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Terrorismus

Carsten S. zu drei Jahren Jugendstrafe verurteilt

Der ehemalige Mitarbeiter der Düsseldorfer Aids-Hilfe ist im Münchner NSU-Prozess wegen Beihilfe zum Mord in neun Fällen schuldig gesprochen worden.


Die Urteile im NSU-Mammutprozess sind vom Oberlandesgericht verkündet worden (Bild: Hans Splinter / flickr)

Vor dem Oberlandesgericht München sind am Mittwochvormittag die Urteile im Prozess gegen Beate Zschäpe und Helfer des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) gesprochen worden: Die Richter verurteilten dabei auch Carsten S., einen ehemaligen Sozialarbeiter der Aids-Hilfe in Düsseldorf, zu einer Jugendstrafe von drei Jahren. Der derzeit im Zeugenschutzprogramm lebende Angeklagte sei der Beihilfe zum Mord in neun Fällen schuldig. Der 38-Jährige erhielt eine Jugendstrafe, weil er zum Tatzeitpunkt nur 19 Jahre alt war und ein Psychiater ausgesagt hatte, dass er in seiner Entwicklung verzögert war.

S. hatte gestanden, der Terrorgruppe im Frühjahr 2000 eine Ceska-Pistole in Chemnitz übergeben zu haben, mit der Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt später neun Gewerbetreibende mit türkischen und griechischen Wurzeln ermordet hatten. Mit dem Urteil folgte das Gericht dem Antrag der Staatsanwaltschaft, die das Geständnis des Angeklagten und umfassende Aussagen positiv bewerteten. Die Verteidiger von S. hatten Freispruch gefordert, da er nichts von den geplanten Morden der Rechtsterroristen gewusst habe.

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S. war Anfang 2012 wegen der Verbindungen zum kurz zuvor aufgeflogenen NSU festgenommen worden (queer.de berichtete). Sein Fall hatte in der Düsseldorfer Szene zu einem Schock geführt, da viele den freundlichen und hilfsbereiten Mann aus seiner Arbeit in der HIV-Prävention und einem Zentrum für LGBT-Jugendliche kannten.

Die Vergangenheit von Carsten S. als aufstrebenes Mitglied der NPD-Jugendorganisation in Jena war bereits seit 2004 bekannt, als sich der Sozialpädagogik-Student um einen Referentenposten im Schwulenreferat der Uni Düsseldorf bewarb – der Asta intervenierte und das linke Stadtmagazin "terz" machte die Geschichte publik. S. hatte damals nach Ansicht von Freunden und Kollegen glaubhaft mit seiner Vergangenheit gebrochen. Seinem späteren Arbeitgeber wie auch Freunden erzählte er auf Anfrage von dieser Zeit, wenn auch oberflächlich und ohne Bezüge zum NSU.

Lebenslang für Beate Zschäpe

Die Hauptangeklagte Beate Zschäpe wurde in dem 66 Millionen Euro teuren Mammutprozess zur Maximalstrafe verurteilt: Wegen ihrer Beteiligung bei den Morden und Gewalttaten des NSU erhielt die 43-Jährige eine lebenslange Haftstrafe. Die Richter stellten außerdem die besondere Schwere der Schuld fest. Damit ist eine vorzeitige Haftentlassung nach 15 Jahren praktisch ausgeschlossen. Sicherheitsverwahrung nach Verbüßung der Haftstrafe wurde nach Angaben eines Gerichtssprechers jedoch nicht verhängt. Drei weitere Angeklagte wurden zu Haftstrafen zwischen zweieinhalb und zehn Jahren verurteilt. (dk)



#1 Rabauke76Anonym
  • 11.07.2018, 13:14h
  • Klarer, politischer "Auftakt". Hier wurde ein Urteil gefällt, nicht Recht gesprochen. Wo ist denn der Staat, mit seinen V - Leuten aufgetaucht? Explizites verschweigen von Tatsachen, welche die feine Staatsmacht wusste?!!! 13 Jahre mordet und raubt ein Trio durch Deutschland? Jetzt erklärt sich auch die Abkürzung " BND" - " Bund -nachlaugender Deppen"? Den Opfern und Hinterbliebenen mein absolutes Mitgefühl. Kein Urteil kann das geschehene je wieder gut machen.
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