Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?31633

Homosexualität und Islam

Der Berliner CSD ist jetzt offiziell "halal"

Die Ibn-Rushd-Goethe-Moschee von Seyran Ates hat die Pride-Parade am Samstagmittag vor dem Start als zulässig nach islamischem Recht erklärt.


Premiere in Berlin: Moschee-Gründerin Seyran Ates (re.) überreichte den CSD-Veranstaltern erstmals ein "halal"-Zertifikat (Bild: Klaus Lederer / twitter)

Die Ibn-Rushd-Goethe-Moschee hat zum Auftakt der CSD-Parade in der Hauptstadt dem Vorstand des Berliner CSD e.V. am Samstag ein "halal"-Zertifikat überreicht. Dieses bescheinigt der LGBTI-Demonstration, den islamischen Anforderungen an Sitte und Moral vollumfänglich zu entsprechen.

"Die Überreichung des Zertifikats ist mir eine Herzensangelegenheit", erklärte dazu die Geschäftsführerin der Ibn-Rushd-Goethe-Moschee, Seyran Ates. "Viel zu lange wurden viel zu viele Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung beleidigt, angegriffen und unterdrückt, auch im Namen des Islam."

Die liberale Reformmuslimin und Rechtsanwältin gründete 2017 die Moschee im Berliner Ortsteil Moabit, in der Männer und Frauen gemeinsam beten und muslimische LGBTI ausdrücklich willkommen sind (queer.de berichtete). In der vergangenen Woche wurde Ates vom Hauptstadt-CSD mit dem diesjährigen "Soul of Stonewall Awards" (SoSA) ausgezeichnet (queer.de berichtete).

"Queer sein und Muslim sein sehr gut vereinbar"

"Wir sind der absoluten Überzeugung, dass sich queer sein und Muslim sein sehr gut miteinander vereinbaren lassen", erklärte Seyran Ates. "Am Ende sind wir alle Geschöpfe eines liebenden und barmherzigen Gottes. Und wie kann für einen solchen Gott die Liebe zwischen zwei Menschen haram, also verboten, sein?" Im Koran bestätige Allah, dass er die Menschen als Partnerwesen erschaffen habe und zwischen ihnen Liebe und Zärtlichkeit hervorbringe, so die Moscheegründerin. "Diese Aussage ist nicht an eine sexuelle Orientierung oder das Geschlecht der Liebenden geknüpft. Denn die Liebe ist universell."

"Halal" ist ein arabisches Wort und kann mit "erlaubt" übersetzt werden. Es bezeichnet alle Dinge und Handlungen, die nach islamischem Recht zulässig sind. Als Dritte der fünf Kategorien menschlicher Handlungen in der islamischen Rechtswissenschaft steht "halal" zwischen "haram" (verbotenen) und "fard" (pflichtmäßigen) Handlungen. (cw)



#1 Gott_mit_unsAnonym
  • 28.07.2018, 13:54h
  • "Viel zu lange wurden viel zu viele Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung beleidigt, angegriffen und unterdrückt, auch im Namen des Islam."

    Sehr geehrte Frau Ates,

    wurden? WURDEN?
    Sie werden es immer noch! Und nicht nur beleidigt, angegriffen und unterdrückt, wie Sie es so reizend zu Gunsten der Täter euphemistisch formulieren, sondern ermordet, gefoltert, zu Tode gepeitscht.
    Ihre offensichtliche und erschütternde LEUGNUNG der gegenwärtigen weltweiten abrahamitischen Verbrechen, bestätigt leider meine Einschätzung Ihrer Person. Schämen Sie sich! Schämen Sie sich, unzählige Gräuel zugunsten Ihrer ausschließlich eigennützigen und privaten Phantasmen zu leugnen.

    Ihren anmassenden sowie gönnerhaft vorgetragenen magischen Unsinn, empfinde ich als OPFER des Abrahamismus äußerst beleidigend und demütigend!

    Ich lasse mich von Ihnen als Vertreterin einer menschenfeindlichen und irrationalen Ideologie, nicht tätscheln wie ein überhitztes Hündchen und weise Ihre Anmaßung und Vereinnahme strikt zurück!

    Auch wenn ich Ihre grotesk bigotte Einstellung strikt ablehne, ablehnen muss, achte ich Sie als Mensch: Sie können sich von diesem Schrecken lösen und sich helfen lassen:

    exmuslime.com
  • Antworten » | Direktlink »
#2 Alexander_FAnonym
  • 28.07.2018, 14:42h
  • Der Berliner CSD ist also frei von Weichtieren, schuppenlosen Fischen, Schwein und Schalentieren. Bei letzten muss dann noch geprüft werden, ob es sich um Garnelen handelt, denn die sind ein Streitfall zwischen den einzelnen Rechtsschulen.

