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Nordrhein-Westfalen

Neonazis protestieren erneut gegen den CSD in Siegen

Mit einer Kundgebung an der Demoroute will die rechtsextremistische Partei "Der Dritte Weg" gegen die "aggressive Zurschaustellung abnormaler Perversionen" beim Christopher Street Day protestieren.


Bild vom CSD Siegen aus dem Vorjahr. Für die Neonazi-Partei "Der Dritte Weg" ist die Demonstration ein "Zirkus der Abstrusitäten" (Bild: André Gomes / CSD Siegen)

Zu Update springen: CSD ließ sich nicht einschüchtern (17:20h)

Die Neonazi-Partei "Der Dritte Weg" hat eine Gegenkundgebung zum Christopher Street Day an diesem Samstag in Siegen angemeldet. Der LGBTI-feindliche Protest steht unter dem Motto "Familien schützen! – Homo-Propaganda stoppen!".

Nach Information der Kreispolizeibehörde rechnen die Rechtsextremisten mit bis zur 20 Teilnehmern. Die Gegenkundgebung soll um 13 Uhr auf dem Bahnhofsvorplatz beginnen – in unmittelbarer Nähe der Demoroute. Die CSD-Parade, die zur selben Zeit startet, wird auf dem Weg von und zum Scheinerplatz gleich zweimal an der kurzen Bahnhofstraße vorbeiführen.

CSD bedrohe "Fortbestand unseres Volkes"

"Jahr für Jahr zieht ein Zirkus der Abstrusitäten namens Christopher Street Day (CSD) durch viele deutsche Städte und macht auch an diesem Wochenende wieder Halt in der Universitätsstadt Siegen", schreiben die Neonazis in ihrem Aufruf. "Diese Paraden mit der aggressiven Zurschaustellung abnormaler Perversionen treiben den Wahnsinn auf die Spitze, der auf Kosten unserer Kinder, unserer Familien und unseres Volkes getrieben wird."

Der "Dritte Weg" setze sich "gegen eine heuchlerische politische Agenda der Herrschenden zur Wehr, die unter dem Banner von Menschenrechten und Toleranz einen perfiden Krieg gegen die gewachsenen Strukturen unserer völkischen Gemeinschaft führen", heißt es weiter im Aufruf. "Im Interesse um den Fortbestand unseres Volkes kann die einzig logische Konsequenz nur das strikte Verbot derartiger Homo-Propaganda, die sofortige Abschaffung der 'Homo-Ehe' als auch der Homoersatzehe als 'eingetragener Lebenspartnerschaft' sowie der besondere, verfassungsrechtliche Schutz von heterosexuellen Familien mit Kindern sein."


Die Neonazis wollen Hetero-Familien vor der Regenbogenfaust schützen

In Siegen protestierten die Neonazis bereits 2017

Bereits im vergangenen Jahr hatte "Der Dritte Weg" zum CSD Siegen einen "Aktionstag gegen Homo-Propaganda" veranstaltet und dabei das Parteibüro der Linken mit dem Spruch "No Homo" beschmiert (queer.de berichtete). An einer Fußgängerbrücke wurde ein Transparent angebracht mit der Aufschrift "Homopropaganda stoppen. Gesunde Familien sind die Zukunft". Im Umfeld der Martinikirche, in der ein CSD-Gottesdienst abgehalten wurde, wurden mehrere Propaganda-Aufkleber der Partei ("National. Revolutionär. Sozialistisch.") gefunden.

Auch in anderen deutschen Städten fielen Mitglieder des "Dritten Wegs" bereits mit homofeindlichen Aktivitäten auf. Im Oktober 2016 liefen bei einer Demonstration der "Demo für alle" in Wiesbaden (queer.de berichtete) Anhänger der rechtsextremistischen Kleinpartei mit. Der "Dritte Weg" hatte zuvor auch zur Teilnahme an dem Aufzug aufgerufen (queer.de berichtete). Zuletzt hatte die Neonazi-Partei im Mai im thüringischen Kahla versucht, LGBTI-Aktivisten einzuschüchtern (queer.de berichtete).

Beobachtet vom Verfassungsschutz

Die von den Verfassungsschutzbehörden beobachtete Partei mit rund 500 Mitgliedern wird von dem ehemaligen NPD-Funktionär Klaus Armstroff angeführt, der selbst bei einer "Demo für alle" vorbeischaute. Der "Dritte Weg" umfasst etliche Mitglieder des verbotenen Neonazi-Dachverbands "Freies Netz Süd" und steht Medienberichten zufolge mit Brandanschlägen auf Asylbewerberheime in Verbindung.

