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"Große Oper"

Der größte Wohltäter der Lesben- und Schwulenbewegung

Ein neues Buch aus dem Männerschwarm Verlag erinnert an Andreas Meyer-Hanno (1932-2006), den Opernregisseur, Aktivisten und Gründer der Hannchen-Mehrzweck-Stiftung.


Andreas Meyer-Hanno gründete 1991 die Hannchen-Mehrzweck-Stiftung und brachte sein mit fast 60 Jahren erwirtschaftetes Vermögen, seine Eigentumswohnungen und seine Altersversorgung in die Stiftung ein, um damit queere Projekte zu unterstützen (Bild: Stefan Schlesinger)

Andreas Meyer-Hanno (1932-2006) eröffnete seiner Mutter im Alter von 23 Jahren, dass er schwul sei. Er studierte Musikwissenschaft und kümmerte sich vor allem um seine Karriere. Mit den Debatten um die Notstandsgesetze Ende der Sechzigerjahre politisierte er sich. Als Oberspielleiter am Badischen Staatstheater Karlsruhe inszenierte er 1970 Verdis "Aida" als Antikriegsstück.

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Andreas Meyer-Hanno machte auch im Fummel eine gute Figur (Bild: Männerschwarm)

Seit 1973 verband der Sohn einer jüdischen Mutter und eines kommunistischen Vaters auf wohl einzigartige Weise seine bürgerliche Karriere mit seinem Engagement in der Schwulenbewegung. Als Oberspielleiter in Braunschweig engagierte er sich in der Arbeitsgruppe Homosexualität Braunschweig (AHB). In Frankfurt, wo er von 1976 bis 1993 als Professor an der Musikhochschule tätig war, gehörte er zu den Mitbegründern der Theatergruppe "Die Maintöchter" und stand als "Hannchen Mehrzweck" auf der Bühne.

Meyer-Hanno rief mit anderen die Homosexuelle Selbsthilfe e.V. ins Leben und gründete 1991 die Hannchen-Mehrzweck-Stiftung. Auch an der Errichtung des ersten Mahnmals für die Verfolgung der Homosexuellen in Deutschland, dem "Frankfurter Engel", war er 1994 maßgeblich beteiligt.

Als "Senior der Schwulenbewegung" war es Andreas Meyer-Hanno stets wichtig, seine Erfahrungen aus der Nazi-Zeit und den Adenauerjahren für die aktuellen Debatten und Auseinandersetzungen wachzuhalten. Dabei spielte für ihn seine jüdische Herkunft eine besondere Rolle, schien ihm doch die Wurzel von Antisemitismus und Schwulenfeindlichkeit die gleiche: "Hass auf alles Nicht-Konforme".

Autobiografisch gefärbte Texte und Analysen


Das Buch enthält u.a. Vorträge, Reden und Buchbeiträge Meyer-Hannos

Das neue Buch "Große Oper" aus dem Hamburger Männerschwarm Verlag enthält Vorträge, Reden und Buchbeiträge Meyer-Hannos aus den Jahren 1968 bis 2001.

Die Texte werden eröffnet durch zwei Beiträge in der Opernwelt, die vieles über sein Verständnis von Musik und seiner Arbeit als Opernregisseur verraten. Es folgt eine chronologisch angeordnete Mischung aus autobiografisch gefärbten Texten, kleinen Beobachtungen, Betrachtungen und Analysen zur Schwulenbewegung.

Abgerundet wird der 200 Seiten starke Band durch die Laudatio, die Manfred Roth aus Anlass der Verleihung des Rosa-Courage-Preises 1993 auf Andreas Meyer-Hanno gehalten hat und eine Darstellung der Hannchen-Mehrzweck-Stiftung. Eingeleitet wird er durch eine biografische Skizze von Detlef Grumbach – mit über 30 Abbildungen. (cw/pm)

Infos zum Buch

Detlef Grumbach (Hrsg.): Große Oper. Andreas Meyer-Hanno, die Schwulenbewegung und die Hannchen-Mehrzweck-Stiftung. Taschenbuch, 200 Seiten. Männerschwarm. Hamburg 2018. 18 €. ISBN 978-3-86300-2534


#1 AlexAnonym
#2 g_kreis_adventProfil
  • 06.07.2018, 19:47hBerlin-Prenzlauer Berg
  • Danke lieber Detlef,

    schön das du an Hannchen mit einem Buch erinnerst. Ich habe auch noch viele Erinnerungen an ihn. Kurz vor seinem Tod war er noch in Berlin Tegel mit dem Rad unterwegs.
    Ich hoffe das Buch gibt es dann auch als eBook. Und kaufen tue ich das Buch selbstverständlich nicht bei Amazon sondern in unseren Buchladen Eisenherz! Detlef, vielleicht machen wir einen Gesprächsabend mit den Erinnerungen an Hannchen?

    Hannchen du bist unvergessen!
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