Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?31628

Honduras

Katholische Seminaristen beklagen "homosexuelles Netzwerk"

In Honduras geht es in der katholischen Kirche drüber und drunter: Ein Weihbischof muss zurücktreten, weil er Priesterschüler betatscht haben soll. Gleichzeitig beklagen heterosexuelle Schüler "homosexuelle Netzwerke" am Priesteseminar.


Im satirischen Porno-Film "Penance" macht sich das Label Bulldog über die katholischen Kirche lustig (Bild: Bulldog)

Die katholische Kirche in Honduras wird von Skandalen um sexuelle Übergriffe und ein angeblich "homosexuelles Netzwerk" in einem Seminar, also einer Priesterschule, erschüttert. So haben laut Berichten katholischer Nachrichtenagenturen 48 (von insgesamt 180) Seminaristen der Schule in der Hauptstadt Tegucigalpa einen Brief an die Bischöfe unterzeichnet, in dem von "unwiderlegbaren Beweise" für ein "Netzwerk" aus Homosexuellen im Seminar die Rede ist. Einer der Unterzeichner sagte gegenüber dem "National Catholic Register", die heterosexuellen Schüler am Seminar seien wegen dieser Vorgänge "sehr niedergeschlagen".

Wörtlich heißt es in dem Brief, dass es im Seminar "wegen sehr unmoralischen Situationen zu Spannungen kommt, insbesondere wegen aktiver Homosexualität". Diese "Epidemie" würde jedoch von der Seminarleitung vertuscht.

Homosexualität an Priesterseminaren ist kein neues Phänomen: 2004 sorgte ein Sexskandal in einer Schule im österreichischen St. Pölten für den Rücktritt von Bischof Kurt Krenn (queer.de berichtete). 2016 kritisierte der Dubliner Erzbischof, dass die schwule Dating-App Grindr unter Seminaristen einer abgelegenen Priesterschule sehr populär war (queer.de berichtete). In beiden Seminaren gab es auch Berichte über sexuelle Belästigungen, in Österreich wurde sogar Kinderpornografie auf Computern des Seminars entdeckt (queer.de berichtete).

Weihbischof nach Vorwürfen der sexuellen Belästigung zurückgetreten

Auch in Honduras wird der Skandal um mutmaßlich schwule Seminaristen von Missbrauchsvorwürfen begleitet. Deswegen trat Juan José Pineda bereits vergangene Woche als Weihbischof von Tegucigalpa zurück. Zwei ehemalige Seminaristen hatten Pineda vorgeworfen, sie 2017 unsittlich im Intimbereich berührt zu haben. Der Weihbischof war damals Lehrer am Seminar von Tegucigalpa. Einer der angeblich missbrauchten Schüler sagte aus, dass er nach der Zurückweisung des Weihbischofs aus der Schule gemobbt worden sei.


Juan José Pineda musste seinen Job als Weihbischof wegen Sexvorwürfen nach 13 Amtsjahren abgeben

Der Skandal bringt den durch homophobe und antisemitische Sprüche bekannten Chef der honduranischen Bischofskonferenz, Óscar Kardinal Rodríguez Maradiaga, in Bedrängnis. Der Erzbischof von Tegucigalpa erklärte etwa 2016 in Münster, dass niemand als Homosexueller geboren werde, sondern durch schlechte Einflüsse wie Pornografie dazu gemacht werde (queer.de berichtete).

Außerdem versuchte der heute 75-Jährige in der Vergangenheit, den Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche als jüdische Weltverschwörung darzustellen: Er warf Juden generell vor, die Berichte über Missbrauch in den Medien aufbauschen zu wollen, um vom israelisch-palästinensischen Konflikt abzulenken.


Óscar Kardinal Rodríguez Maradiaga macht gerne Stimmung gegen Homosexuelle und Juden (Bild: Christoph Müller-Girod / flickr)

Trotz dieser Äußerungen gilt Rodríguez Maradiaga als enger Vertrauter von Papst Franziskus: So ist er seit 2013 Mitglied des neunköpfigen Kardinalsrats, eines päpstlichen Beratergremiums zur Reform der Leitung der römisch-katholischen Kirche. Vergangenes Jahr wurde er vom Pontifex nach Korruptionsvorwürfen in Schutz genommen.

Erst im Mai hatte Papst Franziskus italienische Bischöfe davor gewarnt, homosexuelle Schüler an Priesterseminaren zuzulassen – der 81-Jährige setzt sich dafür ein, nur noch Heterosexuelle als Priesterschüler anzunehmen (queer.de berichtete). (dk)



#1 FinnAnonym
#2 Alice
  • 27.07.2018, 19:05h
  • * Interessant wie der Nachweis "Kandidat ist nicht homosexuell geführt werden soll!" **schmunzel**
    * "Homosexuelles Netzwerk" da kommen mir Erinnerungen an diesen Papst Benedikt aus Deutschland, da war dann auch von Reinigung (oder Säuberung) die Rede !!!
    * Verschwörung : Das passt gut ins Gedankenbild "Jüdische Weltverschwörung", "Verschwörung des Bösen", "Hexenzirkel", "Genderideologie", usf.
    die wissen wovon sie reden :-)
    Man kann auch einen Lückentext daraus machen:
    "... Weltverschwörung" , "...-Zirkel", "...ideologie", "...isierung"
    Beispiele für die ...
    maxistisch-leniistische/r, Gender, FKK, Frauen, Neopegane/r, Ungläubigen, Semitische-, Islamische-, Linke/n, Frühsexualisierungs-, ...

