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Skandal um Leo e.V.

Pfarrer räumt "Umpolung" von Homo­sexuellen ein

Bernhard Ritter, Vorsitzender des Leo e.V. aus Bennungen, rühmt sich in einem Interview, aus "unzufriedenen" Homos glückliche Heteros gemacht zu haben. Das Blog Leo Watch fordert nun strafrechtliche Ermittlungen.


Protest gegen Homo-"Heiler" in den USA: Sogenannte Konversionstherapien können nach Auskunft des Bundesgesundheitsministeriums unter bestimmten Voraussetzungen den Tatbestand der Körperverletzung erfüllen
  • 7. Juli 2018, 12:17h 14 3 Min.

Nach vier Jahren des Schweigens hat der Vorsitzende des Vereins Leo aus Bennungen, Bernhard Ritter, nun doch öffentlich zugegeben, "Umpolungs"-Experimente an Homosexuellen vorgenommen zu haben. "Ja, es gibt einige, deren sexuelle Orientierung beeinflusst wurde und die nun nicht mehr homosexuelle Gefühle hegen, sondern mittlerweile verheiratet sind und Kinder haben", sagte der ehemalige evangelische Pfarrer und Ex-CDU-Landtagsabgeordnete im Gespräch mit der "Sangerhäuser Zeitung" (Samstagsausgabe).

Das Angebot seiner Seminare habe sich an Menschen gerichtet, "die mit sich selbst unzufrieden sind", erklärte Ritter, "Die meisten Homosexuellen, die zu mir kommen, erleben ihre Situation als Zwang beziehungsweise wollen mit einer Familie leben, weil sie das Gefühl haben, ansonsten blockiert zu sein." Zum glücklichen Hetero sei es aber "ein langer und harter Weg, das sage ich auch jedem", stellte der Leo-Vorsitzende klar. "Aber es gibt Strukturen, die Menschen in schwierigen Situationen helfen, diese zu überwinden. Und solche Strukturen versuche ich aufzuzeigen."

"In den ersten Jahren waren es recht viele"

Er könne nicht genau sagen, wie vielen Homosexuellen er in 35 Jahren seiner Arbeit "geholfen" habe, meinte Ritter auf eine telefonische Nachfrage des Blogs Leo Watch. "In den ersten Jahren waren es recht viele, die zu mir kamen", wird der ehemalige Pfarrer dort zitiert, "in den letzten Jahren jedoch nur noch ganz wenige".

Polizei und Staatsanwaltschaft müssten jetzt "ermitteln, ob hier Straftaten begangen wurden", forderte Leo-Watch-Blogger Markus Kowalski. Eine sogenannte Konversionstherapie könne "den Tatbestand der Körperverletzung nach § 223 Strafgesetzbuch erfüllen, wenn die Handlung nicht über eine Einwilligung des Betroffenen gerechtfertigt ist", habe er auf Nachfrage beim Bundesgesundheitsministerium erfahren. Kowalski forderte "Betroffene und Zeugen dieser unmenschlichen Behandlung" dazu auf, sich bei ihm unter Email markus.kowalski@posteo.de zu melden. Informationen würden vertraulich behandelt und nur nach Absprache veröffentlicht.

Vor vier Jahren fehlten noch Beweise

Die Vorwürfe gegen Leo e.V. waren erstmals vor vier Jahren erhoben worden. Ein Versuch des Landkreises, dem homophoben Verein die freie Trägerschaft abzuerkennen, scheiterte 2016 noch an mangelnden Beweisen (queer.de berichtete). Im April veröffentlichte der Journalist Silivo Duwe allerdings eine Einladung zu einem Leo-Seminar, in dem Homosexualität auf eine Stufe mit Pädophilie gestellt und als "Fehlorientierung" beschrieben wurde, die man korrigieren könne (queer.de berichtete).

Bereits seit Jahren warnen nicht nur LGBTI-Aktivisten, sondern auch Psychologenverbände davor, dass Homosexuelle mit derartigen "Therapien" in den Selbstmord getrieben werden könnten. Der Weltärztebund verabschiedete 2013 eine Stellungnahme, nach der derartige Behandlungen "die Menschenrechte verletzen und nicht zu rechtfertigen" seien (queer.de berichtete).

