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Polizeibericht

Schwules Paar stellt homophoben Pöbler zur Rede – Polizei muss einschreiten

In einem Einkaufszentrum in Berlin-Hellersdorf wurden ein 55- und ein 52-Jähriger von einem 28-Jährigen schwulenfeindlich beschimpft. Daraufhin kam es zum Streit.


Anders als in anderen deutschen Städten informiert die Berliner Polizei gezielt über mögliche homo- oder transfeindliche Hintergründe von Straftaten (Bild: Polizei Berlin / Youtube)

  • 24. Juli 2018, 08:01h 10 2 Min.

In den frühen Abendstunden kam es am Montag in Berlin-Hellersdorf zu einer Beleidigung mit homophoben Hintergrund. Dies meldete die Berliner Polizei am Dienstagvormittag.

Laut Polizeibericht informierten Zeugen gegen 18.45 Uhr Polizisten in einem Einkaufszentrum in der Stendaler Straße darüber, dass es einen Streit zwischen drei Männern gab. Die Beamten begaben sich zu den Dreien und trennten diese.

Ein 55-Jähriger gab daraufhin an, dass er und sein 52 Jahre alter Begleiter von einem 28-Jährigen homophob beleidigt worden sein sollen, woraufhin es dann zu einem Streit gekommen sei. Nach Identitätsfeststellung wurde der 28-Jährige am Ort entlassen. Der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt Berlin hat die weiteren Ermittlungen übernommen.

Keine weiteren Angaben zum mutmaßlichen Täter

Wie bei Erstmeldungen üblich, machte die Polizei keine weiteren Angaben zu dem mutmaßlichen Täter. Anders als in anderen deutschen Städten werden mögliche homo- oder transfeindliche Hintergründe von Straftaten gezielt in den Polizeiberichten Berlins publik gemacht. Die Polizei und Staatsanwaltschaft der Hauptstadt besitzen eigene Ansprechpartner für LGBTI.

Laut einer vorläufigen Statistik der Berliner Polizei kam es im letzten Jahr in der ganzen Stadt zu insgesamt 164 angezeigten Taten im Bereich "sexuelle Orientierung"; die Statistik umfasst unter anderem auch Beleidigungen und Propagandadelikte. Im Vorjahr waren es ebenfalls 164 Vorfälle, darunter 44 Gewalttaten (2015: 105/38, 2014: 80/26, 2013: 132/46). Die Tatorte lagen vorwiegend in den Bezirken Mitte, Schöneberg und Neukölln. Untersuchungen der Fälle zeigten sehr unterschiedliche Motive. Das Anti-Gewalt-Projekt Maneo meldete für 2017 insgesamt 324 Fälle mit homo- oder transphobem Hintergrund, ein Anstieg von zwölf Prozent gegenüber dem Vorjahr (queer.de berichtete). (cw)

#1 JasperAnonym
  • 24.07.2018, 10:14h
  • Richtig so!

    Wir müssen uns wehren.

    Wenn wir schweigen und sowas stumm ertragen, macht das die Täter nur noch stärker und dann nehmen die sich immer mehr raus und werden irgendwann auch gewalttätig.

    Wir sind keine Opfer, die alles stumm über sich ergehen lassen. Es ist immer gut, sich zu wehren und sich nichts bieten zu lassen. Dabei sollte man natürlich auch auf seine Sicherheit achten, aber generell müssen wir uns viel mehr wehren, sonst wird es immer schlimmer.
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#2 guardiannrwAnonym
#3 FehlerAnonym
  • 24.07.2018, 10:47h
  • "Wie bei Erstmeldungen üblich, machte die Polizei keine weiteren Angaben zu dem mutmaßlichen Täter."

    Genau das finde ich einen Fehler.

    Denn das beflügelt wieder rechte Verschwörungstheorien, es habe sich um einen Migranten gehandelt.

    Es gibt doch zwei Alternativen:

    1. Es war ein Migrant:
    Dann wirkt das Verschweigen so, als solle etwas vertuscht werden und nützt nur den Rechten.

    2. Es war kein Migrant:
    Dann setzen die Rechten dennoch dieses Gerücht in die Welt und man kann nicht das Gegenteil beweisen.

    So oder so nützt es den Rechten und schadet der Mehrheit der friedlichen Migranten.

    Deswegen würde ich generell solche Angaben auch veröffentlichen, damit jeder sieht, dass es eben auch Deutsche sind, die so ticken.

    Außerdem ist es generell gut, möglichst viel über Täter zu wissen, um zu erkennen, wo Probleme sind und wo man mehr gegensteuern muss. Würde man z.B. sehen, dass Migranten einer Gegend besonders homophob sind, während das anderswo nicht der Fall ist, müsste man sich fragen, ob da z.B. ein Hassprediger am Werk ist. Oder man könnte von der Integration an anderer Stelle lernen.

    Jedenfalls beflügeln solche Nicht-Nennungen von Tätern nur rechte Verschwörungstheorien.
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