    Es ist nicht zu fassen, da haben die doch tatsächlich Schwule in ihren Reihen, statt dass sie erkennen dass das nun mal so ist und kein Glaubensbekenntnis daran etwas ändern kann, und da wollen die jagt machen statt es einfach zu akzeptieren.
    Und wieder wird es auch gleich als das Übel "erkannt", das für sexuelle Übergriffe verantwortlich sein soll.

    Es ist bestimmt auch immer noch etwas Hexerei im Spiel, ganz bestimmt. Die verhexen die jungen Männer - und Abra von Pokus - sind sie alle schwul. Ach ja wir Frauen sind auch unter den Verschwörer*innen - mit unserer Ursünde - wir haben die Jungs ja schließlich geboren und/oder aufgezogen. Da sieht man es wieder!
  • Antworten » | Direktlink »
#3 Patroklos
#4 swimniAnonym
#5 Danny387Profil
  • 28.07.2018, 02:19hMannheim
  • Da gibt's echt Schwule im Priesterseminar? Ui ui ui ... Ja, was dachten die paar Heten denn, wer sonst so Priester wird?
  • Antworten » | Direktlink »
#6 Gerlinde24Profil
  • 28.07.2018, 03:47hBerlin
  • Soso, der Missbrauchsskandal der Katholioten ist also Teil der "jüdischen Weltverschwörung". Sag mal Bischof, biste noch klar beim Verstand?
  • Antworten » | Direktlink »
#7 Gerlinde24Profil
  • 28.07.2018, 03:53hBerlin
  • Antwort auf #4 von swimni
  • Wird sie nicht tun, weil macht-und geldgeil!
    Bei den Mormonen, bei denen ich lange war, gab es an der kircheneigenen Universität, der BYU (Brigham Young Un iversität) bis in die Neunziger hinein Versuche, Homosexuelle mit Elektroschock und Aversionstherapie zu "heilen). In den sechziger und siebziger Jahren gab es da eine regelrechte Hexenjagd auf Schwule, einige, Studenten wie Professoren, brachten sich um.
    Bei Mormonen wie Katholen wurde und wird ein Klima der Angst und des Hasses geschaffen, und doch existieren wir, meist im Untergrund, weiter. Weil Homosexualität so natürlich wie das Atmen ist. Es ist keine Wahl, sondern gehört zum Menschen. So lange Religioten das nicht kapieren, wird sich bei denen nichts ändern!
  • Antworten » | Direktlink »
#8 EBKKWAnonym
  • 28.07.2018, 04:10h
  • Was genau tut eigentlich die sexuelle Orientierung bei nachher zölibatär - so zumindest der Plan - lebenden Menschen zur Sache? Warum genau sollte man da jetzt nur noch heterosexuelle Kandidaten zulassen? Können die das mit dem Zölibat besser, weil sie eigentlich auf Frauen stehen?

    Und um den schnöden Mammon nicht zu vergessen: Wären homosexuelle Priester nicht kosteneffizienter? Da gibt es schließlich nicht das Risiko, dass aus Versehen ein Kind entsteht sollte das mit dem Zölibat mal nicht geklappt haben. Für das im Übrigen der Priester unterhalstpflichtig ist (Netterweise übernimmt das eine Kostenstelle seines jeweiligen Bistums damit das vor Ort nicht auf dem Konto auffallen kann)
  • Antworten » | Direktlink »
#9 schwarzerkaterEhemaliges Profil
  • 28.07.2018, 08:33h
  • mit sicherheit gibt es verschiendenste "schwule netzwerke" in der katholischen kirche, bestimmt eben auch "heterosexuelle netzwerke" und vielleicht auch "asexuelle netzwerke.
    denn auch die katholische kirche ist in den jeweiligen länder nix anderes als ein spiegel der gesellschaft.
  • Antworten » | Direktlink »
#10 TechnikerAnonym
  • 28.07.2018, 10:40h
  • Hoffnungsloser Fall!

    Die Katholische Kirche ist wie viele andere Institutionen: nur alt, aber nicht ehrwürdig. Nirgendwo gibt es mehr Heuchelei; ein substantieller Teil der Herrschaften predigt Wasser und säuft Wein.

    Solange der Lattenseppel-Swingerclub unter sich bliebe, würde das Niemand interessieren. Aber diese Pseudofrömmler maßen sich ja noch immer an, sich ins Leben anderer Menschen einzumischen, geifern kaltherzig gegen Abtreibung, Verhütungsmittel, Geschiedene, Homosexuelle und, und, und. Mit dem Geld der dummen Schäfchen stopfen sie sich noch die Taschen voll - Tebartz läßt grüßen.

    Der Laden ist weder reformfähig noch -willig, die Klerikalfaschisten drehen ja immer noch durch, wenn die Falschen zum Abendmahl kommen.

    Da muß man nicht schwul sein, um auszutreten. Wer seinen Glauben ernstnimmt, findet in den Altkatholiken eine Alternative. Der Rest wird feststellen, daß es sich ohne religiöse Bevormundung deutlich besser lebt.
  • Antworten » | Direktlink »