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"Ich war betrunken"

Berliner Prozess gegen Vergewaltiger beginnt

Ein 31-jähriger Iraker steht in Berlin wegen Vergewaltigung eines 40-jährigen Mannes vor Gericht – seine Verlobte hält zu dem Angeklagten.


Das Landgericht in Berlin muss entscheiden, welches Strafmaß für den geständigen Angeklagten angemessen ist (Bild: Emmanuel Huybrechts / flickr)

Vor dem Berliner Landgericht hat am Montag das Verfahren gegen den 31-jährigen Familienvater Waleed H. begonnen, der beschuldigt wird, am 24. Februar in den frühen Morgenstunden im östlichen Ortsteil Rummelsburg einen 40-jährigen Mann vergewaltigt zu haben. Der Angeklagte hat die Tat bereits gestanden. Die Polizei hatte den aus dem Irak stammenden Mann im April per Fotofahndung gesucht (queer.de berichtete). Daraufhin stellte sich der Verdächtige den Behörden.

Der Angeklagte erklärte, er habe den anderen Mann auf einem U-Bahnhof getroffen und die beiden hätten sich in der Öffentlichkeit geküsst. Daraufhin habe der andere Mann aber abgelehnt, mit dem 31-Jährigen Sex zu haben. "Ich war wütend und enttäuscht", sagte der Angeklagte laut dem Boulevardblatt B.Z. während der Verhandlung. Er habe sich das erste Mal mit einem Mann anders vorgestellt.

Vergewaltiger schlug Kopf des Opfers gegen Hauswand

Laut der Anklageschrift habe der Angeklagte sein Opfer in eine Ecke gezogen und dessen Kopf "mehrfach gegen eine Hauswand" geschlagen. Daraufhin habe er sein erheblich verletztes Opfer zum Oralsex gezwungen. Seine Brutalität erklärte er so: "Ich war betrunken, weil ich meine Kinder so lange nicht gesehen habe." Insgesamt habe er eine Flasche Wodka und fünf Bier getrunken.

Der Angeklagte sei im Sommer 2015 "aus Kriegsgründen" aus dem Irak geflohen und über die Türkei nach Deutschland gekommen. Seine Kinder und Ehefrau lebten seinen Angaben zufolge bis heute in seinem Heimatland. Er gab an, dass er dort seine schwule Seite nie ausleben konnte.

In Deutschland habe er inzwischen eine Verlobte aus Hessen, mit der bis zu seiner Festnahme in einem Container-Flüchtlingsheim im Ortsteil Neukölln gelebt habe. Laut seiner Anwältin hält die 20 Jahre ältere Frau zu ihm und trage "seine geheime sexuelle Seite mit Fassung".

Am Donnerstag wird ein Urteil erwartet. Dem Angeklagten drohen bis zu fünf Jahre Haft. (cw)