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"Trans-Aktivismus löscht Lesben aus"

Scharfe Kritik nach transphobem Protest beim CSD London

Eine feministische Lesbengruppe sorgte bei der Pride-Parade für einen Eklat: Die Aktivistinnen warfen Transpersonen vor, Teil der "Vergewaltigungskultur" zu sein.


Auf dem CSD warben die feministischen Aktivistinnen dafür, dass Lesben die LGBTI-Community verlassen sollten (Bild: Twitter / @NurtureMyBaby)

Bei der CSD-Parade am Samstag in London hat eine Gruppe von acht Cisgender-Frauen mit transphoben Plakaten und Flyern scharfe Kritik hervorgerufen. Die lesbische Gruppe "Get The L Out!", die sich als feministisch bezeichnet, zeigte an der Spitze der Parade Transparente, die unter anderem die Aufschrift "Trans-Aktivismus löscht Lesben aus" trugen. Sie verteilten dabei Faltblätter gegen die Zugehörigkeit von Transfrauen in der LGBTI-Community unter der Überschrift "Stoppt die Vergewaltigungskultur gegen Lesben".

Twitter / SoozUK

Auf einem Flugblatt bezeichneten die Demonstrantinnen Transfrauen, die Frauen lieben, als "heterosexuelle Männer, die vorgeben, eine Frau zu sein". Diese würden sich "echten Lesben aufdrängen". "Das ist Vergewaltigungskultur und Zwangsheterosexualität, die Lesben und unserer Identität, Sexualität, Kultur und Würde aufgedrängt wird", heißt es.

In dem Flyer wird auch beklagt, dass auf Lesben, die nicht femininen Klischees entsprechen würden, heutzutage Druck ausgeübt werde, sich als "Transgender-Mann" oder "nicht-binär" zu outen. Außerdem werfen die Aktivistinnen schwulen Männern generell vor, sie als "Bürgerinnen zweiter Klasse" zu behandeln. "Lesben haben sehr wenig gemein mit schwulen Männern", heißt es in dem Dokument.

Twitter / bo_novak

In einem weiteren Flugblatt werden Lesben aufgerufen, "LGBT zu verlassen und eine eigene Bewegung aufzubauen". Die queere Community wolle Lesben zwingen, "den Penis als weibliches Organ" zu akzeptieren, hieß es darin. Auch in diesem Text wurden Transfrauen für die "Vergewaltigungskultur" mitverantwortlich gemacht.

Twitter / isacsohn

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CSD-Veranstalter distanzieren sich von Transphobie

Mehrere LGBTI-Aktivisten und Aktivistinnen, darunter auch viele Lesben, sowie Vertreter der Politik distanzierten sich von der gegen Transpersonen gerichteten Aktion. Die CSD-Veranstalter entschuldigten sich am Sonntag, dass die transphoben Demonstrantinnen mitmarschieren durften. "Ihr Verhalten war schockierend und widerlich", heißt es darin. "Leider konnten wir sie nicht als Gruppe ausschließen, da ihr Protest keine Straftat darstellte." Man habe auch versucht, der Gruppe einen weniger prominenten Platz in der Parade zu geben. Auch die lesbischen Mitglieder des CSD-Vorstands seien über diese Gruppe schockiert gewesen.

Auch Sadiq Khan, der sozialdemokratische Bürgermeister von London, verurteilte die Aktion scharf: "Beim CSD geht es darum, die Unterschiede ebenso zu feiern wie Londons tolle LGBT+-Community", sagte ein Sprecher des Labour-Politikers gegenüber dem Szeneportal "Pink News". "Es geht darum, Menschen rund um den Globus zu zeigen, dass man in unserer großartigen Stadt frei sein kann, alles zu tun, was man will, und zu lieben, wen man will." Der Bürgermeister verurteile die "winzige Minderheit", die dies nicht tue: "Transphobie ist nie akzeptabel."

Die LGBTI-Gruppe innerhalb der liberaldemokratischen Partei, die von 2010 bis 2015 Großbritannien in einer Koalition mit den Konservativen mitregierte, bezeichnete den transphoben Protest auf Twitter als "Verrat an Tausenden, die mitmarschiert sind". Der CSD-Vorstand müsse zurücktreten, so die Forderung.

Twitter / LGBTLD

Beim CSD London kam es immer wieder zu Streit, wer teilnehmen darf. 2015 untersagten die Organisatoren etwa der rechtspopulistischen UK Independence Party (Ukip) aus "Sicherheitsgründen", bei der Parade mitzumarschieren (queer.de berichtete). Auch dieses Jahr gab es Streit um die Anzahl der Teilnehmer. Die Organisatoren begrenzten die Zahl derjeningen, die mitmarschieren durften, auf 30.000 Menschen. Damit erhielten 20.000 Personen, die ebenfalls an der Parade teilnehmen wollten, eine Absage. LGBTI-Aktivist Peter Tatchell bezeichnete diese Vorgehensweise als "Diskriminierung". (dk)

Direktlink | Eindrücke vom transphoben Protest



#1 fassungslosAnonym
  • 09.07.2018, 12:59h
  • ich bekomme den eindruck, dass zumindest diese lesben nicht teil der (L)GBT*IQ-gemeinschaft sind, sondern eher zur SA-fraktion (schwanz-ab-fraktion) von alice schwarzer und kumpaninnen gehören.
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#2 UngiftedAnonym
  • 09.07.2018, 13:15h
  • So schockiert ich von den Bildern bzw. dem Video vom LondonPride war...