    Andererseits befürchte ich auch, dass das Zertifikat seitens anderer Vertreter angefochten werden wird...Aber es ist die Geste, die zählt.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 KaktusAnonym
  • 28.07.2018, 14:45h
  • Premiere in Berlin, Mosche Gründerin Seyran Ates überreichte den CSD Berlin Veranstaltern erstmals ein " halal" Zertifikat. Heißt, Sie hat geprüft ob der CSD Berlin Ehrenwürdig genug ist um ein " halal ( Erlaubnis ) zu bekommen. Nicht der Islam entscheidet ( erlaubt ) ob in Deutschland eine Demo statt finden darf und ein Zertifikat gibt's schon mal gar nicht. Ich bin zu tiefst geschockt und kann es nicht fassen. Müssen wir demnächst unsere Muslimischen Nachbarn um Erlaubnis fragen ob sie damit klar kommen das man Homosexuell ist. Seyran Ates mit allem Respekt vor ihrer Arbeit und ihr unermüdlichem Kampf gegen Homophobie, Sie leben nicht in der Realität. Die Realität sieht ganz anders aus. Sie, ich und die nächsten 5 Generationen werden es nicht schaffen Muslime davon zu über zeugen das Homosexualität keine Sünde ist. Muslimische Menschen werden Homophob erzogen nur ein kleiner Teil der Muslime denkt zum Glück nicht Homophob. In vielen Muslimischen teilen Afrikas, in Japan, Russland, Indien, Irak. Ägypten, Türkei China um nur ein paar Länder zu nennen, ich möchte nicht ausgepeitscht werden, ich möchte in kein Arbeitslager, ich möchte nicht bei lebendigen Leib verbrannt werden, ich will nicht aus meinem Dorf vertrieben werden nur weil ich Homosexuell bin. Und Frau Seyras Ates Sie maßen sich an ein Islamisches " halal" Zertifikat dem CSD Berlin auszustellen
    Sie können Homophobie nur bekämpfen in dem Sie in alle Muslimischen Länder fahren und dort immer und immer wieder Seminare abhalten. Ich bin einfach nur zu tiefst geschockt das sich überhaupt irgend jemand die dreistigkeit heraus nimmt den CSD ein halal Zertifikat aus zu stellen.Und bevor sich hier wieder welche Aufregende. Nein ich bin kein Rasist, kein Nazi, kein afd Anhänger, ich bin realist und weis was sich in meiner Stadt und Umgebung abspielt.
  • Antworten » | Direktlink »
#4 AlexAnonym
  • 28.07.2018, 15:10h
  • War ja klar, dass die Kommentare hier wieder antireligiös eskalieren. Es gibt eben doch einen modernen, moderaten, aufgeklärten Islam und nicht nur den Rückständigen, der so oft von sich reden macht. Aber das reicht ja scheinbar manchen hier nicht. Da müssen alle religiösen Menschen erst zu Kreuze kriechen und beim großen, schwulen Gott (den es ja garnicht gibt) Abbitte leisten, bevor man sie nicht mehr als Feind brandmarken kann.

    Man könnte ja auch einfach mal die Geste als das anerkennen, was sie ist: Eine Geste des guten Willens. Und eine Ermutigung an alle Gläubigen, dass man sich nicht zwischen Glaube und Sexualität entscheiden muss, sondern beides miteinander vereinbaren kann.

    Es ist ein Schritt in die richtige Richtung, mögen diesem noch viele weitere Folgen.
  • Antworten » | Direktlink »
#5 Alexander_FAnonym
  • 28.07.2018, 15:18h
  • Antwort auf #3 von Kaktus
  • Frau Ates ist nun wirklich die letzte, der man vorwerfen kann, sie verharmlose den radikalen, politischen Islam. Tatsächlich tut sie das seit Jahren unermüdlich. Dass ihre Warnungen mitunter auf taube Ohren stößen, steht auf einem anderen Blatte.

    Mit der von ihr gegründeten Ib-Rushd-Moschee wollte sie den Versuch unternehmen, einen Islam ohne fragwürdigen ideologischen Ballast zu propagieren, der eben auch unter anderem auch nichts gegen CSDs einzuwenden hat. Es sei daran erinnert, dass sie dafür Morddrohungen erhalten hat, noch immer erhält und diese Moschee unter Polizeischutz steht.

