugendliche im Alter zwischen vier (!) und 17 Jahren, die von ihren Eltern vertreten wurden."

    Manche Leute schrecken echt vor nichts zurück. Nicht mal davor, ihre eigenen, kleinsten, Kinder für ihre Zwecke zu instrumentalisieren...

    Was ist wohl die größere Gefahr für diese Kinder? Schutz vor Krankheiten oder schon so früh mit Hass infiltriert zu werden?!
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#6 Homonklin44Profil
  • 04.07.2018, 21:13hTauroa Point
  • Da merkt man mal wieder, wie übergemäße Religiotie, überdrehte konservative Weltsicht und das Unterdrücken von Gefühlen/Bedürfnissen zu einer seltsamen Besessenheit um Sexuelles führen.
    Sodass man die Kinder instrumentalisieren muss, um Entrücktheit durchzudrücken.

    Und wenn die höchste Instanz HIV/Aids-Aufklärung und Kondomnutzung für nicht sexualisierend erklärt, verkriechen die sich in einem Tal in den Bergen, predigen zum Edelweiß und schmollen, oder wie?
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#7 Carsten ACAnonym
  • 04.07.2018, 21:14h
  • Nicht Aufklärung sexualisiert Jugendliche, sondern die Pubertät sexualisiert Jugendliche. Und wenn es dann so weit ist, sollten sie wissen, wie sie sich vor Krankheiten schützen können.

    Oder wollen diese Leute demnächst auch noch die Pubertät verbieten?
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#8 queergayProfil
  • 04.07.2018, 21:32hNürnberg
  • Der bedeutende Kirchenkritiker Karlheinz Deschner meinte schon: Nicht die Sexualkunde verdirbt die Jugendlichen, sondern die religiöse Indoktrination.
    Und Thorwald Dethlefsen, Autor und Dipl.-Psychologe, sagte ganz direkt: Religion macht krank.
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#9 JadugharProfil
#10 JadugharProfil
  • 05.07.2018, 00:53hHamburg
  • Antwort auf #6 von Homonklin44
  • Sie schmollen nicht! Ein Edelweiß begreifen sie auch nicht, weil dessen natürliches Sexleben ihre Vorstellungskraft sprengt, denn Selbstbefruchten oder gar Klonen, wie es das Edelweiß tut, geht nicht in ihre Köpfe rein. Spinnen vermehren sich mit Hilfe von Masturbation, was natürlich auch nicht geht! Die Berge wollen vor solchen dummen Menschen , die alles nieder trampeln, auch ihre Ruhe und überschütten sie mit Lawinen.

    Sie werden sich mit Hilfe der Kirchen organisieren, Lügen verbreiten, demonstrieren und Parteien gründen, welche ähnlich wie die AfD, Pegida und Co. gegen LGBTI's vorgehen können.
    Es muß ein Gesetz her, was homo- und transphobe Menschen ein Leben lang in eine geschlossene Psychiatrie einweist bzw. in ein Gefängnis mit Sexentzug, was sie doch so toll finden!
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