    ...unter dem Hashtag #LWithTheT finden sich so viele tolle pro trans Statements von cis lesbischen Frauen, die sich deutlich von den Aussagen der terf-Gruppe, dass sie damit im Endeffekt das Gegenteil davon erreicht haben, was sie erreichen wollten. Die Frauen, die sich mit Ihren trans Schwestern solidarisieren sind glücklicherweise in der Überzahl.
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#3 von_hinten_genommenAnonym
  • 09.07.2018, 13:16h
  • Tja, da wird mehrmals negativ über Baden-Württemberg berichtet und in London sieht es beim CSD offensichtlich weitaus schlimmer aus.

    Ich freue mich auf den CSD in Stuttgart, da gibt es diese Problematik nicht.
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#4 LondonbonbonAnonym
  • 09.07.2018, 13:27h
  • Antwort auf #3 von von_hinten_genommen
  • "Da gibt es diese Problematik nicht."

    Nun, in Deutschland wird über T einfach kaum geredet.

    In England wird ähnlich hitzig darüber geredet wie in den USA, nur anders. In den großen Medien läuft ein regelrecht bösartiger Shitstorm gegen T. Und wie man ja weiß - kaum ist etwas "salonfähig" geworden, wird es überall rausposaunt als sei menschenbezogener Hass eine legitime Meinung.

    In England geht es wirklich ziemlich brutal zu, gerade auch TERF-Diskussionen.
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#5 von_hinten_genommenAnonym
#6 GerritAnonym
  • 09.07.2018, 13:48h
  • Ein trauriges Beispiel, dass auch manche Lesben nicht solidarisch zu anderen LGBTI-Gruppen stehen, sondern transphob sein können.

    Spätestens wenn sie behaupten, Transfrauen seien Männer, die nur vorgeben Frauen zu sein, um Frauen vergewaltigen zu können, wird es nicht nur absurd, sondern menschenverachtend. Das ist extremst transphob und sie tun so, als gäbe es das gar nicht.
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#7 AuntieBioticEhemaliges Profil
  • 09.07.2018, 13:54h
  • Offenbar gehen manche Frauen davon aus, sie dürften sich unwidersprochen z.B. als "Männerhasserin" bekennen und jeden Menschen, der einen Penis hat, automatisch und ausschließlich als "Täter" bezeichnen.

    Ich selbst hatte schon das Vergnügen, mich mit einer hochrangigen Vertreterin dieser Garde persönlich zu unterhalten. Natürlich sind solche Gespräche mit solchen Leuten völlig zwecklos, da sie männlich gelesene Personen (unabhängig davon, ob diese sich selbst als männlich identifizieren oder nicht) grundsätzlich weder akzeptieren noch respektieren. So muss man sich von solchen Leuten z.B. auch sagen lassen, dass Schwule nicht diskriminiert werden, sondern auf Grund der Tatsache, dass sie Männer sind, immer eine hegemoniale Position einnehmen.

    Von einer Teilhabe an einer LGBT*IQ-Community sehe ich solche Personen relativ weit entfernt - hassen sie doch so viele andere Community-Mitglieder, die anders sind als sie, nur weil sie anders sind als sie.

    Ich finde es unglaublich schade und auch bedenklich, dass manche superradikalen Frauenkreise meinen und auch öffentlich kundtun, sie seien die einzigen, die WIRKLICH diskriminiert würden, und Menschen aller anderen Facetten der Community täten quasi nur so, als würden sie unter Diskriminierungen leiden.

    Diese Frauen also als wahre und einzig Diskriminierte.

    Natürlich darf niemand im Gegenzug sagen, er_sie sei ein "Frauenhasser". (Ich bin übrigens auch keine_r). Aber "Männerhasserinnen" werden akzeptiert, ihnen wird im Einzelfall höchstens mal ein wenig auf die Finger geklopft, aber ansonsten dürfen sie weiter als explizite Männerhasserinnen innerhalb der Community agieren.

    Ich finde das unfair, unsolidarisch und unverschämt. Und das macht es mir nicht gerade leichter, solchen Menschen gegenüber fair und solidarisch zu sein.

    Schade um den Zusammenhalt einer Community, den wir heute wieder dringender brauchen als in manchen der letzten Jahre.
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#8 DasaAnonym
  • 09.07.2018, 14:55h
  • Es gibt halt viel Missgunst in der queeren Szene.
    Das ist aber nicht nur eine Sache zwischen Lesben und Transfrauen. Auch schwule Männer reagieren oft ungehalten auf Transmänner. Es gab eine Diskussion bei Datalounge bei der die mehrheitliche Meinung der ( überwiegend Schwulen Kommentatoren) war, dass transmänner keine richtigen Männer sind. ähnliche Vorurteile wurden bedient, wie radikale Lesben sie gegenüber Transfrauen haben.
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#9 MK1990Profil
  • 09.07.2018, 15:59hEssen
  • "Leider konnten wir sie nicht als Gruppe ausschließen, da ihr Protest keine Straftat darstellte."

    Verstehe ich nicht, wenn ich eine Veranstaltung organisiere, kann ich doch entscheiden, wer mitmachen kann, oder verstehe ich da was falsch?
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#10 von_hinten_genommenAnonym
  • 09.07.2018, 16:22h
  • Antwort auf #9 von MK1990
  • Ich denke schon, dass sie hätten ausgeschlossen werden können. Denn wenn innerhalb der LSBTTIQ eine Gruppe die andere so offensichtlich und eindeutig diskriminiert, dann sollte das Orga Team sie aus gutem Grund ausschließen. Der CSD Grundsatz ist durch diese Demo zerstört worden.
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