    Deine Vorwürfe wären gegenüber dem regierenden Berliner Bürgermeister noch angemessen, bei Seyran Ates sind sie das aber beim besten Willen nicht. Ihre Geste geschieht im selben Geiste wie Amed Sherwan und seinem "Allah is gay"-T-Shirt und nimmt den Hasspredigern ihre Deutungshoheit darüber, was nun islamisch sei oder nicht. Man mag sich über die Wirksamkeit dieser Vorgehensweise streiten können, aber ihre Geste ist auf jeden Fall positiv zu sehen.
  • Antworten » | Direktlink »
#6 PiepmatzAnonym
  • 28.07.2018, 15:39h
  • Ates' Geste ist: "Ich wende das moralische Regelwerk meiner religiösen Ideologie auf eine Veranstaltung anderer Menschen an und maße mir die Autorität an, offiziell zu beurteilen, ob diese Veranstaltung moralisch einwandfrei ist - oder nicht."

    Wenn ich es richtig verstehe, bezieht sich das Zertifikat nicht auf die Teilnahme am CSD, sondern auf die Veranstaltung AN SICH. Es wäre damit nicht nur eine Entscheidung über das Verhalten der Muslim_innen, die am CSD teilnehmen wollen, sondern ein Urteil über die ethische Qualität der Veranstaltung selbst. Das wäre ein kleiner, aber wichtiger Unterschied.

    Ates tut hier strukturell nichts anderes als diejenigen, die den CSD verdammen. Indem sie sich zur offiziellen moralischen Richterin über den CSD aufspielt, behauptet sie gleichzeitig auch die Macht, diese Zustimmung theoretisch auch wieder zu entziehen.

    Okay, als Imamin ist das sozusagen ihr Job. Und die gute Absicht ist natürlich nicht zu übersehen. Das kann für viele CSD-Teilnehmenden ein Signal sein, das für sie persönlich wichtig und hilfreich is.

    Ob man es als CSD-Veranstalter unbedingt offiziell begrüßen muss, sich von religiösen Funktionär_innen ethisch beurteilen zu lassen, ist für mich aber eine andere Frage. Ich halte es nicht für eine emanzipatorische Haltung, sich für solche Anmaßungen auch noch artig zu bedanken als würde einem gerade was geschenkt.
  • Antworten » | Direktlink »
#7 KaktusAnonym
  • 28.07.2018, 16:21h
  • Antwort auf #2 von Alexander_F
  • Was Religionen Menschen angetan haben und auch Heute noch antun, darf man nie vergessen niemals, jahrzehnte haben Religionen Minderheiten unterdrückt, es waren nicht nur Homosexuelle die unterdrückt wurden und auch heute noch Homosexuelle verbal attackieren, beleidigen und demütigen. Wer davor die Augen verschließt hat noch lange nicht erkannt was alles in der Geschichte passiert ist. Verzeihen kann man, vergessen niemals. Gehören Sie zu den Menschen die sagen, schlägst du mir auf die linke Wange, so werde ich auch die rechte Wange hin halten. Wen sollen wir denn noch alles Verzeihen und warum? Ich werde Homosexuelle Männer und Frauen niemals verstehen warum "das Wort Gottes" so wichtig für sie ist.
    Aber ich bin tolerant und muss es so hinnehmen. Aber ein Trost ist das 10.000 tausende Menschen in Deutschland 2017 aus der EV. und Kath. Kirche ausgetreten.
    Warum wohl? Sollte man mal drüber nachdenken.

    Ich bin kein Geschöpf Gottes! Ich bin ein Geschöpf meiner Eltern!
  • Antworten » | Direktlink »
#8 Ralph
  • 28.07.2018, 16:24h
  • Nett gemeint ist nicht gut gemacht und kommt schon gar nicht freundlich an. Wir haben es nicht nötig, uns von irgendwelchen Geistgläubigen bescheinigen zu lassen, dass wir ihren Geboten entsprechen. Frau Ates und ihre Versuche, einen liberalen Islam zu installieren, in Ehren, aber dieser Versuch ist ein Schuss in den Ofen.
  • Antworten » | Direktlink »
#9 KaktusAnonym
  • 28.07.2018, 16:36h
  • Antwort auf #5 von Alexander_F
  • Ein bitterer Beigeschmack für mich die Wörter halal und Zertifikat.
    Als BR. Mitglied habe ich einige Seminare besucht und für die Teilnahme einige Zertifikate bekommen.
    Ich habe auch ein Seepferdchen Zertifikat bekommen.
    Verstehe nicht was der Bürgermeister damit zu tun hat? Wenn das alles nicht so bitter böse wäre, wäre es immer noch zum Heulen.
    Vielleicht sollten Sie sich den Bericht noch einmal gaaaaannnzzzz geeeennnaaauuuu durch lesen.
  • Antworten » | Direktlink »
#10 swimniAnonym
  • 28.07.2018, 18:06h
  • umgekehrt hätte man auch zertifizieren können, aber wozu das überhaupt. dennoch schätze und bewundere ich diese frau
  • Antworten » | Direktlink »