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Welt-Aids-Konferenz

Elton John kritisiert Homophobie in Russland und Osteuropa

Der britische Künstler setzt sich bereits seit einem Vierteljahrhundert für HIV-Prävention ein – und ist sauer, dass im Osten des Kontinents der Hass auf Homosexuelle einen wirksamen Kampf gegen das Virus verhindert.


Elton John appellierte an die Homo-Hasser-Staaten im Osten Europas, das Thema HIV ernster zu nehmen – und weniger zu hassen (Bild: Twitter / @AIDS_conference)

Sir Elton John hat am Dienstag bei einem Auftritt bei der Welt-Aids-Konferenz in Amsterdam die Diskriminierung Homosexueller in Russland und anderen osteuropäischen Ländern kritisiert und für die hohe HIV-Rate in dieser Region verantwortlich gemacht.

"Wir sind hier, um Menschen mit HIV zu schützen, aber besonders die LGBT-Community hat sehr darunter gelitten und leidet heute noch. Das macht mich verrückt", sagte der 71-jährige englische Musiker, der 1992 die Elton John Aids Foundation gegründet hatte. "Wenn es keine Diskriminierung gäbe, wären wir diese Krankheit schneller los."

Weiter sagte John in seiner Rede: "Wenn wir nicht die Idee aus unseren Köpfen kriegen, dass schwule Männer weniger wert sind als andere, dann werden wir in 20 Jahren immer noch über die selben Dinge diskutieren müssen".

HIV-Neuinfektionen schießen in Russland nach oben

Der politische Wille in Osteuropa und vor allem in Russland fehle aufgrund weit verbreiteter Homophobie. "Politiker müssen menschlicher werden und endlich alle Menschen gleich behandeln", forderte John. Er wies darauf hin, dass sich die Zahl der HIV-Neuinfektionen in Russland in den letzten zwölf Jahren praktisch verdoppelt habe – auf 100.000 Fälle pro Jahr (in Deutschland wurden zuletzt 3.100 Neuinfektion in einem Jahr gemeldet). Im Gegensatz zur Entwicklung in Osteuropa nimmt die Zahl der Neuinfektionen in anderen Teilen der Welt ab.

Auf der Konferenz startete der offen schwule Sänger mit dem britischen Prinzen Harry eine neue Initiative, die sich an junge Männer in Afrika richtet. Sie sollten ermutigt werden, sich auf Geschlechtskrankheiten testen zu lassen und ihre Partner beim Sex zu schützen.

Twitter / KensingtonRoyal | Prinz Harry bei seinem Appell, die HIV-Krise ernst zu nehmen

Erst vor wenigen Wochen hatte die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch den Behörden in Indonesien vorgeworfen, dass die staatlich geförderte Homophobie die HIV-Infektionsrate unter schwulen und bisexuellen Männern im Land explodieren lasse (queer.de berichtete). (dk)



#1 ursus
#2 JasperAnonym
  • 25.07.2018, 14:48h
  • Gut, dass er so deutliche Worte findet.

    Gerade in seiner Position kann er sich das nicht nur erlauben, sondern ist geradezu verpflichtet, sowas anzusprechen. Sein jahrzehntelanges Engagement kann man ihm gar nicht genug danken.
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