Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?31622

Irland

Katholische Eheberatung weist Homo-Paare nicht mehr ab

Auf die staatliche Förderung in Höhe von rund 1,6 Millionen Euro pro Jahr will eine von der irischen Bischofskonferenz betriebene Beratungsstelle nicht verzichten – und vergisst daher ihre Abneigung gegen gleichgeschlechtliche Paare.


Auf der Homepage von Accord ist immer noch ein einsames heterosexuelles Paar zu sehen

Eine von der katholischen Bischofskonferenz betriebene Eheberatungsstelle in der Republik Irland wird auf Druck der Regierung in Dublin nicht mehr wie bislang nur heterosexuelle Eheleute beraten. Das berichtet die Londoner Tageszeitung "The Times". Die Beratungsstelle Accord fügt sich damit der Forderung der staatlichen Familienbehörde Tusla, die als eine Bedingung für ihre Förderung verlangt, dass Beratungsstellen "offen für jeden" sein müssen. Accord erhält dieses Jahr 1,59 Millionen Euro Fördergelder für Dienstleistungen in der gesamten Republik.

Eine Tusla-Sprecherin erklärte gegenüber der "Times", Accord habe versichert, dass der Dienst "Menschen unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung beraten werde". Die Behörde werde überprüfen, ob sich die geförderten Beratungsangebote, darunter falle ausdrücklich auch Accord, an diese Regelung halten. Die irische Bischofskonferenz hat sich zu der Entscheidung bislang nicht geäußert.

Accord hatte zuvor gleichgeschlechtliche Paare ausdrücklich als Kunden abgelehnt und die Diskriminierung religiös begründet. Allerdings darf der Staat – und damit auch staatlich geförderte Einrichtungen – seit der durch einen Volksentscheid erzwungenen Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben im Herbst 2015 verheiratete Paare nicht mehr wegen ihrer sexuellen Orientierung diskriminieren.

Die katholische Kirche in Irland hatte vor dem Volksentscheid zur Ehe für alle ihre Anhänger aufgefordert, mit Nein zu stimmen. Dabei argumentierten Bischöfe etwa, dass die Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben im Ehe-Recht dem Gemeinwohl schaden würde oder dass Homosexualität genauso wenig von Gott gewollt sei wie das Down-Syndrom und Schwulen und Lesben daher Ehe-Rechte vorenthalten werden sollten. Da die katholische Kirche in Irland nach einer Reihe von Missbrauchsskandalen allerdings erheblich an Ansehen eingebüßt hatte, fand die Kritik der Bischöfe an der Gleichstellung von Schwulen und Lesben nur wenig Beachtung in den Medien und der Öffentlichkeit. (dk)



#1 JasperAnonym
  • 26.07.2018, 16:45h
  • Wenn die Kohle stimmt, sind die Katholen sehr flexibel in ihren Positionen.

    Das zeigt wieder mal, dass es da nur um Geld und Macht geht...
  • Antworten » | Direktlink »
#2 Patroklos
#3 ErzmagierAnonym
#4 PatrodummdingAnonym
  • 26.07.2018, 21:23h
  • Antwort auf #2 von Patroklos
  • Du solltest Dich besser für die schwulen Paare (und für die lesbischen) freuen, die eine solche Beratung nötig haben!

    Für schhwule und lesbische Paare, die eine katholische Beratung nötig haben, ist Mitleid angesagt.
  • Antworten » | Direktlink »
#5 TimonAnonym
  • 27.07.2018, 10:11h
  • Auf deren "Beratung" kann jeder klar denkende Mensch gut verzichten...

    Deren Indoktrination und Gelaber von Enthaltsamkeit, etc. können die gerne für sich behalten. Die wollen aus Menschen Psychoten machen, weil diese sich leichter lenken lassen und ihr Glück bei irgendwelchen Heilspredigern suchen.
  • Antworten » | Direktlink »
#6 Gott_mit_unsAnonym
  • 27.07.2018, 11:01h
  • Antwort auf #2 von Patroklos
  • "Du solltest Dich besser für die schwulen Paare (und für die lesbischen) freuen, die eine solche Beratung nötig haben!"

    Dann freust Du Dich auch für die, die eine Konversionstherapie erhalten?

