Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?31513

Schwuler Hollywood-Star

Trauer nach dem Tod von Tab Hunter

Die LGBTI-Community trauert um Schauspieler Tab Hunter. Der einstige Teenie-Star aus Hollywood hat sich erst im Rentenalter als schwul geoutet.


Tab Hunter in einem PR-Bild aus den Fünfzigerjahren

Hollywood-Schauspieler, Sänger und Filmproduzent Tab Hunter ist am Sonntag drei Tage vor seinem 87. Geburtstag im kalifornischen Santa Barbara gestorben. Der 1931 in New York geborene Sohn deutscher Einwanderer wurde in Hollywood mit seinem blonden Surferboy-Look ein Teenager-Idol und gehörte in den Fünfziger- und Sechzigerjahren mit Filmen wie "Damn Yankees", "Playboy – Marsch, marsch!" oder "Duell im Morgengrauen" zu den größten Stars in Tinseltown.

Sein langjähriger Partner Allan Glaser teilte mit, dass Hunter völlig unerwartet einem durch ein Blutgerinnsel verursachten Herzstillstand erlegen sei.

Twitter / TabHunterDoc

Geoutet hatte sich der Schauspieler erst im Alter von 74 Jahren in seiner Autobiografie "Tab Hunter Confidential: The Making of a Movie Star", die er 2005 veröffentlichte. Darin beschrieb er auch die Bemühungen von Filmstudios, mit angedichteten Affären – etwa mit der 2016 verstorbenen Schwulenikone Debbie Reynolds – über seine Homosexualität hinwegzutäuschen.

Unterdessen hatte er heimlich Affären mit anderen versteckt lebenden Schwulen oder Bisexuellen wie Schauspieler Anthony Perkins oder Eiskunstläufer Ronnie Robertson. Als die LGBTI-Bewegung Ende der Sechzigerjahre an Fahrt aufnahm, berichtete die Hollywood-Presse mit Andeutungen und Anspielungen über das Sex-Leben von Hunter – ganz ähnlich wie bei seinem Schauspielkollegen Rock Hudson.


Tab Hunter bei der Gala der Oscar-Verleihung 1956 – er erschien an der Seite von Natalie Wood, die Hollywood-Studios an seine Seite stellten, um seine angebliche Heterosexualität zu unterstreichen (Bild: Los Angeles Times photographic archive / wikipedia)

Prominente Mitglieder der LGBTI-Community drückten in sozialen Netzwerken ihre Trauer über den Tod des früheren Superstars aus. So dankte der schwule Schauspieler Matt Bomer Hunter für seine "Authentizität und seinen Mut".

Ex-N'Sync-Sänger Lance Bass empfahl seinen Fans, die Dokumentation "Tab Hunter: Confidential" anzusehen, die auf der Autobiografie basiert.

Twitter / LanceBass

Direktlink | Trailer zu der Doku aus dem Jahr 2015

Der offen schwule Schauspieler George Takei (Sulu aus "Raumschiff Enterprise") bezeichnete Hunter als "Ikone der LGBTQ-Community" und veröffentlichte ein Bild, das ihn an der Seite von Hunter zeigt.

Twitter / GeorgeTakei

Auch die offizielle Twitter-Seite der 1988 verstorbenen Kult-Dragqueen Divine gedachte des Schauspielers, der als "Divines enger Freund" bezeichnet wurde. Hunter hatte in den Achtzigerjahren versucht, erneut als Schauspieler durchzustarten und dabei auch in zwei Filmen mit Divine mitgespielt – in John Waters' "Polyester" (1981) und Paul Bartels "Geier, Geld und goldene Eier" (1985). (cw)



#1 Patroklos
#2 GerritAnonym
#3 Homonklin44Profil
  • 10.07.2018, 13:19hTauroa Point
  • Er war mal ein richtig toller Typ. Da kann man auch sagen, dass er ein erfülltes Leben hatte.

    Sternseits heim gezogen. Möge er auf dem Wind gehen.
  • Antworten » | Direktlink »
#4 PierreAnonym
  • 10.07.2018, 16:58h
  • Mein Beileid.

    Hoffentlich hatte er ein tolles Leben. Auch wenn er viel zu lange ein Versteckspiel spielen musste.
  • Antworten » | Direktlink »
#5 goddamn liberalAnonym
#6 FragezeichenAnonym
  • 11.07.2018, 02:40h
  • Trauert die Community oder trauern vor allem Männer?
    Jede* kann sich entscheiden für oder gegen den Schrank, egal ob Straßenfegende oder Hollywoodsternchen.
  • Antworten » | Direktlink »
#7 goddamn liberalAnonym
  • 11.07.2018, 08:07h
  • Antwort auf #6 von Fragezeichen
  • "Trauert die Community oder trauern vor allem Männer?"

    Die Frage ergibt keinen Sinn.

    In der Jugend von Tab Hunter war man in Hollywood nach einem Outing entweder arbeitslos oder gleich im Knast.

    Also: Was soll das?
  • Antworten » | Direktlink »
#8 TheDadProfil
#9 lindener1966Profil
#10 Gerlinde24Profil
  • 12.07.2018, 04:46hBerlin
  • Antwort auf #6 von Fragezeichen
  • Es kommt immer darauf an, ob man bereit ist, den Preis dafür zu zahlen. Denn damals war Hollywood genauso heuchlerisch, wie es heute ist, nur nicht so offen wie heute.
    Wenn Deine Existenz davon abhängt, ob man sich outet, überlegt es sich zweimal, manchmal dreimal oder mehr, und spielt lieber das Spiel mit, als sich zu outen.
    Tab war ein gläubiger Mensch. Was wäre, wenn er sich vor versammelter Kirchengemeinde in jungen Jahren geoutet hätte? Man hätte ihn rausgeworfen, ihn mit falschen Anschuldigen überzogen, um Geld zu machen. Aber das Schlimmste wäre, dass er keinen Job mehr gehabt hätte, seine "Freunde" (die es alle wussten) verloren hätte, und somit alles, was ihm wichtig war. Kaum jemand ist bereit gewesen in der damaligen Zeit, sich zu outen.
  • Antworten » | Direktlink »