Laut dem Staatsschutz der Polizei Hagen versuche die Partei seit längerem mehr oder weniger erfolglos, im Siegerland Fuß zu fassen. Bis auf verbale Auseinandersetzungen sei es dabei bislang nicht zu größeren Problemen gekommen, sagte Polizeipressesprecher Georg Baum der "Westfalenpost". Die lokalen Einsatzkräfte werden am Samstag unterstützt von der Bereitschaftspolizei. (cw)

 Update  17.20h: CSD ließ sich nicht einschüchtern

Die CSD-Demo ging am Nachmittag mit einigem Abstand und mit mehreren hundert Teilnehmern am Info-Stand der Neonazis vom "Dritten Weg" vorbei, dabei wurden Sprechgesänge gegen Rechts und pro LGBTI angestimmt.

Facebook / CSD Siegen | Eines von mehreren Videos des CSD Siegen zur Demo vom Samstag

Die Neonazis, die Berichten zufolge nicht mal 20 Teilnehmer und wenig Interesse der Bevölkerung fanden, hatten den Stand am Bahnhofsvorplatz aufgebaut, den die Pride-Demo zweimal passierte. Zwischenzeitlich entrollten sie vor dem Stand weiße Transparente, die zusammen den Spruch "Mann+Frau+Kinder=Familie" ergaben.


Der "Dritte Weg" samt Infotisch und Rednerpult fand wenig Interesse von Passanten. Bild: Ansgar D.

Nach rund zwei Stunden bauten die Neonazis den Stand wieder ab, während das CSD-Straßenfest am Scheinerplatz erst losging. Eindrücke davon bietet die Facebook-Seite des CSD Siegen. (nb)



#1 PfoteAnonym
  • 28.07.2018, 10:24h
  • Deren größter Alptraum muss es doch sein, wenn eines Tages heterosexuelle Paare homosexuelle Kinder großziehen.
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#2 PfuiAnonym
  • 28.07.2018, 10:31h
  • Vom Verfassungsschutz beobachtet?
    Pah.
    Was gibt's da noch zu beobachten.
    Verbieten, einlochen fertig.
    Bei Rockerbanden ist Herr Seehofer da auch nicht zimperlich.
    Aber auf dem rechten Auge ist unser VerfassungsSchutz eher blind.
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#3 AuntieBiotic
#4 AnonymAnonym
#5 SchleicheRAnonym
  • 28.07.2018, 11:41h
  • "gegen eine heuchlerische politische Agenda der Herrschenden zur Wehr, die unter dem Banner von Menschenrechten und Toleranz einen perfiden Krieg gegen die gewachsenen Strukturen unserer völkischen Gemeinschaft führen"

    AAHAHAHA, maan, das ist doch verschwörungstheoretischer Quark alá Wolfgang Ebel. Menschrechte als politische Agenda der Herrschenden.... <- lächerlich, abstrus

    Aber die Typen dahinter muss man schon ernst nehmen, auch wenn deren Sache krankhafter Wahn ist. Ist ja bei der Kirche nich anders....
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#6 schwarzerkater
  • 28.07.2018, 11:46h
  • "Gesunde Familien sind die Zukunft" - wenn man in viele gesichter der extremen rechten schaut, da kann man wirklich feststellen, dass einige doch sehr benachteiligt aussehen und auch entsprechend daherreden. :-D
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#7 be more kindAnonym
  • 28.07.2018, 11:47h
  • Ließt man sich das Zehn-Punkte-Programm auf deren Website durch, wird einem schlecht.
    Da fragt man sich warum solch eine Partei nicht längst verboten ist.
    Pfui Teufel
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#8 TheDadProfil
  • 28.07.2018, 12:00hHannover
  • Antwort auf #2 von Pfui
  • ""Bei Rockerbanden ist Herr Seehofer da auch nicht zimperlich.""..

    Hübsche Idee, die dann aber genauso nach hinten losgehen wird wie der Verbots-Versuch der NPD..

    Zumal dieser "Dritte Weg" dann wohl noch unbedeutender in die Tagespolitik eingreifen kann, als man schon der NPD bescheinigt hat um sie nicht verbieten zu müssen..

    Das erste "Verbot" einer "Rocker-Gruppe" gab es übrigens schon sehr lange vor Seehofer's Zeiten in Hamburg..
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#9 Homonklin44Profil
  • 28.07.2018, 12:58hTauroa Point
  • ""Der "Dritte Weg" setze sich "gegen eine heuchlerische politische Agenda der Herrschenden zur Wehr, die unter dem Banner von Menschenrechten und Toleranz einen perfiden Krieg gegen die gewachsenen Strukturen unserer völkischen Gemeinschaft führen""

    Wenn man das so liest, müsste eigentlich noch eine dritte Protestbewegung mit gehen, angeleitet von der Psychotherapeuten-Vereinigung.

    Paranoide Wahnvorstellungen sind nämlich ernstzunehmende, den Patienten an seiner Lebensführung einschränkende psychische Probleme, die so in der Öffentlichkeit präsentiert, als Belästigung empfunden werden können.
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#10 Patroklos