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Syphilis bleibt Gefahr für Schwule
BZgA: Zahl der sexuell übertragbaren Infektionen wächst
Die obersten Gesundheitsaufklärer in Deutschland warnen vor einem Anstieg bei Geschlechtskrankheiten.

Der Hauptjob der BZgA ist es, die Bundesbürger aufzuklären – wie etwa mit der "Liebesleben"-Kampagne (Bild: BZgA)
- 19. Juli 2018, 11:44h 2 Min.
Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) warnt vor einer steigenden Zahl der sexuell übertragbaren Infektionen (STI) in Deutschland und Europa. Betroffen von dieser Entwicklung seien unterschiedliche Bevölkerungsgruppen, teilte die Behörde am Donnerstag in Köln mit. Während sich Männer, die gleichgeschlechtlichen Sex haben, überproportional häufig mit Syphilis infizierten, sei die Infektion mit Chlamydien-Bakterien vor allem unter heterosexuellen jungen Frauen und Männern weit verbreitet.
Erst vor wenigen Tagen hatte der Chef des Berliner Landesamtes für Gesundheit und Soziales (Lageso) davor gewarnt, dass unter schwulen und bisexuellen Männern noch immer eine Hepatitis-A-Welle durch die Bundeshauptstadt rolle (queer.de berichtete).
Die Prävention von HIV und anderen sexuell übertragbaren Infektionen sei eng miteinander verbunden, sagte die Leiterin der Bundeszentrale, Heidrun Thaiss, vor der 22. Internationalen Aids-Konferenz, die am Montag in Amsterdam startet. Die Konferenz ist mit etwa 18.000 Teilnehmern eine der weltweit größten Veranstaltungen zum Thema HIV und Aids.
Kenntnisse über Geschlechtskrankheiten gering
Während in Deutschland das Wissen um das HI-Virus sehr ausgeprägt sei, seien die Kenntnisse über einzelne sexuell übertragbare Infektionen und deren Symptome in der Gesamtbevölkerung gering. Das zeige auch eine repräsentative Umfrage der Bundeszentrale (PDF). Demnach könnten aktuell nur 16 Prozent der Frauen und lediglich elf Prozent der Männer ein brennendes Gefühl als Symptom einer möglichen STI zuordnen.
Um die Prävention von sexuell übertragbaren Infektionen zu verbessern, hatte die Bundeszentrale im Jahr 2016 die Kampagne "Liebesleben" gestartet (queer.de berichtete). Dazu wurden unter anderem fünf Handpuppen entwickelt, die auf humorvolle Weise erklären sollen, was sich hinter den Krankheiten verbirgt, wie man sich infizieren und am besten davor schützen kann. Plakate zum Thema, in denen Cartoonfiguren auf sexuell übertragbare Krankheiten hinweisen und für Kondomnutzung werben sollen, sind bereits das Ziel von Homo-Hassern geworden. So startete die "Demo für alle" eine Petition gegen die BzgA-Aufklärungskampagne (queer.de berichtete). (epd/dk)














