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  • 20. Juli 2005 16 2 Min.

Berlin Der Lesben- und Schwulenverband in Deutschland (LSVD) und die Jungen Liberalen (JuLis) haben eine Rede des SPD-Politikers Ottmar Schreiner in Saarbrücken kritisiert, örtliche Mitglieder der SPD und des LSVD stellten sich hingegen hinter Schreiner. Auf dem Landesparteitag der Saar-SPD soll der Politiker den FDP-Vorsitzenden Guido Westerwelle als "Dr. Föhn und Dr. Schwesterwelle" bezeichnet haben. "Die unsägliche Tradition, den politischen Gegner mittels sexueller Denunziation zu demontieren, scheint in diesem Wahlkampf neue Blüten zu treiben", kritisierte LSVD-Sprecher Philipp Braun. "Mit diesen Anspielungen auf schwulenfeindliche Klischees sollte der FDP-Vorsitzende offenbar der Lächerlichkeit preisgegeben werden. Statt eine sachliche Auseinandersetzung zu suchen, zielte Schreiner unter die Gürtellinie", so Braun, der eine Entschuldigung Schreiners forderte. "Nachdem sich bereits seit Wochen die WASG mit ihrem Spitzenkandidaten Oskar Lafontaine nahezu pausenlos übler Ressentiments und Vorurteile bedient, muss die SPD aufpassen, dass sie sich nicht auf den selben Pfad der Intoleranz und Inakzeptanz begibt", sagte JuLis-Bundesvorstand Johannnes Vogel. "Anders sind diese unanständigen Äußerungen von Herrn Schreiner nicht zu erklären."
Heftiger Streit an der Saar
Im Saarland wurde der Streit um die Äußerungen Schreiners am Dienstag Nachmittag noch heftiger aufgeführt. Die Landesvorsitzende der Schwulen und Lesben in der SPD Saarbrückens, Sabine Maurer, hat sich hinter den Parteigenossen Ottmar Schreiner gestellt. Der "Saarbrücker Zeitung" sagte Maurer: "Wer so zu einem Outing kommt, wie Herr Westerwelle, der hat es nicht besser verdient".
Anders als der Bundesverband forderte der LSVD Saar nur eine Richtigstellung Schreiners. "Diese Formulierung ist sicherlich mindestens sehr unglücklich gewählt, wenn nicht gar peinlich", so der LSVD-Saar-Vorsitzende Hasso Müller-Kittnau.
Der FDP-Landesvorsitzende Christoph G. Hartmann hat inzwischen den Saar-SPD-Chef Heiko Maas aufgefordert, sich von den Äußerungen zu distanzieren. "Wer Diskriminierungen als gerechtfertigt darstellt, hat nichts an der Spitze einer Bevölkerungsgruppe zu suchen, die häufig selbst zu unrecht diskriminiert wird", so Hartmann über Maurer. Die Saar-JuLis haben inzwischen den Rücktritt Schreiners gefordert. "Die Aussage von Schreiner, es sei keine Anspielung auf Homosexuelle gewesen, ist ein Witz. Entscheidend ist nicht, wie Herr Schreiner versucht den Begriff inhaltlich zu relativieren, sondern wie er von den Menschen verstanden wird", so der örtliche JuLis-Vorsitzende Oliver Luksic. Die Rechtfertigung seiner schwulenfeindlichen Aussagen sei ein "Tabubruch und ein Grund zum Rücktritt von seinen politischen Ämtern und Kandidaturen." (nb)
Aktualisiert und ergänzt um 16.30h

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#1 ZockwockAnonym
  • 20.07.2005, 16:10h
  • Ich mag den Guido auch nicht und wenn er im Rahmen eines Kabarettprogramms als Schwesterwelle oder Dr. Föhn bezeichnet würde, fänd ich das absolut in Ordnung. Aber im Rahmen einer politischen Veranstaltung finde ich eine derartige Polemik einfach nur fehl am Platze und der Typ stellt sich damit selbst ein Armutszeugnis aus.
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#2 aufgeregtAnonym
  • 20.07.2005, 16:42h
  • geht es auch etwas weniger aufgeregt? Mein Gott, das habe ich schon 100 mal im Ex-Corner über Schwesterwelle gehört.
    Die sollen sich mal nicht so bepissen bei der FDP
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#3 KlausAnonym
  • 20.07.2005, 16:53h
  • Soso. Erst das Antidiskriminierungsgesetz ablehnen, und dann schon Albernheiten als Diskriminierung abtun. Nur weiter so, Herr Leichtmatrose und Schmalspurpolitiker.
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