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Klare Ansage

AfD beim Berliner CSD unerwünscht

Der Landesverband der Jungen Alternative beschwert sich bitterlich, dass er beim Christopher Street Day keinen Infostand aufstellen darf. Gleichzeitig ist er gegen einen "Überstrapazierung" von LGBTI-Rechten.


Auch in Düsseldorf zeigten CSD-Teilnehmende 2016, was sie von der AfD halten (Bild: Norbert Blech)

Die AfD-Jugendorganisation Junge Alternative (JA) darf keinen Infostand beim Berliner CSD aufstellen. Darüber beschwerte sich der Landesvorsitzende David Eckert am Freitagabend in einem Facebook-Post.

Eckert veröffentlichte eine Email des Berliner CSD e.V., in der die Pride-Veranstalter zum einen darauf hinwiesen, dass der JA-Antrag "deutlich zu spät" eingereicht wurde: "Die Planungen sind knapp drei Wochen vor dem Event bereits abgeschlossen."

Zum anderen heißt es in der Absage: "Zudem möchten wir zukünftigen Anfragen vorwegschicken: Beim CSD Berlin und CSD Berlin e.V. stehen wir für ein Klima der Akzeptanz in unserer Gesellschaft und für eine Kultur, die Geflüchtete willkommen heißt. Menschen und Organisationen, die versuchen, ein Klima der Angst und Ausgrenzung zu schaffen, wie es AfD, BERGIDA und NPD tun, sind beim CSD und beim CSD e.V. nicht willkommen."

"Nicht jeder Schwule trägt Lack und Leder"

In einem Video äußerte der JA-Landesvorsitzende sein Unverständnis über die Ausladung, schließlich verstehe sich seine Partei doch als "Bollwerk der Freiheit" und "Schutzschild für Homosexuelle" vor der angeblichen Gefahr durch Muslime und Flüchtlinge. Schützenswert scheinen für Eckert, der als Unterstützer des ultrarechten Flügels gilt, allerdings nicht alle in der Community zu sein: "Nicht jeder Schwule trägt Lack und Leder, wedelt mit einer Handtasche und lackiert sich die Nägel", ging er gleichzeitig auf Distanz zu manchen CSD-Teilnehmern.

Auch inhaltlich konnte der Student nicht überzeugen, was die Rechtsaußenpartei eigentlich auf dem CSD will. "Als Junge Alternative Berlin sind wir mittlerweile der Auffassung, dass wir Gleichberechtigung haben zwischen homosexuellen und heterosexuellen Paaren", sagte Eckert in dem Video. "Eine Überstrapazierung – die lehnen wir ab."

Schwulenreferat erteilte Eckert 2016 Hausverbot

Es ist nicht das erste Mal, dass David Eckert versucht, die queere Community zu provozieren. So hatte es 2016 in Düsseldorf Aufregung um ein Hausverbot für den damaligen Vorsitzenden der AfD-Hochschulgruppe gegeben. Das Schwulenreferat von Uni und FH wollte Eckert damals nicht bei seinem traditionellen Sektempfang dabeihaben. Der rechte Student, der Monate zuvor noch öffentlich eine Abschaffung des Referats gefordert hatte, weil es nur die Interessen einer Nische vertrete, rief daraufhin die Polizei (queer.de berichtete).

Die Berliner LGBTI-Community hat sich immer wieder klar von der AfD distanziert (queer.de berichtete). Bereits vor zwei Jahren beschlossen die Veranstalter des lesbisch-schwulen Stadtfests, dass die Rechtsaußenpartei dort keinen Infostand mehr aufstellen darf (queer.de berichtete).

In diesem Jahr hat auch der CSD-Leipzig in einer "Unvereinbarkeitserklärung" Mitglieder und Anhänger der AfD von Demonstration und Straßenfest verbannt (queer.de berichtete). (mize)



#1 Gerlinde24Profil
  • 14.07.2018, 13:42hBerlin
  • Selbst, wenn der Antrag fristgerecht eingereicht worden wäre, was zur Hölle will eine homofeindliche Partei beim CSD, bzw. einem der Stände? Das wäre, als wolle der Ku Klux Klan bei einer Feier von Afroamerikanern dabei sein. ist ein Oxymoron.
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#2 GOOD NEWSAnonym
  • 14.07.2018, 15:38h
  • Gute Nachrichten!

