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Regenbogenfamilie mit kleinem Werwolf
In dem queeren Horrorfilm "Gute Manieren" zieht das Kindermädchen den Sohn ihrer Arbeitgeberin und Geliebten auf – der verwandelt sich bei Vollmond jedoch in einen Wolf.

Das Regie-Duo Juliana Rojas und Marco Dutra will mit seinem Film "Gute Manieren" gesellschaftliche Schranken in Frage stellen (Bild: Edition Salzgeber)
- 26. Juli 2018, 06:14h 2 Min.
Die mysteriöse und bildhübsche Ana engagiert die alleinstehende Krankenschwester Clara, die sich um Anas schickes Apartment in São Paulo und später als Kindermädchen um deren ungeborenes Baby kümmern soll. Rasch entwickelt sich zwischen den beiden Frauen eine innige und sexuelle Beziehung.
Doch mit dem Voranschreiten der Schwangerschaft verhält sich Ana immer merkwürdiger: Sie hat ständig Lust auf Fleisch und schlafwandelt bei Vollmond blutdurstig durch die Stadt. Nach der schaurig-überstürzten Geburt ist Clara alleine mit Anas Kind. Sie zieht es voller Liebe und Fürsorge auf. Doch je älter es wird, desto stärker wird der verheerende Ruf des Mondes…
Ein gruseliges Großstadt-Märchen

Poster zum Film: "Gute Manieren" läuft am 26. Juli 2018 in deutschen Kinos an
Mit fantastisch stilisierten Sets, einem traumhaften Lichtkonzept und einem magisch schwirrenden Musikscore entwickelt das Regie-Duo Juliana Rojas und Marco Dutra aus der romantischen Mütter-Kind-Geschichte ein gruseliges Großstadt-Märchen, das sich raffiniert auf folkloristische Traditionen Brasiliens und auf Genre-Klassiker wie "Rosemaries Baby" (1968) und "American Werewolf" (1981) bezieht.
"Gute Manieren" ist aber zugleich ein kritischer Kommentar auf die heutige brasilianische Gesellschaft, die noch immer stark von patriarchalen Ordnungen, sozialen Klassenunterschieden und dem strengen Glauben an die katholische Kirche geprägt ist. "In gewisser Weise ist die homosexuelle Liebesgeschichte zwischen diesen derart unterschiedlichen Figuren und die Gründung einer ungewöhnlichen Familie die wildeste Fantasie des ganzen Films: die Vorstellung, dass alle Schranken, die die Gesellschaft errichtet hat, in Frage gestellt und letztlich niedergerissen werden können", so Rojas und Dutra in einem Statement zu ihrem herzzerreißenden Horrorfilm.
"Gute Manieren" wurde vergangenes Jahr bei den Filmfestspielen in Locarno als Meisterwerk gefeiert und mit dem Spezialpreis der Jury ausgezeichnet. (cw/pm)
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Gute Manieren. Horrorfilm. Brasilien/Frankreich 2017. Regie: Juliana Rojas & Marco Dutra. Darsteller: Isabél Zuaa, Marjorie Estiano, Miguel Lobo, Cida Moreira, Andrea Marquee, Felipe Kenji, Nina Medeiros. Laufzeit: 135 Minuten. Sprache: portugiesische Originalfassung mit deutschen Untertiteln. Verleih: Edition Salzgeber. Kinostart: 26. Juli 2018
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In Brasilien spielt das vielleicht auch noch auf den Umgang mit Betroffenen von Hirsutismus an. Dort sind Fälle von übermäßigem Hirsutismus oder Hypertrichose, Ambras-Syndrom geläufig, also Kinder, die am Körper stark behaart auf die Welt kommen,
( nicht Lanuogobehaarung) und früher dank Religion, Unverständnis und Aberglaube stark ausgegrenzt wurden.
Die Leute wurden früher gern als "Wolfsmenschen" bezeichnet, und in Freakshows herum gezeigt.