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BLSJ zeichnet Johannes Nichelmann aus

Radiobeitrag über Bisexualität gewinnt Rexhausen-Preis 2018

Die wenigsten Menschen, sogar in der Community, können mit Bisexualität umgehen. Mit diesem Thema beschäftigte sich Journalist Johannes Nichelmann in einem laut BLSJ "unterhaltsamen wie informativen Hörfunk-Feature".


Der Journalist Johannes Nichelmann erhielt den Felix-Rexhausen-Preis 2018 (Bild: Axel Bach)

Der Bund Lesbischer und Schwuler JournalistInnen (BLSJ) hat am Samstag den Berliner Hörfunk- und Fernsehjournalisten Johannes Nichelmann für seinen Radiobeitrag "Vom Stigma, auf Frauen und Männer zu stehen" mit dem Felix-Rexhausen-Preis 2018 ausgezeichnet. Den Preis überreichten der BLSJ-Vorstand zusammen mit dem Leiter und Moderator des WDR-Politmagazins "Monitor", Georg Restle, auf der Hauptbühne des Christopher Street Days in Köln.

"Das ebenso unterhaltsame wie informative Hörfunk-Feature ist eine halbe Stunde Radio mit hohem Erkenntnisgewinn und tritt engagiert dafür ein, bisexuelle Menschen nicht länger zu stigmatisieren", heißt es in der Laudatio der Jury zu dem Beitrag, der am 1. Februar diesen Jahres in der Reihe Zeitfragen des "Deutschlandfunk Kultur" gesendet wurde. "Aussagekräftige Gespräche mit klug ausgewählten Aktivisten", lobte die Jury. Der Autor habe auch deutlich machen können, dass Bisexuelle als Minderheit in der Minderheit sogar in der schwul-lesbischen Community vielfach ausgegrenzt werden. Johannes Nichelmann, Jahrgang 1989, ist seit 2008 als Reporter, Moderator und Redakteur tätig.

Aus den eingereichten Audio-, Fernseh- und Printbeiträgen hatte die Jury des Felix-Rexhausen-Preises neben Nichelmanns Feature zwei weitere herausragende Radioproduktionen nominiert. Unter dem Titel "Die letzte Bar für freie Liebe" beschreibt Maria Caroline Wölfle das tatsächlich letzte öffentliche Bollwerk schwul-lesbischen Lebens in Jerusalem. Beeindruckend befand die Jury zudem die Radio-Doku-Serie "Transformer", in der Autorin Christina Wolf darüber berichtet, wie sie zwei Jahre lang Henri auf dem Weg der Transition begleitete.

Vorbild für Berichterstattung

"Diese Beiträge möchten wir allen Menschen zum Hören ans Herz legen. Und für Journalistinnen und Journalisten können sie Vorbild für die eigene Berichterstattung über lesbische, schwule und bisexuelle Themen sein", so Jury-Mitglied Arnd Riekmann.

Der BLSJ ist ein deutschlandweites Netzwerk und verbindet rund 200 lesbische und schwule Journalisten. Er setzt sich seit über 20 Jahren für faire Berichterstattung über Lesben und Schwule ein. Seit 1998 vergibt er den Felix-Rexhausen-Preis und würdigt damit ein besonderes publizistisches Engagement bei der Berichterstattung über Lesben, Schwule und Bisexuelle.

Im vergangenen Jahr hatte der BLSJ die Radio-Reportage "Kampf und Flucht – Die Geschichte von Kirill und Jonathan" ausgezeichnet (queer.de berichtete). (pm/cw)



#1 Patroklos
#2 FüchsleinAnonym
#3 Shinkaishi
  • 09.07.2018, 17:16h
  • Antwort auf #2 von Füchslein
  • Laut dem Kinsey Report sind 46% der Menschen zu einem solchen Grad bisexuell, dass sie mindestens einmal während ihres Erwachsenenlebens auf Personen beider Geschlechter reagiert haben.

    ...das sind nun wirklich nicht fast alle.

    Aber Bisexuelle sind effektiv die größte Gruppe was Sexualität betrifft.
    Deshalb bin ich auch immer etwas skeptisch was Aussagen zur Ausgrenzung betrifft.

    Es gibt natürlich immer einige Leute, die sich blöd benehmen, aber wenn es um das Bezweifeln von Bisexualität geht, sorry, aber gerade solche Aussagen und die Haltung dahinter, dass doch (fast) jeder bi sei oder auch die impliziten Vorwürfe, dass es engstirnig sei, als Schwuler kein Interesse an Frauen zu haben, sind genauso zu finden und sind genauso ignorant wie die Ansicht, dass sich jeder Bisexuelle doch irgendwann entscheide.

    Es bringt finde ich aber nicht sehr viel, wenn man, egal um wen es geht, die Handlungen einzelner allgemein auf eine Gruppe überträgt.
    Es gibt heterosexuelle Menschen, die Homosexuelle tätlich angreifen, aber auch solche, die sich aktiv für unsere Rechte einsetzen und ohne deren Unterstützung wir nie etwas wie die Eheöffnung erreicht hätten.
    Deshalb sind abschätzige Bezeichnungen oder Sprüche über Heterosexuelle eben genauso daneben wie solche über andere Sexualitäten.
    ...und das gilt für jede andere Gruppe.

    Es ist immer besser, die einzelnen Leute oder die klar abgezeichneten Gruppen zu benennen, als die pauschale Anklage zu machen.

    ...denn ansonsten sind wir auch dabei, etwa alle Migranten und Flüchtlinge für diejenigen verantwortlich zu machen, die kriminell werden.
    Und das würden die meisten hier sicherlich ablehnen, oder?
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#4 Alexander_FAnonym
  • 10.07.2018, 23:11h
  • Nachdem ich den Beitrag gehört habe, muss ich sagen, dass mich als persönlichen Betroffenem wenig vom Gehörten überrascht. Das ist aber eigentlich gerade ein gutes Zeichen, weil ich das alles aus eigener Erfahrung gut kenne und es sehr authentisch rüberkommt.

    Insofern ist der Beitrag wirklich äußerst gelungen und hat seinen Preis meiner Meinung nach redlich verdient.
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