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Rückzieher

Scarlett Johansson verzichtet auf Rolle als Trans-Mann

Sie verstehe nun die Kritik an dem Casting einer Cisgender-Frau für eine Trans-Rolle, erklärte die US-Schauspielerin. Ihre früheren Aussagen bezeichnete sie als "unsensibel".


Scarlett Johansson stellte klar: "Ich habe große Bewunderung und Liebe für die Trans-Community" (Bild: Elen Nivrae / wikipedia)

Die US-Schauspielerin Scarlett Johansson ist nach heftiger Kritik von dem Filmprojekt "Rub & Tug" abgesprungen, in dem sie einen Trans-Mann spielen sollte. Aufgrund der "jüngsten moralischen Zweifel", die ihre Besetzung ausgelöst hätten, habe sie sich entschieden, "respektvoll meine Teilnahme an dem Projekt zurückzuziehen", erklärte die 33-jährige Cisgender-Frau am Freitag in einem exklusiven Statement für das amerikanische LGBTI-Magazin "Out".

Noch in der vergangenen Woche hatte Johannson ihr Casting verteidigt und dabei darauf verwiesen, dass auch Jeffrey Tambor, Felicity Huffman und Jared Leto als Cis-Schauspieler*innen erfolgreich Trans-Rollen gespielt hätten (queer.de berichtete).

Diese Aussage sei "unsensibel" gewesen, heißt es nun in ihrem Statement für "Out". Sie habe "viel gelernt" und verstehe nun die Kritik, dass seltene Trans-Rollen wie diese an einen Trans-Schauspieler gehen sollten. "Ich habe große Bewunderung und Liebe für die Trans-Community und bin dankbar, dass das Gespräch über Inklusivität in Hollywood weitergeht", so Johansson.

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"Du klaust unsere Geschichten"

Zu den heftigsten Kritiker*innen am Casting der New Yorkerin hatte u.a. die transsexuelle Schauspiel-Kollegin Trace Lysette gehört, die in "Transparent" eine Nebenrolle spielt. "Du spielst uns nicht nur, sondern klaust unsere Geschichten und unsere Chancen [als Schauspielerinnen], aber du erhältst dafür Filmpreise und gute Kritiken, weil du unser Leben nachäffst", schrieb sie auf Twitter. "Das ist so unredlich. Ich hab's so satt."

Weniger Verständnis für die Kritik am Casting von Scarlett Johannsson gab es bei den Leser*innen von queer.de: In der aktuellen Wochenumfrage sind bislang über zwei Drittel der Teilnehmenden der Auffassung, dass eine gute Cis-Schauspielerin durchaus einen Trans-Mann spielen kann.

Wer nun nach dem Rückzieher von Johansson die Hauptrolle in "Rub & Tug" übernehmen wird, ist bislang unklar. Das Biopic unter der Regie von Rupert Sanders beruht auf wahren Begebenheiten und handelt vom transsexuellen Bordellbesitzer Dante Gill, der in den Siebzigerjahren in Pittsburgh eine Reihe von Massagesalons betrieben hatte. (cw)

Wöchentliche Umfrage

» Darf eine Cis-Frau einen Trans-Mann spielen?
    Ergebnis der Umfrage vom 09.07.2018 bis 16.07.2018
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Queere TV-Tipps
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#1 DoItAnonym
  • 14.07.2018, 09:23h
  • Wäre es nicht einfach schön wenn eine cis-Frau einen Transmann spielen könnte und ein Trans-Mann eine cis-Frau? Warum verbaut sich die Community eigentlich immer selber alles?
    Wir wollen gleich behandelt werden - aber nur solange wie wir dadurch was besonderes bleiben..
    Es ist doch mutig von einer so erfolgreichen Schauspielerin zu sagen: es ist mir egal was andere dazu sagen, einen Trans-Mann zu spielen ist genau so Natürlich wie alle anderen rollen.
    Wäre es euch lieber wenn sie gesagt hätte, oh nein eine Trans Rolle spielen ich nicht?
    Dann hätte es Theater gegeben dass sie ja transphob sei.
    Aber wunderbar, wir haben uns wieder einmal die Chance gestohlen eine tolle Schauspielerin als Kämpferin für mehr Offenheit zu gewinnen. Bravo.
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#2 TransHansAnonym
  • 14.07.2018, 09:51h
  • Toll gemacht, ab jetzt dürfen Trans nur Trans spielen, CIS nur CIS, Schwule nur Schwule, Heteros nur Heteros, Mörder nur Mörder, Nazis nur Nazis, Zwerge nur Zwerge, Klingonen nur Klingonen usw.
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#3 andreAnonym
  • 14.07.2018, 10:03h
  • Antwort auf #1 von DoIt
  • Es ist wohl auch Neid und Denunzieren dabei. Wie im richtigen Leben und anderen Branchen auch. Vielleicht in dieser Branche besonders. Trace Lysette, in einem früheren Leben "Sex-Arbeiterin" und GoGo-Tänzerin in Männerbars, hat schon mal versucht Kollegen loszuwerden. Ihren Schauspielerkollegen Jeffrey Tambor, hat sie sexuelle Belästigung vorgeworfen, was nie bewiesen werden konnte. Er hat sich, trotzdem, für "irgendwas" entschuldigt. Er war zu diesem Zeitpunkt Mitglied der Crew in der Serie "Transparent" und hat die Transfrau Maura Pfefferman. Wenn man so will, gabe es, einen ähnlichen Vorfall schon einmal. Nur gegenüber einem Mann, mit einer anderen Begründung.
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