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"Christliche" Sexualpädagogik

Österreich: Werbung für Homo-"Heilung" an Schulen?

Laut einem Zeitungsbericht bringe der auch in Deutschland aktive Verein "TeenStar" Jugendlichen nahe, dass Homosexualität veränderbar sei.


Protestschild "Born This Way" bei einer Pride-Parade in Florida: Auf der ganzen Welt sind noch Homo-"Heiler" aktiv, die Homosexualität hingegen für eine therapierbare Störung halten. In manchen Ländern und US-Bundesstaaten dürfen sie die "Behandlungen" inzwischen nicht mehr anbieten oder bewerben, zumindest gegenüber Jugendlichen (Bild: Mike Smith)

Während "Demo für alle", AfD & Co. Stimmung gegen eine bejahende Schulaufklärung über LGBTI und gegen queere Besuchsgruppen wie SCHLAU machen, versuchen christliche Gruppen zugleich, Jugendliche an Schulen im Sinne einer "christlichen" Sexualerziehung zu beeinflussen.

Die Homosexuelle Initiative Salzburg machte am Freitag in einer Pressemitteilung auf eine bedenkliche "Aufklärung" in Österreich aufmerksam: Laut Recherchen der "Salzburger Nachrichten" verbreite der erzkonservative Verein "TeenSTAR", in der Bewertung der HOSI, "homophobe Ansichten an Schulen".


Die deutsche Webseite von "TeenSTAR"

Die Zeitung beruft sich in ihrem Bericht auf die Aussagen einer anonymen Sexualpädagogin, die eine Ausbildung in dem Verband gemacht habe. "Teen Star" lege den Jugendlichen demnach "nahe, Sexualität erst in der Ehe zu leben", und verurteile Masturbation als "Fehlschritt". "Homosexualität gelte als Identitätsproblem und 'Verirrung'", so die Zeitung weiter. Mit ihr werde nach Sicht der konservativen Aufklärer versucht, einen "Mangel zu kompensieren". Letztlich werde den Jugendlichen beigebracht, dass die sexuelle Orientierung durch "eine Kombination aus Therapie, Selbsthilfegruppen und Seelsorge veränderbar" sei.

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Schädliche Botschaften – auch in Deutschland?

"Diese Botschaften sind nicht nur falsch sowie schädlich für das psychische Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen, sondern stehen auch ganz klar im Widerspruch zum Grundsatzerlass Sexualpädagogik, der die rechtliche Grundlage für Sexualerziehung an Schulen darstellt", erklärte dazu der Geschäftsführer der HOSI Salzburg, Paul Haller.

Die SPÖ hat inzwischen eine Parlaments-Anfrage zu den Vorwürfen gestellt, die auch nach der Finanzierung des Vereins fragt – laut HOSI könnte diese hauptsächlich "über die katholische Kirche" erfolgen. "Möglicherweise bekommt er aber auch staatliche Förderungen. Das wäre ein Skandal", so die HOSI. "Der weit größere Skandal ist allerdings, dass dieser Verein noch immer tätig sein darf und Kindern erzählt, dass Homosexualität eine Krankheit und heilbar sei."

"TeenSTAR" ist international aktiv, darunter auch in Deutschland. Leiterin Karolin Wehler sprach 2017 auf dem Kongress "Sexualpädagogik der Vielfalt – Kritik einer herrschenden Lehre" der homo- und transfeindlichen Bewegung "Demo für alle" und betonte dabei die Vermittlung von Werten, die sich unter anderem aus der "Liebe zwischen Mann und Frau" ergeben. In der Rede ging sie nicht auf Homosexualität ein, meinte aber: "Es braucht eine Familie mit Vater und Mutter."


Ausschnitt aus einem Video der "Demo für ale" vom Auftritt Wehlers bei einem Kongress des Bündnisses in Wiesbaden

Auf der deutschen Webseite bietet das Programm Weiterbildungen für Eltern, Lehrer oder Priester an – und unter anderem Kurse für Kinder und Jugendliche in verschiedenen Altersstufen und Schulformen. Ihr Angebot "argumentiert nicht religiös, zumindest vom Grundprogramm her", so Wehler: "Wir versuchen eigentlich, die jungen Menschen das entdecken zu lassen, was in ihnen von Natur aus steckt".

