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Verfahren wegen Betruges

Chemnitz: Schwules "Glamour-Pärchen" vor Gericht

Ein schwules Paar wollte erst in der schwäbischen Provinz einen CSD organisieren und dann in Chemnitz ein Hochglanzmagazin herausbringen. Beides scheiterte grandios – jetzt müssen sich die beiden wegen Betrugs vor Gericht verantworten.


Was wird Justitia mit Stefan S. und Manuel K. anstellen? (Bild: James Burke / flickr)

Vor dem Amtsgericht im sächsischen Chemnitz hat am Mittwoch der Prozess gegen ein schwules "Glamour-Pärchen" ("Tag24") begonnen, das wegen schweren Betrugsvorwürfen angeklagt wurde. Dem 28-jährigen Stefan S. und dem 32-jährigen Manuel K., die mit Handschellen in den Gerichtssaal geführt worden sind, wird vorgeworfen, Rechnungen in fünfstelliger Höhe nicht bezahlt zu haben. Wegen Betruges droht beiden Angeklagten eine Haftstrafe von bis zu fünf Jahren.

Das Paar hatte bereits 2014 in Albstadt, einem 45.000 Einwohner zählenden Ort auf der Schwäbischen Alb, für Furore gesorgt, als es einen CSD organisieren wollte und dafür unter anderem Ross Antony, Lucy von den No Angels und Culture Beat buchte. Kurz vor dem Termin verschwand das Pärchen – der CSD fand nie statt und viele Rechnungen wurden nicht beglichen, darunter eine Druckerei-Rechnung für ein Pride-Magazin, das in einer Auflage von 60.000 Exemplaren erscheinen sollte (queer.de berichtete).

Kurze Zeit später tauchten die beiden Männer in Chemnitz auf, wo sie – mit leicht veränderten Namen – ein werbefinanziertes Hochglanzmagazin herausbringen wollten. Dafür gründeten sie in einem noblen Bürohaus die Firma "3 for Factory" und stellten sieben Mitarbeiter ein. Doch auch dieses Magazin erblickte nie das Licht der Welt – vielmehr blieben viele Zulieferer auf ihren Rechnungen sitzen, mindestens 15 Anzeigen sind gegen das Paar eingegangen. Nach kurzer U-Haft verschwand das Pärchen erneut. Im März 2018 wurden Stefan S. und Manuel K. schließlich im tschechischen Prag festgenommen und nach Deutschland ausgeliefert.

Manuel K.: Habe viel Geld als Callboy verdient

Im vorliegenden Prozess geht es um den mutmaßlichen Betrug in Chemnitz. Manuel K. wies die Vorwürfe laut "Tag24" zurück: "Ich hatte keine Geldsorgen, wir wollten niemanden betrügen", sagte der 32-Jährige, der mit seinem Mann früher in einer noblen Wohnung residierte. Das Geld dafür will K. als Callboy verdient haben. Am Bodensee habe er mit prominenten Kunden bis zu 750 Euro pro Nacht erhalten – ein Stammkunde habe binnen fünf Monaten insgesamt 22.000 Euro überwiesen.

In dem Prozess geht es insbesondere um einen Firmen-Tresor, in dem im Frühjahr 2015, als das Paar in Untersuchungshaft kam, 20.000 Euro Bargeld gelegen haben sollen. Laut K. sollten damit die offenen Rechnungen beglichen werden – nach ihrer Entlassung aus der U-Haft sei der Tresor allerdings offen und das Geld verschwunden gewesen. Das Paar erklärte, man habe zuvor den Tresor-Schlüssel der damaligen Sekretärin überlassen – diese konnte sich aber vor Gericht nicht mehr an den Tresor oder andere Details erinnern.

Neben den beiden Männern sitzt auch die Mutter von K. auf der Anklagebank. Sie soll das Firmenkonto angemeldet und Farbpatronen im Wert von 1.400 Euro bestellt, aber nie bezahlt haben. Der Prozess soll am Freitag fortgesetzt werden. (cw)



#1 Patroklos
  • 26.07.2018, 17:19h
  • Die zwei Typen werden auf jeden Fall in den Knast wandern, denn das, was die sich geleistet haben, ist schon ein starkes Stück und zeugt von krimineller Energie, die ihresgleichen sucht. Beide saßen schon in U-Haft und deshalb fällt eine Bewährungsstrafe schon mal weg!
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#2 AnonymAnonym
  • 26.07.2018, 19:08h
  • Da gibt es schon Kritikpunkte an der Berichterstattung!

    Bitte keinen Neid innerhalb der Community, wenn jemand am Bodensee lebt und auf TG steht! Auch verbrennt dabei nicht gleich die Erde, das ist homophober Jargon. Auch kommt es dabei auf die Umstände und den Zeitpunkt der Ereignisse (Rechtslage in Deutschland) an!

    Was das für ein Büro in Sachsen war und wie es geschlossen worden ist, ist bei einer - nennen wir es einmal - gescheiterten Finanzierung nicht immer streitig und stellt noch lange keinen Betrug zum Nachteil des Providers dar. Evtl. könnte, es kommt auf die Rechtsform an, eine Insolvenzverschleppung vorliegen. Daran denken viele einfach nicht.