    Auch anderswo zeigt die sich sich neu organisierende (erst neulich wieder so von oben diffamierte) "Wohlfühl-Antirassismus-/LGBT-friendly"-Linke von unten, was sie so kann, wenn sie alle Kämpfe gegen Unterdrückung und Ausbeutung zusammenführt, statt die Kämpfenden zu spalten und gegeneinander auszuspielen:

    Klassenkampf gegen die rechten Monster!

    twitter.com/jeremycorbyn/status/1017862961883426817
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#3 Homonklin44Profil
  • 14.07.2018, 15:40hTauroa Point
  • ""Als Junge Alternative Berlin sind wir mittlerweile der Auffassung, dass wir Gleichberechtigung haben zwischen homosexuellen und heterosexuellen Paaren", sagte Eckert in dem Video. "Eine Überstrapazierung die lehnen wir ab.""

    Wenn man natürlich in einer ideologisch und tendenziell paranoid gefärbten und bescheuklappten Filterblase lebt, kann man auf solche Gedanken kommen. Dazu muss aber mehr als die Hälfte vom Sichtfeld verdeckt sein.

    Auch unter den Flüchtlingen und Einwanderern sind so einige LGBTIQ*-Personen. Das fadenscheinige Ausspielen von Menschengruppen gegen einander unter der Wahnvorstellung der "Islamisierung" hat auf einem CSD nichts verloren, und die Falschheit dieser "Partei" nicht als Keil zwischen MigrantInnen und LangschonbürgerInnen.
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#4 Vater
  • 14.07.2018, 16:18h
  • Was haben nur immer alle gegen die AfD?
    Die wollen doch nur auf ganz demokratische Weise sicherstellen, dass wir nicht so viele Bürgerrechte bekommen wie alle anderen Menschen.
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#5 Mr Thomas ZenkiAnonym
  • 14.07.2018, 16:24h
  • Naja wer es glaubt das die AfD unsere Rechte schützt glaubt auch noch an den Klapperstorch
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#6 HunderttausendeAnonym
  • 14.07.2018, 16:50h
  • Antwort auf #3 von Homonklin44
  • ...in London folgen aktuell dieser Erkenntnis - nach Jahren entsprechender politischer Organisierung - und inspirieren mit ihrem massenhaften Antifaschismus und ihrer Solidarität Menschen in aller Welt.

    Obwohl doch laut herrschenden Diskursen der Eliten und ihrer Medien "die Menschen" andauernd nur vor den nicht weiß genug aussehenden "Fremden" Angst und "Sorge(n)" haben sollen. Und der (nicht so) neue Faschismus überall schamlos normalisiert wird.

    "Aktuell ist der Rassismus gegen Geflüchtete und gegen Menschen muslimischen Glaubens das große ideologische Einfallstor für die Neue Rechte. Wir wissen aufgrund der historischen, aber auch der aktuellen Erfahrungen klar, wer ihre nächsten Ziele sind: Gewerkschaften, Linke, Wohnungslose, Frauenrechte, sexuelle Minderheiten. "

    www.freitag.de/autoren/der-freitag/sich-der-zersplitterung-e
    ntgegen-stellen
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#7 Alice
  • 14.07.2018, 17:19h
  • Super ...
    die haben dort auch nichts zu suchen.

    ... sie versuchen es immer wieder !!!
    Ich hoffe nur, dass sich das Schreckgespenst AfD bald erledigt hat. Die gehören mit ihren anti-humanitären Ansichten sowieso nicht zu den europäischen Staaten und ihrem viel beschworenen Geist der Völkerverständigung und -integration.
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#8 easykeyProfil
  • 14.07.2018, 18:13hLudwigsburg
  • Da hat Mami den selbstherrlichen Jungnazi aber hübsch zurecht gemacht ;-)
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#9 WindheimerAnonym
  • 14.07.2018, 18:26h
  • Wenn sie der Meinung sind, das die lgbt gleichberechtigt ist, dann braucht sie ja nicht auf dem csd dafür zu kämpfen....und es ist kein Ziel des CSD für Ausgrenzung zu sorgen....dann müssen sie und ihre 12% Anhänger bei Romeo andere Demos suchen.....in übrigen,wer eine Minderheit in der Minderheit noch beleidigt, (Handtasche etc) hat wirklich andere Ziele
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#10 Patroklos