Bei der "Demo für alle" selbst trat mehrfach ein junger Mann auf, der dafür gefeiert wurde, seine Homosexualität nicht auszuleben (queer.de berichtete). Er stammt aus dem Umfeld von "Wüstenstrom" – eine Organisation, die zusammen mit anderen Homo-"Heilern" vor wenigen Jahren auch im Magazin eines evangelikalen Jugendverbands für die "Neuorientierung" von Homosexuellen werben durfte (queer.de berichtete). Die Bundesregierung hatte erst vor wenigen Tagen in der Antwort auf eine Kleine Anfrage betont, dass sie weiter kein Verbot von "Konversionstherapien" und der Werbung für entsprechende Angebote plane (queer.de berichtete). (nb)



#1 Homonklin44Profil
  • 14.07.2018, 08:33hTauroa Point
  • ""Wir versuchen eigentlich, die jungen Menschen das entdecken zu lassen, was in ihnen von Natur aus steckt""

    Ah ja.
    Aber wenn es um den Freund vom Kumpel geht, den er lieb hat, oder wenn zwei Freundinnen entdecken, dass sie mit einander gehen wollen, wird die Religiotendidaktik doch hellhörig, oder wie?

    Eigentlich stellt der Religionsunterricht bereits genug Manipulation dar, da braucht man nicht auch noch eine Sexualpädagogik mit obsoleten und stark begrenzten Weltvorstellungen darzubieten.
    Welcher Prozentsatz einmal vor hat, erst eine Ehe zu schließen, kann man vorher sowieso nicht sagen.
    Einige haben vielleicht erst mal 5 oder 10 FreundInnen, bevor sie so weit gehen, oder auch mehr. Und mit denen sollen sie bitte nur Händchen halten?

    Was für ein verquaster, alter Scheiß ist das denn bitte? Lasst doch die SchülerInnen wenigstens im Sektor Ur-Natur erleben, was sie sich aussuchen.
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#2 Wen wundert dasAnonym
  • 14.07.2018, 08:41h
  • Wen wundert das, wenn Neonazis die Regierung stellen?

    Später werden dann wahrscheinlich LGBTI, die sich nicht "bekehren" lassen wollen, wieder in Lager gesteckt.

    Denn Lager werden ja nun auch wieder in Österreich gebaut - für Flüchtlinge.
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#3 PeerAnonym
  • 14.07.2018, 10:04h
  • Es wundert mich überhaupt nicht, dass religiöse Fanatiker jede Gelegenheit nutzen, bereits Kinder zu manipulieren und mit ihrem Hass zu vergiften.

    Solche Leute haben an Schulen nichts zu suchen. Und auch Religionsunterricht gehört nicht an Schulen, weil es an Schulen um Wissen und nicht um Glauben geht. Die Kirchen wollen ja auch keine Wissenschaftler in den Kirchen, die dort von Evolution & Co reden.

    Stattdessen sollte es an Schulen einen allgemeinen Ethikunterricht geben. In dem darf es dann u.a. auch mal Einheiten zum Thema Religion geben, wo aber neutral und gleichberechtigt über alle Religionen aufgeklärt wird und auch negatives an Religion kritisiert wird.
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#4 Gerlinde24Profil
  • 15.07.2018, 17:29hBerlin
  • Stimmt! Homosexuelle MÜSSEN GEHEILT WERDEN! und zwar von zu viel Toleranz verbohrten heterosexuellen (oder vermeintlich heterosexuellen) Menschen, denen wir immer noch so etwas wie Intelligenz zusprechen.
    Jungs und Mädels, diese Menschen, die voller Homophobie und Bigoterie sind, denen ist nicht mehr zu helfen! Lasst die ihr verlogenes, heuchlerisches heterosexuelles Leben führen, wir führen ein offenes, tolerantes, mitfühlendes und emanzipiertes Leben, von dem die nur träumen können. Und weil die auf uns und unser Leben neidisch sind, sind sie so homophob.
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