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Schwule und bisexuelle Männer besonders gefährdet

Berliner Behörde warnt: Hepatitis-A-Welle noch nicht vorbei

Noch immer werden es in der Bundeshauptstadt überdurchschnittlich viele Hepatitis-A-Fälle unter Schwulen und bisexuellen Männern gemeldet. Die Behörden empfehlen daher, sich impfen zu lassen.


Bei einem Ausbruch von Hepatitis A kann sich eine Gelbfärbung von Haut, Schleimhäuten sowie Augen einstellen (Bild: CDC / Dr. Thomas F. Sellers / Emory University)

Noch immer sind in Berlin überdurchschnittlich viele schwule und bisexuelle Männer von Hepatitis A betroffen. "Es ist noch nicht vorbei", warnte Franz Allert, der Chef des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (Lageso), gegenüber der Deutschen Presseagentur. In diesem Jahr stellte die Behörde mit bislang rund 50 registrierten Fällen immer noch ein erhöhtes Niveau fest.

Im vor wenigen Tagen vorgestellten Lageso-Jahresbericht 2017 meldete die Behörde für das Jahr 2017 insgesamt 213 übermittelte Fälle. Der Jahresdurchschnitt zwischen 2011 und 2015 hatte bei lediglich 52 Erkrankungen gelegen.

Zwei Drittel der infizierten männlichen Erkrankten gaben an, dass sie zuvor Sex mit Männern gehabt hätten. 2017 machte Berlin rund sechs Prozent aller gemeldeten Hepatitis-A-Fälle in Europa aus.

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Ausbruch begann im Herbst 2016

Der Ausbruch unter Männern, die Sex mit Männern haben, habe nach Lageso-Angaben in der Bundeshauptstadt im November 2016 begonnen. Im darauf folgenden Jahr warnte die Behörde ausdrücklich schwule und bisexuelle Männer vor der Infektionskrankheit. In einer Impfkampagne verteilte das Lageso 15.000 Postkarten in Berliner Clubs, Darkrooms, Gay-Saunas sowie in Cafés und Apotheken in relevanten Kiezen. Außerdem wurden dort 250 Poster ausgehängt. Mit einem Info-Stand auf dem Motzstraßenfest und erstmals auch Infos auf mobilen Websites und in sozialen Medien sollten möglichst viele Männer erreicht werden.

Bei Hepatitis A handelt es sich um eine Leberentzündung, die auch als "Reise-Hepatitis" bezeichnet wird, weil die Infektion besonders oft in Südamerika, Afrika und Asien auftritt. Sie wird insbesondere durch verunreinigtes Wasser und Nahrungsmittel, aber auch durch Urin oder Kot übertragen – bei Sexpraktiken wie Rimming ist die Gefahr der Ansteckung daher sehr groß. Kondome bieten bei dieser Erkrankung nur einen eingeschränkten Schutz. Besonders tückisch ist, dass Hepatitis A vor dem Auftauchen von Symptomen besonders ansteckend ist.

Impfung empfohlen

Daher empfiehlt das Lageso Männern, die Sex mit Männern haben, eine Impfung. Diese kann in Kombination mit der Hepatitis-B-Impfung durchgeführt werden – Hepatitis B ist ebenfalls unter Schwulen verbreitet und wird durch Sex übertragen. Die Impfung ist für sexuell aktive homo- und bisexuelle Männer kostenlos, braucht aber seine Zeit: Zur vollständigen Immunisierung gehören drei Impfungen innerhalb von sechs Monaten.

Eine akute Infektion, die in der Regel zwei bis sechs Wochen nach der Ansteckung auftritt, führt zu grippeähnlichen Symptomen wie Fieber oder Unwohlsein, auch die typische Gelbfärbung von Haut, Schleimhäuten sowie Augen kann auftreten. Mit steigendem Alter steigt das Risiko eines schweren Verlaufs der Krankheit, die aber normalerweise – im Gegensatz zu Hepatitis B und C – von allein rasch abheilt und nie chronisch wird. Dennoch ist die Belastung insbesondere für geschwächte Menschen sehr groß.

Hinzu kommt, dass insbesondere Personen mit geschwächtem Immunsystem anfällig für eine Infektion sind. HIV-Positiven wird daher geraten, sich impfen zu lassen. (dk)



#1 Na jaAnonym
  • 17.07.2018, 21:00h
  • Für eine fast 4 Millionenstadt finde ich rund 200 Fälle nicht dramatisch. Es ist weder eine Epidemie (wie man schon in der Presse lesen konnte), noch eine Welle. Wenn es das wäre, dann sollten die Kassen die Impfung als Standardleistung endlich übernehmen.

    Hinter solchen Übertreibungen steckt eindeutig eine konservativ-fundamentalistische Sexualfeindlichkeit, ein Relikt aus dem letzten Jahrtausend.

    Dennoch ist jeder gut beraten, sich impfen zu lassen, wenn es schon mal STI s gibt, gegen die man impfen kann, wie Hep A und B.

    Mir war meine Gesundheit das wert.

    Es ist gut zu lesen, dass wenigstens das Kondom keinen Heiligenschein mehr hat. Für Hep A und manches andere taugt es weniger als die meisten glauben.

    Ich gehe davon aus, dass der letzte Satz einen shitstorm auslösen wird. Ich habe ihn trotzdem geschrieben, weil ein neu denken dringend erforderlich ist.
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#2 remixbeb
#3 Na jaAnonym
#4 FOX NewsAnonym
#5 Na jaAnonym
#6 seb1983
  • 18.07.2018, 22:19h
  • Antwort auf #5 von Na ja
  • Die TKK hatte meine Impfung nach einigem Hin und Her übernommen da ich als Schwuler zu einer Risikogruppe gehöre bei der die deutsche Impfkommission eine Impfung empfiehlt und die TKK alle Impfungen übernimmt die empfohlen werden.
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