In Deutschland dürfen Homo-"Heiler" trotzdem generell aktiv sein: Die Bundesregierung erklärte erst vor wenigen Tagen in der Antwort auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion, dass sie "Konversionstherapien" zwar ablehne, aber keinen Grund sehe, diese zu verbieten (queer.de berichtete). Eine aktuelle Online-Petition für ein Verbot, die sich an Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) richtet, haben bislang über 24.000 Menschen unterschrieben. (mize)

-w-

#1 TimonAnonym
  • 07.07.2018, 15:40h
  • Nochmal zur Erinnerung:
    Obwohl die WHO vor dieser Gehirnwäsche warnt und obwohl wissenschaftlich belegt ist, dass das schwerste psychische Schäden verursacht und bis zum Tod führen kann, weigern sich Union und SPD weiterhin, das zu verbieten.

    Immer mehr Staaten haben das bereits verboten oder planen das. Aber erst vor wenigen Tagen wurde eine erneute Anfrage der Linkspartei wieder mal von unserer schwarz-roten Bundesregierung abgeschmettert.
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#2 saltgay_nl
  • 07.07.2018, 16:16hZutphen
  • Bennungen - wer kennt es nicht, dieses verträumte Dorf zwischen Nord- und Sangerhausen, umsäumt von anderen Käftern wie "Hackpfüffel" in der Mansfelder Mulde gelegen zwischen Harz und dem Kyffhäuser, der als tektonischer Sporn über dem Land aufragt und dräut - die Lieblingsbeschäftigung in Eisen gegossener Monarchen.

    Die Menschen leben dort in einem "kollektiven Freizeitpark", der von einem gewissen Herrn Dr. Kohl erschaffen wurde. Dazu trug auch tatkräftig Max-Josef Strauß, der älteste Sohn von Franz-Josef Strauß (CSU), durch die betrügerische Insolvenz der Sangerhäuser Maschinenfabrik (SAMAG) bei. So brauchen die Bürger nur regelmäßig bei dem Jobcenter zu erscheinen, ihre Bewerbungsversuche vorweisen, und sie dürfen wieder ihrer kostbaren Freizeit nachgehen.

    Sie sind es als gute ehemalige DDR-Bürger auch gewöhnt, dass Städte und Betriebe den Namen sozialistischer Vorkämpfer und Märtyrer tragen. Man denke nur an die "Wilhelm-Pieck-Stadt Guben" oder die nur 60 km entfernten Leuna Werke "Walter Ulbricht".

    Darum verwundert es auch nicht, wenn es dort eine "Kirchengemeinde Pfarrer Bernd Ritter" gibt, die in der Breiten Str. 72 in Bennungen zuhause ist. Merkwürdigerweise ist dieser Hinweis auf einer kommerziellen Website: suedharz.stadtbranchenbuch.com zu finden.

    Nun kennt man in den evangelischen Landeskirchen zahlreiche Gemeinden, die Namen wie Martin Luther, Phillip Melanchton, Dietrich Bonnhoeffer, Paul Gerhard, etc. tragen. Pfarrer Bernd Ritter ist jedoch neu.

    Hier segelt jemand getarnt als vermeintliches Mitglied der evangelischen Landeskirche im frommen Fahrwasser um seine höchst persönlichen Interessen wahrzunehmen.

    Die echte Kirchengemeinde relativiert in der üblichen Form der evangelischen Wellnesskirche, Sparte Beliebigkeit, die Zusammenarbeit mit dem Verein Leo e.V. Dieses Verhalten - nach allen Seiten offen - ist natürlich den Kirchensteuerzahlern geschuldet, die in der ehemaligen DDR nicht sehr zahlreich sind.

    So konnte es auch nach der Wende geschehen, dass die merkwürdigsten Frömmler unter den Schutz der Kirche flüchteten. SED-Funktionäre wie abgedrehte Aussteiger. Das hat aber Tradition. Ich empfehle die Erzählung vom "gastfreien Pastor" aus dem Buch: "Otto Erich Hartleben: Geschichten vom abgerissenen Knopfe". Die Handlung begab sich keine 20 km von Bennungen entfernt und ist 120 Jahre alt.
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#3 YannickAnonym
  • 07.07.2018, 21:35h
  • Wie schon auf einem der Plakate steht:
    es ist keine "Therapie", wenn man Menschen einfach so viel Selbsthass einredet, dass sie sich selbst verleugnen und ihre Bedürfnisse unterdrücken.

    Dadurch werden sie zu willenlosen Zombies. Aber genau das wollen solche "Heilsprediger", denn genauso solche unglücklichen Menschen lassen sich viel leichter manipulieren und führen, weil sie ihr Glück bei irgendwelchen Heilspredigern suchen.
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