    Btw: Gibt es eigentlich eine Skala für Selbsthass? Eine "Weidel-Skala"?
  • Antworten » | Direktlink »
#7 Patroklos
#8 Vater
  • 27.07.2018, 18:51h
  • Gerade in Irland hat sich die katholische Kirche solche schweren Menschenrechtsverletzungen erlaubt; das hat die Bevölkerung keinesfalls vergessen.

    Kennt jemand von Euch den Film "Die unbarmherzigen Schwestern"?
    Wenn nicht: unbedingter Filmtipp UND tatsächlich eine Geschichtslektion bzgl. 'Verbrechen gegen die Menschlichkeit' !!!

    Wer kennt Begriffe nicht, wie 'Heim für gefallene Mädchen'?

    Als schwuler Mann hatte ich es nie so mit den Mädchen - ob nun gefallen, oder nicht.
    Was für entsetzliche Verbrechen hinter dieser bizarrej, fast belustigenden Formulierung lauern, hätte ich nie im Leben geahnt.

    Wollte der angehende Papa sein Kind nicht anerkennen, wurde die schwangere Freundin schnell mal eben zur Hure erklärt.
    Dasselbe galt auch für vergewaltigte Frauen usw. usf.

    Wurden junge Frauen oder auch weibliche Teenager irgendwem unbequem (Das Wort der Männer war Gesetz), dann fanden sich diese Frauen in Irland oft im Nullkommanichts in sog. 'Magdalenenheimen' (oder auch 'Magdalenenwäschereien) wieder - von katholischen Nonnen geleitete Einrichtungen , wo die 'gefallenen Mädchen' zur Zwangsarbeit verdonnert waren - in unzähligen Fällen bis zum natürlichen Lebensende - oder bis zum Freitod.
    Die Frauen verschwanden einfach in diesen Heimen, wurden oft geschlagen und hatten extrem schlechte Karten, wenn da in der Außenwelt keine männlichen Familienangehörigen existierten, die sie dort wieder heraus holten.
    Die Frauen wurden sehr oft gefoltert, bekamen von den Nonnen Essensabfälle und minderwertige Nahrung - und nicht selten sexuelle 'Spezialbehandlungen' durch Pfarrer. Natürlich unaufgefordert!

    Wenn diese Frauen, die als 'gefallene Mädchen' gegen ihren Willen dort hingebracht und festgehalten wurden, nach jahre- bis jahrzehntelanger Gefangenschaft dort starben, wurden sie einfach kurzerhand ohne Grabstein verscharrt.
    Irgendeine Form von Unrechtsbewusstsein hatten diese Nonnen offensichtlich.

    Und auch in der Bevölkerung musste man ja irgendwas gewusst haben - sonst wären da nicht immer wieder Frauen in diese katholischen KZ abgeschoben worden.

    Dennoch war den meisten Menschen offenbar nicht bewusst, welche Verbrechen sich dort abspielten.
    Irgendwie gelangte das aber mit einem lauten Knall in die Medien und zur Justiz.

    Diese fand auf den Grundstücken der Klöster bzw. Magdalenheime riesige Massengräber mit verscharrten Frauenleichen.

    Das einfach nur als Skandal zu bezeichnen, geht an der Sache ziemlich weit vorbei.
    Das war ein Jahrhundertverbrechen.

    Jeder andere Verbrecher wäre aufs Härteste bestraft worden.
    Die katholische Kirche aber sitzt dort immer noch und reisst ihr unverschämtes Maul auf.

    Aber die Menschen haben nicht vergessen, was dort passiert ist.

    Die letzten Magdalenenheime schlossen Mitte der 90er Jahre endgültig ihre Höllentore.

    Ich vermute, dass die Eheöffnung ohne dieses Verbrechen wohl nicht so glatt durchgegangen wäre.

    (Filmtipp zu diesem Thema: 'Die unbarmherzigen Schwestern')
  • Antworten » | Direktlink »
#9 TheDadProfil
#10 TheDadProfil
  • 27.07.2018, 23:47hHannover
  • Antwort auf #6 von Gott_mit_uns
  • ""Btw: Gibt es eigentlich eine Skala für Selbsthass? Eine "Weidel-Skala"?""..

    Jepp..
    Von der habe ich schon was gehört..
    Und diese Skala ist nach oben hin offen, ebenso wie die Richter-Skala für Erdbeben..
  • Antworten » | Direktlink »