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Angriff auf Kunst- und Pressefreiheit
Jens Kestner, Opfer der queeren Weltverschwörung
Der AfD-Bundestagabgeordnete beklagt einen "Feldzug" für LGBTI-Akzeptanz im TV und "Hass auf Heterosexuelle". Die Förderung eines queeren Theaterprojekts nennt er "Betrug am Steuerzahler".

Der AfD-Abgeordnete Jens Kestner im Deutschen Bundestag (Bild: Deutscher Bundestag / Achim Melde)
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12. Juli 2018, 08:54h 3 Min.
Muss man über jedes Stöckchen der AfD springen? Nein, machen wir auch nicht. Aber diesen Facebook-Post des AfD-Bundestagsabgeordneten Jens Kestner greifen wir mal auf, zeigt er doch exemplarisch, wie die rechtsextreme Partei an ihrer LGBTI-feindlichen Fiktion einer queeren Weltverschwörung strickt.
Es beginnt mit der NDR-Meldung, dass das Theater Lüneburg 240.000 Euro von der Kulturstiftung des Bundes für sein Projekt "Queere Kreuzzüge" erhält. Schon beim Namen scheinen beim LGBTI-"Experten" Kestner, Mitglied des Verteidigungsausschusses und im Hauptberuf Bestatter, die Sicherungen durchgebrannt zu sein. "Dass der Bund mit einer Viertelmillion Euro Steuergeld das Abgrenzen von Geschlechternormen und den 'Blick fürs Anderssein' finanziert, könnte man angesichts dringender infrastruktureller Aufgaben auch als Betrug am Steuerzahler deklarieren", empört sich der Abgeordnete über das "knallrote niedersächsische Ideologie-Projekt".
+++ Jens Kestner, MdB, zur ideologisch begründeten Steuergeld-Verschwendung für rote Kampagnen +++ Jens Kestner: ?Für…
Gepostet von Jens Kestner am Mittwoch, 11. Juli 2018
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Vielleicht mag jemand Herrn Kestner mal darüber aufklären, dass auch Lesben und Schwule in Deutschland Steuern zahlen (mit Ausnahme von Alice Weidel natürlich). Und nur nebenbei: Bei den "Queeren Kreuzzügen" werden keine Heteros geköpft und nicht mal zwangshomosexualisiert. Das Gemeinschaftsprojekt von Theater Lüneburg, Kampnagel Hamburg und der Tanzcompagnie Queerpraxis um Josep Caballero Garcia besteht aus den beiden doch eher harmlosen Produktionen "Melancholia. Eine queere Oper" mit Musik von Alexandra Holtsch und "Queer Iberia", komponiert von Lüneburgs Generalmusikdirektor Thomas Dorsch.
"'Werbetrommel' für Gender und Multi-Sexualität"
Für den AfD-Politiker ist die Theaterförderung jedoch nur Teil eines "Feldzuges" für LGBTI-Akzeptanz: "Seit Jahren ist es der Fernsehzuschauer gewöhnt, dass in Filmen und Serien, Homosexualität als etwas Normales, ja sogar Wünschenswertes, präsentiert wird", empört sich Kestner auf Facebook. "Begonnen hat dieser Feldzug mit von Gebühren der GEZ-Zahler finanzierten 'Lindenstraße', der 'Werbetrommel' für Gender und Multi-Sexualität und der Plattform für jedwede Akzeptanz illegaler Zuwanderung. Und wer diese Kampagne nicht als 'wünschenswert' betrachtet, weil er von seinen GEZ-Gebühren etwas anderes erwartet, wird medial ausgegrenzt."
Die Verquickung einer einmaligen Theaterförderung mit dem Thema LGBTI-Sichtbarkeit im TV und GEZ-Gebühren ist nicht nur an den Haaren herbeigezogen, sondern zeigt auch, wie wenig der ach so ausgegrenzte AfD-Politiker von der grundgesetzlich garantierten Kunst- und Pressefreiheit hält.
Als jüngstes Beispiel der queeren Weltverschwörung nennt Jens Kestner schließlich die "Du Hetero Sau!!!!!"-Postkarte der SPDqueer Berlin-Pankow, die Heterosexuelle dazu auffordert, bei homophoben Sprüchen nicht wegzuhören – dabei wurde die aus der Parteikasse und gar nicht von den GEZ-Gebühren oder aus Steuermitteln finanziert. Doch selbst hinter dem provokativen Berliner Kiezkärtchen wittert der AfD-Politiker einen Kreuzzug gegen die gemischtgeschlechtliche liebende Mehrheit: "Eine SPD-Kampagne, die den Hass auf Heterosexuelle fördert, passt zu den verqueren Ansichten roter Ideologen!"
Verschwörungstheorien, Täter-Opfer-Umkehr, politische Lügen und der Angriff auf Grundrechte sind Wesensmerkmale brauner Ideologen. Wann endlich wird die AfD als Partei durch den Verfassungsschutz beobachtet?















2. Nur weil man auch Kultur mit LGBTI-Inhalten fördert, ist das doch kein Hass auf Heterosexuelle. Das grenzt schon sehr an Verschwörungstheorien irgendwelcher Aluhut-Träger.
3. Auch LGBTI zahlen Steuern.
4. Nicht nur die öffentlich-rechtlichen Sender zeigen LGBTI, sondern auch die privaten. Aber gerade bei den öffentlich-rechtlichen Sendern gilt, dass sie eben für alle Bevölkerungsschichten Programm machen müssen und dass sie die Vielfalt der realen Welt zeigen müssen und nicht nur die graue Einheitswelt der AfD. Übrigens: wie bei den Steuern gilt auch hier: auch LGBTI zahlen GEZ-Gebühren.
5. Die Postkarte der SPD sollte nur mal den Heteros zeigen, wie sich solche Sprüche anfühlen, wenn man mal selbst das Opfer des Spruchs ist.