    Zum eigentlichen Problem! Der Betrug setzt die Absicht voraus, jemanden zu einer Zahlung, bzw. zum Abschluss eines Vertrages zu bringen in der Absicht gar nicht leisten zu wollen, um sich am Ende damit auf deren Kosten ungerechtfertigt zu bereichern.

    Ich kann jetzt bei gescheiterten Finanzierungen von CSDs, wo mir die Täuschungs- und Bereicherungsabsicht schon in der Berichterstattung fehlt, keinen Betrug erkennen. Wenn bei der Absicht, einen CSD auszurichten - da war der Leistungswille auch vorhanden - letzten Endes die Finanzierung scheitert (vgl. Insolvenz eines Reisebüros, etc.), die beiden scheinen pleite zu sein, ist noch lange kein Betrugstatbestand erfüllt. Und damit auch kein Haftgrund gegeben.

    Haben die beiden noch ein solches Image vom Bodensee, sind die politischen Motive homophober Beamter eben auch entsprechend hoch, die doch gerne zur Verfolgung von Unschuldigen nur schon alleine der sexuellen Orientierung und den Umständen wegen (TG, CSD) neigen.
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#3 andreAnonym
  • 26.07.2018, 19:53h
  • Die Gründer-Szene ist eben jung, dynamisch, immer in Bewegung und experimentierfreudig. Klappt eben nicht bei jedem StartUp.
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#4 TheDadProfil
  • 26.07.2018, 22:01hHannover
  • Antwort auf #1 von Patroklos
  • ""Beide saßen schon in U-Haft und deshalb fällt eine Bewährungsstrafe schon mal weg!""..

    Für das Aufstellen einer solchen steilen These würde ich mir vorher juristischen Rat bei einem Strafrechtler einholen..

    Denn das ist blanker Unsinn..
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#5 Patroklos
#6 TommmiAnonym
#7 Patroklos
#8 TechnikerAnonym
  • 27.07.2018, 12:57h
  • Antwort auf #5 von Patroklos
  • O doch, "Patroklos"!

    "Nein, das ist eben KEIN Unsinn! Die meisten Täter, die schon in U-Haft saßen und danach straffällig wurden, landeten wieder im Knast! Da ist nix mit Bewährung!"

    Die Untersuchungshaft heißt Untersuchungshaft, weil währenddessen u.a. die Staatsanwaltschaft versucht, die Vorwürfe, die zur U-Haft führten, zu untermauern.

    Dabei kann durchaus herauskommen, daß sich eine Staatsanwaltschaft verrannt hat, sich die Vorwürfe nicht beweisen lassen und kein Verfahren eröffnet wird.

    Nur, wer rechtskräftig zu einer Bewährungsstrafe verurteilt wurde und gegen die Bewährungsauflagen verstößt bzw. in der Zeit anderweitig straffällig wird, kann nicht mehr auf Bewährung hoffen.

    Zu viele "Gerichts"sendungen bei RTL 2 geschaut?

    www.youtube.com/watch?v=I_N9OfP8QrE
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#9 TheDadProfil
  • 27.07.2018, 23:32hHannover
  • Antwort auf #5 von Patroklos
  • ""Die meisten Täter, die schon in U-Haft saßen und danach straffällig wurden, landeten wieder im Knast! Da ist nix mit Bewährung!""..

    Oooooh Mannn..

    Welch absurde Ideen Du doch so hast..

    Für eine Bewährungsstrafe ist einzig von Belang ob die Haftstrafe auf weniger als 2 Jahre festgesetzt wird..

    UND ob der Richter der diese Strafe ausspricht sie dann auch zur Bewährung aussetzt, denn das ist Teil der Richterlichen Unabhängigkeit, und damit einzig die Entscheidung des jeweiligen Richters..

    Alles andere wie U-Haft und eventuelle Vorstrafen so sie denn verbüßt sind, ist dabei absolut irrelevant..
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#10 Pu244Anonym
  • 28.07.2018, 16:01h
  • Antwort auf #2 von Anonym
  • Für einen Betrug ist es völlig ausreichend, wenn man schon weiß, dass man die Forderungen nicht begleichen kann oder es ernste Probleme gibt. Wer sich einen 10.000 Fernseher auf 6 jähriger Ratenzahlung kauft und weiß, dass er nach der 5 Rate pleite ist, der begeht Betrug (es gibt sehr viele, die davon überrascht sind, wenn nicht nur der Gerichtsvollzieher, sondern auch der Staatsanwalt einem an den Kragen will). Auch eine Gegenfinanzierung, mit dem erhofften Lottogewinn oder sonstigen Dingen, die nicht sicher eintreffen, reicht auch nicht. Etwas anderes wäre eine feste Jobzusage, bei dem die Firma pleite geht.

    Auf den Fall übertragen: erst zieht man die Sponsoren an Land, DANN bucht man die Stars, nicht umgekehrt (zumal man da ja auch zunächst unverbindlich anfragen und dann damit bei den Sponsoren hausieren gehen kann). Größere Summen müssen irgendwie Gegenfinanziert sein (zur Not durch irgendwelche Bürgschaften), sonst kommt man in Teufels Küche. Spätestens bei der Sache in Chemnitz hätte von vorne herein die komplette Finanzierung stehen müssen.
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