Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?31508

"Trans-Aktivismus löscht Lesben aus"

Scharfe Kritik nach transphobem Protest beim CSD London

Eine feministische Lesbengruppe sorgte bei der Pride-Parade für einen Eklat: Die Aktivistinnen warfen Transpersonen vor, Teil der "Vergewaltigungskultur" zu sein.


Auf dem CSD warben die feministischen Aktivistinnen dafür, dass Lesben die LGBTI-Community verlassen sollten (Bild: Twitter / @NurtureMyBaby)

  • 9. Juli 2018, 10:47h 35 3 Min.

Bei der CSD-Parade am Samstag in London hat eine Gruppe von acht Cisgender-Frauen mit transphoben Plakaten und Flyern scharfe Kritik hervorgerufen. Die lesbische Gruppe "Get The L Out!", die sich als feministisch bezeichnet, zeigte an der Spitze der Parade Transparente, die unter anderem die Aufschrift "Trans-Aktivismus löscht Lesben aus" trugen. Sie verteilten dabei Faltblätter gegen die Zugehörigkeit von Transfrauen in der LGBTI-Community unter der Überschrift "Stoppt die Vergewaltigungskultur gegen Lesben".

/ SoozUK
Datenschutz-Einstellungen | Info / Hilfe

Auf einem Flugblatt bezeichneten die Demonstrantinnen Transfrauen, die Frauen lieben, als "heterosexuelle Männer, die vorgeben, eine Frau zu sein". Diese würden sich "echten Lesben aufdrängen". "Das ist Vergewaltigungskultur und Zwangsheterosexualität, die Lesben und unserer Identität, Sexualität, Kultur und Würde aufgedrängt wird", heißt es.

In dem Flyer wird auch beklagt, dass auf Lesben, die nicht femininen Klischees entsprechen würden, heutzutage Druck ausgeübt werde, sich als "Transgender-Mann" oder "nicht-binär" zu outen. Außerdem werfen die Aktivistinnen schwulen Männern generell vor, sie als "Bürgerinnen zweiter Klasse" zu behandeln. "Lesben haben sehr wenig gemein mit schwulen Männern", heißt es in dem Dokument.

/ bo_novak
Datenschutz-Einstellungen | Info / Hilfe

In einem weiteren Flugblatt werden Lesben aufgerufen, "LGBT zu verlassen und eine eigene Bewegung aufzubauen". Die queere Community wolle Lesben zwingen, "den Penis als weibliches Organ" zu akzeptieren, hieß es darin. Auch in diesem Text wurden Transfrauen für die "Vergewaltigungskultur" mitverantwortlich gemacht.

/ isacsohn
Datenschutz-Einstellungen | Info / Hilfe

CSD-Veranstalter distanzieren sich von Transphobie

Mehrere LGBTI-Aktivisten und Aktivistinnen, darunter auch viele Lesben, sowie Vertreter der Politik distanzierten sich von der gegen Transpersonen gerichteten Aktion. Die CSD-Veranstalter entschuldigten sich am Sonntag, dass die transphoben Demonstrantinnen mitmarschieren durften. "Ihr Verhalten war schockierend und widerlich", heißt es darin. "Leider konnten wir sie nicht als Gruppe ausschließen, da ihr Protest keine Straftat darstellte." Man habe auch versucht, der Gruppe einen weniger prominenten Platz in der Parade zu geben. Auch die lesbischen Mitglieder des CSD-Vorstands seien über diese Gruppe schockiert gewesen.

Auch Sadiq Khan, der sozialdemokratische Bürgermeister von London, verurteilte die Aktion scharf: "Beim CSD geht es darum, die Unterschiede ebenso zu feiern wie Londons tolle LGBT+-Community", sagte ein Sprecher des Labour-Politikers gegenüber dem Szeneportal "Pink News". "Es geht darum, Menschen rund um den Globus zu zeigen, dass man in unserer großartigen Stadt frei sein kann, alles zu tun, was man will, und zu lieben, wen man will." Der Bürgermeister verurteile die "winzige Minderheit", die dies nicht tue: "Transphobie ist nie akzeptabel."

Die LGBTI-Gruppe innerhalb der liberaldemokratischen Partei, die von 2010 bis 2015 Großbritannien in einer Koalition mit den Konservativen mitregierte, bezeichnete den transphoben Protest auf Twitter als "Verrat an Tausenden, die mitmarschiert sind". Der CSD-Vorstand müsse zurücktreten, so die Forderung.

/ LGBTLD

Beim CSD London kam es immer wieder zu Streit, wer teilnehmen darf. 2015 untersagten die Organisatoren etwa der rechtspopulistischen UK Independence Party (Ukip) aus "Sicherheitsgründen", bei der Parade mitzumarschieren (queer.de berichtete). Auch dieses Jahr gab es Streit um die Anzahl der Teilnehmer. Die Organisatoren begrenzten die Zahl derjeningen, die mitmarschieren durften, auf 30.000 Menschen. Damit erhielten 20.000 Personen, die ebenfalls an der Parade teilnehmen wollten, eine Absage. LGBTI-Aktivist Peter Tatchell bezeichnete diese Vorgehensweise als "Diskriminierung". (dk)

Direktlink | Eindrücke vom transphoben Protest
Datenschutz-Einstellungen | Info / Hilfe

-w-

#1 fassungslosAnonym
  • 09.07.2018, 12:59h
  • ich bekomme den eindruck, dass zumindest diese lesben nicht teil der (L)GBT*IQ-gemeinschaft sind, sondern eher zur SA-fraktion (schwanz-ab-fraktion) von alice schwarzer und kumpaninnen gehören.
  • Direktlink »
#2 UngiftedAnonym
  • 09.07.2018, 13:15h
  • So schockiert ich von den Bildern bzw. dem Video vom LondonPride war...

    ...unter dem Hashtag #LWithTheT finden sich so viele tolle pro trans Statements von cis lesbischen Frauen, die sich deutlich von den Aussagen der terf-Gruppe, dass sie damit im Endeffekt das Gegenteil davon erreicht haben, was sie erreichen wollten. Die Frauen, die sich mit Ihren trans Schwestern solidarisieren sind glücklicherweise in der Überzahl.
  • Direktlink »
#3 von_hinten_genommenAnonym
  • 09.07.2018, 13:16h
  • Tja, da wird mehrmals negativ über Baden-Württemberg berichtet und in London sieht es beim CSD offensichtlich weitaus schlimmer aus.

    Ich freue mich auf den CSD in Stuttgart, da gibt es diese Problematik nicht.
  • Direktlink »